Leutenbach

Das erste echte Konzert nach Monaten ohne Live-Musik: Liedermacherin Steffi Neumann in Leutenbach

Steffi Neumann
Nach anderthalb Jahren den Zuhörern wieder in die Augen gesehen: Steffi Neumann bei ihrem Auftritt im Leutenbacher Kirchhof. © Gabriel Habermann

Wäre am Samstagabend in Leutenbach das Konzert mit der Liedermacherin und Sängerin Steffi Neumann ins Wasser gefallen, dann hätte es nicht an der Corona-Pandemie und dem Lockdown gelegen, sondern am Wetter. Bereits eine Stunde vor Beginn begannen sich dunkle Wolken zusammenzuballen und rauschte der Wind durch die Kuppen der Bäume vor der evangelischen Kirche. In deren Eingangsbereich war liebevoll eine provisorische Bühne aufgebaut, davor die locker angeordneten Stuhlreihen, auf denen sich die circa 50 Besucher niederließen. Der eine oder andere besorgte Blick richtete sich immer wieder himmelwärts, aber kaum schlug Steffi Neumann, die sich auf der Gitarre begleitete, die ersten Akkorde an, brach auch wieder die Abendsonne durch die Wolken.

Nach anderthalb Jahren Zwangspause erstmals wieder auf der Bühne

Es handle sich um ihr erstes „richtiges“ Konzert vor Publikum seit bald anderthalb Jahren, erzählte die Künstlerin. Wohl hatte sie Online-Auftritte, aber die seien kein wirklicher Ersatz dafür, den Menschen, für die man spiele, in die Augen zu schauen, ihre Reaktionen zu erleben, den Beifall zu hören, zu erfühlen, wie sie bei dem Liedvortrag mitgingen. „Ich freue mich, dass es nun losgeht“, so die Künstlerin.

Glücklich und dankbar sei sie, versicherte Pfarrerin Susanne Blatt, dass endlich das Open-Air-Konzert stattfinden könne, dass nun die Kultur langsam wieder in Gang komme. Es sei schwer, bisweilen frustrierend gewesen, dass so vieles, das man für selbstverständlich und normal gehalten hatte, in den zurückliegenden Monaten abgesagt oder verschoben werden musste. Nun freue man sich einfach auf einen schönen, gemeinsam erlebten Abend.

Andreas Spahn, der Vorsitzende des „Fördervereins für Kultur und Kirche Leutenbach“, meinte, lange habe es „Spitz auf Knopf“ gestanden, ob das Konzert überhaupt stattfinden könnte. Eine für April vorgesehene Veranstaltung sei prompt der Pandemie zum Opfer gefallen. „Nach Ostern schauten wir täglich auf die Corona-Zahlen“, blickte Spahn zurück, und als sie sich dann ab Pfingsten nur noch nach unten bewegten, habe man losgelegt. „Es brauchte lediglich zwei, drei Wochen Vorlaufzeit.“ Man habe „alles“ in der Schublade gehabt und es nur hervorholen müssen, selbst das Plakat mit der Werbung. Und dann sei es nur noch darum gegangen, sicherzustellen, dass die aktuell gültigen Vorgaben genau eingehalten werden.

Keine Angst vor Corona, da zweimal geimpft

Das Publikum kam nach einer langen Durststrecke erstmals im Bezirk Winnenden wieder zu einem echten Konzert mit persönlicher Anwesenheit der Künstlerin und der Zuhörer. Aus Interesse an dieser Künstlerin und weil sie so lange auf den Besuch von Kulturveranstaltungen verzichten mussten, seien sie hier, erzählten Alfred und Brigitte Schöch. Vor Corona hätten sie keine Angst, da sie beide zweimal geimpft seien. Ähnliche Motive führte auch Kirstin Frank an. Sie habe sich auf diesen Abend gefreut, seit sie als Musikliebhaberin in der Presse von ihm erfahren habe. Es sei schön, dass in Leutenbach wieder Kultur möglich sei, nachdem sie ein Jahr zu kurz gekommen sei. Sie selbst sei „durchgeimpft“, somit unbesorgt, und denke jetzt nicht an Corona, sondern an den Vortrag von Steffi Neumann.

Mit einem glockenhellen Sopran das Publikum eingefangen

Und die wusste bereits mit ihren ersten drei Liedern, „Es geht los“, Johannes Oerdings „An guten Tagen“ und „Schön, dass es dich gibt“, die sie mit ihrem glockenhellen Sopran vortrug, ihr Publikum einzufangen. Unter der Überschrift „Hoffnung 2021. Neues und Nachgeholtes“ ist der „Förderverein für Kultur und Kirche Leutenbach“ ins neue Veranstaltungsjahr gestartet. Als zweite Veranstaltung steht das Kirchenkabarett „Die Wort-zum-Sonntag-Show“ mit dem Pfarrer und Kabarettisten Ingmar von Maybach-Mengede am Samstag, 19. Juni, 18 Uhr, im Terminkalender. Der Eintritt sei wie üblich frei, Spenden aber hochwillkommen. Schließlich, so Andreas Spahn, gehe es darum, Kunst und Kultur nicht zu denen zu bringen, die sie sich leisten könnten, sondern zu allen Menschen, die sie zu schätzen wüssten und benötigten.

Wäre am Samstagabend in Leutenbach das Konzert mit der Liedermacherin und Sängerin Steffi Neumann ins Wasser gefallen, dann hätte es nicht an der Corona-Pandemie und dem Lockdown gelegen, sondern am Wetter. Bereits eine Stunde vor Beginn begannen sich dunkle Wolken zusammenzuballen und rauschte der Wind durch die Kuppen der Bäume vor der evangelischen Kirche. In deren Eingangsbereich war liebevoll eine provisorische Bühne aufgebaut, davor die locker angeordneten Stuhlreihen, auf denen sich

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