Leutenbach

Die Fußgängerampel unterhalb der Gemeindehalle wird beim nächsten Ausfall abgebaut

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Die Fußgängerampel ist in die Jahre gekommen, sie mit neuer Technik auszustatten, käme teuer. © Büttner

Einem Überbleibsel aus der Weilermer Stein(bruch)zeit schlägt die Stunde. Der Betrieb, der wegen seiner unmittelbaren Auswirkungen auf den nahen Ort (seine Einwohner) über viele Jahre immer wieder für Diskussionen und auch Ärger sorgte, ist seit langem Geschichte, längst ist das Areal renaturiert, und die Weilermer – und nicht nur sie – erfreuen sich an der Hinterlassenschaft als idyllisches Naherholungsgebiet.

Aber noch steht etwas, in Erinnerung an alte Tage: die Fußgängerampel beim Kunstrasenplatz. Sie sicherte denen, die vom Holderbusch, Hummerholz, dem Gollenhof, überhaupt allen, die von jenseits des Buchenbachs kamen, das sichere Überqueren der Straße auf dem Weg zur Gemeindehalle, zum Feuerwehrgerätehaus, sofern sie zu Fuß kamen, aber vor allem zur Grundschule, also den Schülern. Die Ampel lag und liegt für die Schüler von dort auf dem Schulweg. Sie war einst also wichtig, hat aber, seitdem es den Steinbruchbetrieb nicht mehr gibt und damit auch keinen Lasterverkehr dorthin und von dort, ihre Daseinsberechtigung weitgehend eingebüßt.

Rund 12 000 Euro würde die Umrüstung kosten

Auch Ampeln altern, wie jüngst von der Verwaltung in der Sitzung des zuständigen Ausschusses zu erfahren war. Diese Fußgängerampel, die auf Anforderung, sprich Drücken, auf Grün umschaltet und die Motorisierten stoppt – die es aber, wie gesagt, kaum noch gibt – , ist also in die Jahre gekommen. Sie wird immer reparaturanfälliger, aber Ersatzteile seien nicht mehr verfügbar, so die Verwaltung.

Die Gemeinde könnte die Anlage zwar modernisieren, über eine entsprechende Umrüstung der Technik, das Angebot, das ihr dafür vorliegt, beläuft sich auf etwa 12 000 Euro. Viel Geld, zu viel, angesichts ihres Bedeutungsverlusts, so die Verwaltung. Sie verwies auch darauf, dass die Verkehrszahlen von heute nicht einmal ausreichen würden, um dort einen Fußgängerüberweg anzulegen, geschweige denn also eine Fußgängerampel aufzustellen.

Die Verwaltung schlug stattdessen vor, die Ampel zwar nicht umgehend abzubauen, sie noch so lange stehen zu lassen, ihr eine Gnadenfrist einzuräumen, wie sie funktioniert. Wird sie also wegen des nächsten Defekts, der kommt, ausfallen, soll sie abgebaut werden, so der Antrag.

Allerdings räumte Bürgermeister Jürgen Kiesl ein, dass die Ampel ja nach wie vor auf dem Schulweg liege und es damit Eltern geben könnte, die es anders sehen, zumal es nicht so sei, dass, wenn die Ampel nicht mehr in Betrieb oder ganz weg sei, dort stattdessen ein Fußgängerüberweg ist, der die Kinder schützt. So ganz verkehrslos ist der Straßenabschnitt nämlich nach wie vor nicht, über ihn werden die Stellplätze der Gemeindehalle und des Feuerwehrgerätehauses angefahren (und auf dem Rückweg von dort auch passiert). Auch der Parkplatz auf dem Weg zum Steinbruch wird über ihn angefahren.

Allerdings findet all dies ganz überwiegend zu Zeiten statt – abends Sport in der Halle, an Wochenenden Besuch des neu geschaffenen Biotops –, in denen keine Schule ist. Und bei einem Einsatz lassen sich Feuerwehrleute weder beim Anfahren noch beim Abrücken von einer roten Ampel aufhalten. Kiesl verwies immerhin darauf, dass die Ampel seinerzeit von Eltern erkämpft wurde, ihr Abbau werde also sicher ein „Politikum“, so seine Befürchtung.

Im Gremium war gleichwohl der Tenor eindeutig, nämlich so wie vorgeschlagen zu verfahren. Für Kathrin Kopriva, ALi, zum Beispiel ist der Fall klar: „Wenn man die Ampel nicht mehr braucht, dann muss man sie auch nicht mehr erneuern.“ Peter Hildenbrand, FWG, riet: „Wenn sie nicht mehr funktioniert, unbedingt sofort wegnehmen, also nicht außer Betrieb stehen lassen, sonst würde eine vermeintliche Sicherheit vorgetäuscht.“ Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung schließlich einstimmig zu.

Einem Überbleibsel aus der Weilermer Stein(bruch)zeit schlägt die Stunde. Der Betrieb, der wegen seiner unmittelbaren Auswirkungen auf den nahen Ort (seine Einwohner) über viele Jahre immer wieder für Diskussionen und auch Ärger sorgte, ist seit langem Geschichte, längst ist das Areal renaturiert, und die Weilermer – und nicht nur sie – erfreuen sich an der Hinterlassenschaft als idyllisches Naherholungsgebiet.

Aber noch steht etwas, in Erinnerung an alte Tage: die Fußgängerampel beim

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