Leutenbach

Dalmstock Open Air in Leutenbach wieder mit prominentem Lineup

Dalmstock
Die Gruppe Seven Thorns. © Gabriel Habermann

Natürlich handle es sich beim „Dalmstock Open Air“ nicht um „Wacken“, die „Island of Freedom“ von Sziget oder das Neusatzer „Exit“, sind sich die beiden, aus Stuttgart angereisten, musikbegeisterten Mutter und Tochter einig. Diese Musikfestivals seien eine andere Liga. Aber allein schon ein Blick auf das Line-up des Dalmstock Open Air habe sie davon überzeugt, dass ein Besuch in Leutenbach allemal lohnenswert sei. Hätten sie allerdings gewusst, dass den Abend über rund um die Rems-Murr-Halle noch so viele Parkplätze frei sind, dann hätten sie ihr Auto nicht schon im Ort abgestellt. Und wenn sie gewusst hätten, dass der Weg zum Festgelände über die Brücke zwischen Halle und Schützenhaus führt, dann hätten sie sich auch den unnötigen Spaziergang einmal um die Halle erspart.

Für die Leutenbacher Schwestern Eva Frank und Karoline Schmidt, die es sich auf einer Bank unter einem Baum vor dem Festgelände bequem gemacht haben, gehört der Spaziergang mit Hund Molly zum gewohnten Tagesablauf, ebenso, dass sie unterwegs eine Rast einlegen. An diesem Nachmittag sind sie sich einig, sei wenigstens einmal Außergewöhnliches geboten: das Kommen und Gehen der Festbesucher, die sich in einer Schlange vor dem Eingangsbereich aufreihen, deren bisweilen nicht alltägliche Aufmachung und die Musik, die sich durchaus interessant anhöre.

Musiker und Publikum sind hier fast auf Tuchfühlung

Die Aufmerksamkeit von Jessica Keup, der Vorsitzenden der Rockinitiative Leutenbach, ist an diesem Abend nicht nur auf das Geschehen auf der Bühne konzentriert, sondern schweifte immer wieder auch höher hinaus gen Himmel. Sie hoffe und bange, dass das Wetter ihnen keinen allzu dicken Strich durch die Rechnung mache und sich trotz trüber Aussichten die Fans nicht davon abhalten ließen, in großer Zahl vorbeizukommen. Man habe sich angesichts der traurigen politischen und wirtschaftlichen Lage allenthalben dazu entschlossen, das Open Air zu veranstalten, um den Menschen wenigstens ein klein wenig Freude und Spaß zu bieten, erklärt sie. Dafür sei das Dalmstock Open Air bestens geeignet, denn anders als bei Großveranstaltungen hätten hier sowohl Künstler wie auch Publikum Gelegenheit, fast hautnah miteinander in Kontakt zu treten. Dies habe sich längst herumgesprochen, und sowohl die einen wie auch die anderen wüssten es zu schätzen. Daher habe es auch keine wirklichen Probleme gemacht, eine derartige Anzahl erstklassiger Bands für dieses Event zu begeistern.

Für Heiko Küper, der es sich im Pavillon der Rockinitiative auf einer Bierbank gemütlich gemacht hatte, ist das Dalmstock Open Air schlechterdings „das Größte überhaupt“. Hier würden sich die Fans vom Teenager bis zum Rentner über mehrere Generationen hinweg immer wieder aufs Neue treffen, den Kontakt untereinander pflegen und sich gemeinsam an der Musik begeistern. Allein schon das sei den Aufwand wert, eine ganze Woche in den Auf- und Abbau sowie das Fest zu investieren und als Verein im Ausnahmezustand zu leben. Genau für das Erleben solcher Tage habe man vor nunmehr 25 Jahren die Rockinitiative gegründet, bekräftigt er.

Manuela Lösel, die Schatzmeisterin der Rockinitiative, wirbelt den Abend über hinter dem Kaffee- und Kuchenverkaufsstand und sorgt dafür, dass niemand, der den Weg hierher findet, hungrig oder durstig bleibt. 200 Besucher an jedem der Tage wäre ein Ergebnis, mit dem man schon leben könnte, sinniert sie beim Betrachten der eher leeren Festwiese. Ihre Hoffnung ruht auf dem Samstag, da seien die Besucherzahlen erfahrungsgemäß höher.

Anni und Ben, das „Team AB“ aus Allmersbach, zeigt sich mit dem Verlauf des Freitagnachmittags nicht unzufrieden. Sie gehörten „fast zum festen Inventar“ der Veranstaltungen der Rockinitiative, meinen sie, und mit ihren Airbrush-Tattoos würden sie bei den Besuchern ganz gut ankommen. Renner des Tages sei übrigens das Vogel-Symbol aus dem Namenszug von „Knorke“, der Punkrockband, die bereits vor einem Jahr das „Darmstöckle“ rockte und am Freitagabend ihr Versprechen einlöst, „die Show ihres Lebens“ hinzulegen. Den Auftakt machen „Gebrüder Freibier“. Die fünf Lokalmatadoren punkrocken‘n‘rollen ihr Publikum, so dass vom ersten Gitarrenriff an das richtige Feeling aufkommt.

Thema bei der Punkrock- und Heavy-Metal-Veranstaltung ist immer auch die Lautstärke. Nachfrage deshalb bei der Polizei am Sonntagmittag: keine Lärmbeschwerden, Anzeigen dort bekannt.

Natürlich handle es sich beim „Dalmstock Open Air“ nicht um „Wacken“, die „Island of Freedom“ von Sziget oder das Neusatzer „Exit“, sind sich die beiden, aus Stuttgart angereisten, musikbegeisterten Mutter und Tochter einig. Diese Musikfestivals seien eine andere Liga. Aber allein schon ein Blick auf das Line-up des Dalmstock Open Air habe sie davon überzeugt, dass ein Besuch in Leutenbach allemal lohnenswert sei. Hätten sie allerdings gewusst, dass den Abend über rund um die Rems-Murr-Halle

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