Leutenbach

Die Nellmersbacher Ortsdurchfahrt soll sicherer werden: Parken künftig nur noch an markierten  Stellen erlaubt

Ortsdruchfahrt
Jetzt wird es eng und damit gefährlich: Das ist die Situation, der die neue Regelung vorbeugen soll. © Gabriel Habermann

Die Gemeinde will die Nellmersbacher Ortsdurchfahrt entschärfen, den Verkehr dort sicherer machen. Bislang wird so an der Seite geparkt, dass es bei Begegnungsverkehr immer wieder zu heiklen Situationen kommt. Eine Ursache dafür ist, dass Anwohner dort vor ihren Garagen parken und Kurzzeitparker, die Anwohner besuchen oder dort etwas zu erledigen haben, jede sich bietende Lücke vor den betreffenden Häusern zum Parken nutzen. Die Folge ist, dass regelmäßig Autos dicht aneinander parken, so dass der fließende Verkehr keine Lücke in der Kette findet, um auszuweichen. Das ist gefährlich, andererseits führt es zu ständigem Anhalten und übermäßigem Beschleunigen, um noch so eben vor dem Gegenverkehr „durchzuwitschen“. Der wiederum wird oft gezwungen anzuhalten, ausgebremst, oder er weicht auf den Gehweg aus.

Ähnlich war die Situation lange Jahre an der Straße In der Steige in Weiler zum Stein. Bis die Gemeinde dort eine Parkverbotszone einrichtete und seitdem das Parken nur noch auf bestimmten ausgewiesenen, entsprechend markierten Parkplätzen zulässig ist. Seither sind dort also Lücken zum Ausweichen vorhanden, die Lage hat sich deutlich entspannt.

Verschärfend kommt in der Nellmersbacher Ortsdurchfahrt hinzu, dass deren Ausbaubreite, zumindest im Bereich der Bahnhofstraße, durchaus zum Schnellfahren verleitet. Dass dort, ermöglicht durch den Lärmaktionsplan der Gemeinde, mittlerweile Tempo 30 gilt, macht aus Sicht der Verwaltung eine Lösung des Parkproblems an der Straße allerdings nicht überflüssig. Grundsätzlich ändere sich dadurch an der gefährlichen Lage nichts.

Verkehrsplanungsbüro hat das Konzept erarbeitet

Da es sich um eine Kreisstraße handelt, kann die Gemeinde nicht alleine, in eigener Verantwortung, agieren, sondern ist darauf angewiesen, dass das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde das Ganze mitträgt. Die Verwaltung geht davon aus, dass es das tut. Die Kosten muss die Gemeinde übernehmen. Deren Verkehrskommission hat sich mit den Plänen ausführlich befasst. Das Ludwigsburger Verkehrsplanungsbüro Schröder hat das Konzept entwickelt, insbesondere die Stellen ausgesucht, wo künftig geparkt werden darf, ausschließlich dort. Die Auswahl sei aber noch nicht endgültig festgelegt, werde vor Ort noch genau geprüft und könne gegebenenfall, falls sich in der Praxis zeige, dass es so nicht funktioniere, verändert werden, die Parkbereiche könnten also noch verschoben werden, versichert die Verwaltung dazu.

Sie warb in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats, in der das Konzept vorgestellt wurde, damit, dass so der Verkehrsfluss verstetigt werde, es zu weniger gefährlichen Situationen komme, die Verkehrssicherheit verbessert werde, weil künftig geordnet geparkt werde. Nicht zuletzt würden nicht mehr wie bisher Einfahren und Einmündungen zugeparkt, werde nicht mehr bis an Zebrastreifen herangeparkt – zumindest theoretisch, auf dem Papier, denn zur Durchsetzung der neuen Regelung wird es sicher Kontrollen und gegebenenfalls Geldbußen brauchen.

Kritik wegen wegfallender Parkplätze

Nachteil, wenn man so will, und darauf hoben Kritiker im Gremium ab, ist, dass künftig Parkplätze entfallen. „Rechnerisch“ sei das allerdings nicht der Fall, gab Hauptamtsleiter Jakob Schröder zu bedenken. Im Grunde fielen vor allem Parkplätze an Stellen weg, wo eigentlich schon bisher nicht geparkt werden dürfe. Zumindest in einer Übergangsphase, bis sich alle, auch die Anwohner, an die neue Regelung gewöhnt haben, und auch wegen der Kontrollen rechnet die Verwaltung mit Beschwerden.

Bürgermeister Jürgen Kiesl begegnete den Einwänden mit dem Hinweis auf die guten Erfahrungen in Weiler zum Stein und darauf, dass diese Lösung besser sei als ein komplettes Parkverbot an der Straße. Schröder verwies darauf, dass trotz eigentlich ausreichender Breite von ihr bei Begegnungsverkehr zögerliche Autofahrer sich nicht durchtrauen, gerade dadurch aber entstünden oft gefährliche Situationen. Bei dem Konzept werde auch darauf geachtet, dass die Linienbusse weiterhin gut durchkommen. Er betonte auch, dass die neue Regelung zum einen Anwohnern entgegenkomme, weil dann ihre Einfahrten nicht mehr zugeparkt werden, zum anderen gelte diese natürlich auch für sie. Auch sie werden nur noch dort parken dürfen, wo es ausdrücklich, per Markierung angezeigt, dafür ausgewiesen ist. Es werde also kein „Gewohnheitsrecht“ geben. Zudem könne das neue Konzept mithelfen, dass die Anwohner verstärkt dort parken, wo sie eigentlich sollen, nämlich in ihren Garagen, so Schröders Hoffnung.

Bedenken äußerte FWG-Rätin Alexandra Hackl-Hieber, die in der Nähe der Ortsdurchfahrt wohnt, also mit der Situation dort vertraut ist. Wenn sie sich bestimmte vorgeschlagene Bereiche in den Plänen fürs künftige Parken so ansehe, könne sie jetzt schon sagen, dass es dort so nicht funktionieren werde, weil doch Parkplätze wegfielen, die verbleibenden nicht ausreichten. Sie befürchtet, dass zum Parken dann eben in die angrenzenden Seitenstraßen ausgewichen wird.

Bürgermeister Kiesl: Bisher ist der Verkehr dort doch ein Gewürge

Das sei durchaus das Dilemma bei der neuen Regelung, da gelte es eben, Vor- und Nachteile abzuwägen, räumte Kiesl ein. Streng genommen seien bestimmte bisherige Parkplätze, weil nicht zulässig, gar keine, betonte auch er. Bisher sei der Verkehr in der Ortsdurchfahrt ein „Gewürge“, so der Bürgermeister, der selbst in Nellmersbach wohnt und dort lange Zeit an der Ortsdurchfahrt, der also die Situation ebenfalls aus eigener Erfahrung bestens kennt. Das neue Konzept werde eine Verbesserung bringen, versicherte Kiesl.

Bei der Abstimmung gab es letztlich bis auf eine Enthaltung (Alexandra Hackl-Hieber) ausschließlich Zustimmung. Die Gemeinde wird die Parkverbotszone mit ausgewiesenen Parkplätzen nun beim Landratsamt beantragen.

Die Gemeinde will die Nellmersbacher Ortsdurchfahrt entschärfen, den Verkehr dort sicherer machen. Bislang wird so an der Seite geparkt, dass es bei Begegnungsverkehr immer wieder zu heiklen Situationen kommt. Eine Ursache dafür ist, dass Anwohner dort vor ihren Garagen parken und Kurzzeitparker, die Anwohner besuchen oder dort etwas zu erledigen haben, jede sich bietende Lücke vor den betreffenden Häusern zum Parken nutzen. Die Folge ist, dass regelmäßig Autos dicht aneinander parken, so

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