Leutenbach

DSDS: Kandidat aus Nellmersbach tritt an

cc15e990-faa8-4b75-98c4-ba98d52e2d7e.jpg_0
Fabian Bacher geht davon aus, dass er nicht nur mit „Bier Bier Bier“ berühmt wird. © Gabriel Habermann/ZVW

Leutenbach. Er hat sich vorbereitet für das Fotoshooting mit der Zeitung, schon mal eine Bierflasche in der Hand. Logo, denn Fabian Bachers Song für DSDS heißt schließlich „Bier Bier Bier“. Aber was ist das denn? Das ist ja gar nicht von Aldi, wo er arbeitet, sonder die Marke eines Konkurrenzdiscounters. Bekommt er da nicht Probleme mit seinem Arbeitgeber? „Ach was, wegen so was doch nicht“, wehrt der 25-Jährige völlig entspannt ab.

Er legt sogar noch nach, attestiert dem Gebräu in der Bügelflasche fachmännisch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber das zeichnet den jungen Mann ohnehin aus, er ist einfach locker. Den Song hatte er schon lange geschrieben, kam irgendwann auf die Idee, warum es damit nicht mal bei „Deutschland sucht den Superstar“ probieren, als Promo, schauen, wie der dort so ankommt.

Die Idee kam am Ballermann

Im August war er erstmals am Ballermann auf Malle gewesen, hat sich die einschlägigen Partyarenen angeschaut. Und war sofort überzeugt: „Da ist genau meins, das will ich auch mal machen.“ Auf der Bühne auftreten. Frech wie er ist, hat er gleich mal den DJ angehauen, ob er auch mal rauf darf. Er bekam eine Abfuhr. Vorerst. Das wird schon, da ist er sicher.

Denn er hat eine eigene Facebookseite, nennt sich dort „Backare“ , ist auch sonst sein Spitz- und Künstlername. Dort knöpft er sich in einem Video die GEZ vor, rechnet die Zwangsgebühren in Biereinheiten um, und damit’s auch jeder kapiert, schüttet er einige Kolben vor laufender Kamera aus, begleitet von, na ja, mehr oder doch eher weniger sinnvollen Sprüchen in nicht ganz jugendfreier Sprache. Das berühmt-berüchtigte „Sch...“-Wort grölt er in dem Clip gefühlte 100-mal raus. 1,1 Millionen Aufrufe habe er damit und mit weiteren Comedy-Videos auf Facebook mittlerweile erreicht, berichtet Fabian stolz, aber nicht überheblich. Er ist sicher, da kommen auf Dauer auch die DJ’s auf Malle nicht mehr an ihm vorbei. Seine große Zeit als kommender Ballermannkönig ist also nur aufgeschoben. In Stuttgart werde er aber jetzt schon immer wieder angesprochen, von Mädels um ein Selfie gebeten, die ihn von Facebook her kennen.

Bier, Bier, Bier

Bei „Bier Bier Bier“ sei er eines Morgens aufgewacht und habe die Melodie im Kopf gehabt. Also einigermaßen singen kann Fabian durchaus, das stellt er bei einer kleinen A-cappella-Kostprobe aus dem Stand unter Beweis. Singen sei schon immer ein Hobby von ihm gewesen. Und Partyschlager seien nun mal sein Metier. „Ich hab’ ne Entertainerstimme“, ist er überzeugt, „aber dafür muss ich im Backare-Modus sein.“ Und die Musik dazu? Die Beats stammen von einem Kumpel in Leutenbach, der sich auskennt. Er habe noch einige Songs in petto, die aber noch „umgesetzt“ werden müssten, die Videos, die Beats, das koste schließlich alles Zeit und Geld.

Schwester bekam einen Lachkrampf, die Kumpels waren eingeweiht

Weder DSDS noch Aldi sollen, werden Endstation für ihn sein, davon ist er überzeugt. Wie reagiert denn seine Familie auf die Karrierepläne? Also denen habe er erst mal gar nichts verraten, sei erst mit der Sprache rausgerückt, als er das Vorcasting in Stuttgart überstanden hatte. Die Mutter sei erstaunt gewesen, habe allerdings schon etwas geahnt. Die Schwester, na ja, „die hat einen Lachkrampf bekommen“. Die Kumpels allerdings waren eingeweiht, wobei Fabian davon ausgeht, so „richtig realisiert“ hätten die das Ganze wohl noch nicht. Auf den ersten Zeitungsartikel über seinen DSDS-Auftritt habe er viele Reaktionen bekommen.

Die Mutter schaut beim Interview vorbei. Was meint sie denn zu den Aktivitäten ihres Sohnemanns? Okay, die Texte seien ja nicht gerade nach ihrem Geschmack. Aber sie finde es gut, dass er was versuche, das gehöre nun mal zur Entwicklung von jungen Menschen. „Die müssen auch mal so was dürfen.“ Sie selbst müsse da allerdings nicht dabei sein, brauche keine Öffentlichkeit. Fabian grinst, entgegnet schlagfertig: „Im Gegensatz zu mir“. Er will also im Rampenlicht stehen? „Bin ich ja schon. Die Leute kommen her, wenn ich auf der Straße unterwegs bin.“ Bei einer Beachparty auf der Schwäbischen Alb sei er als „Special Guest“ gebucht worden. Weitere Gigs in der Richtung seien in Aussicht. Das werde schon, „da muss halt jetzt noch Ballermann dazukommen“. Er ist da ganz entspannt.

Fabian Bacher ist am Mittwoch, 3. Januar, bei RTL in „Deutschland sucht den Superstar“ zu sehen (Beginn 20.15 Uhr).

Da die Show in Frankfurt aufgezeichnet wurde, weiß Bacher natürlich längst, wie es dort für ihn ausging. Sprechen darüber darf er in der Öffentlichkeit vor der TV-Ausstrahlung allerdings nicht. Dazu ist er vertraglich verpflichtet. RTL braucht schließlich Einschaltquote.