Leutenbach

Grundschüler besuchten beim "Tüftlertag"  die Blechfirma Kaysser

Tüftlertag
Klarer Fall, dass so etwas, erst recht, wenn sie es selbst machen dürfen, die Kinder fasziniert. © Benjamin Büttner

Schweißen, das ist für die Kinder der Höhepunkt bei ihrem Besuch bei der Firma Kaysser. Schon alleine wegen des Schutzhelms (mit Knopf hinten dran zum Anpassen wie beim Fahrradhelm) inklusive -visier, Arbeitsjacke und Arbeitshandschuhen, die sie dafür anziehen müssen. Und jeder darf auf einem Blech, auf mit dem Edding vorgemalten Buchstaben, seinen Namen dort verewigen und das Unikat als Souvenir mit nach Hause nehmen.

Ausbildungsleiter Christoph Bauer erklärt auf Nachfrage in der Vesperpause in der Kantine, dass dabei das MAG-Schweißen angewandt wird, ein Lichtbogenschweißverfahren mit einem Gasgemisch (Argon, Kohlendioxid und Sauerstoff). Das erzählt er aber natürlich nicht den Kindern, die würde das auch gar nicht interessieren, die beschäftigen sich derweil lieber mit ihren Butterbrezeln und Apfelsaftschorle – und das ist auch gut so.

Auch einen Mini-Elefant in Blech nimmt jede(r) mit nach Hause

Das Blech mit ihrem Vornamen ist nicht das Einzige, was der Nachwuchs an diesem Tag mitnehmen darf und an dem er selbst dazu vorher Hand angelegt hat. Die Kinder schneiden sich mit einer Maschine ein weiteres Blech aus, lasern, fräsen, entgraten und biegen es so zurecht, dass daraus ein Notizzettelhalter wird. Und auch das Maskottchen der Firma, der Elefant, wird in Miniaturform eigenhändig vervielfältigt und bevölkert fortan als Stifteaufbewahrer die Kinderzimmer der Nellmersbacher Viertklässler.

Der „Tüftler- und Forscher/-innentag“, in dessen Rahmen die Stippvisite stattfindet, ist nicht nur eine willkommene Abwechslung für die Kleinen, sondern auch für die Azubis, die sie in Kayssers Lernfabrik anleiten. Auch da ist wieder gut, dass die Firma diesen separaten Bereich hat, denn Viertklässler, von sonstigem Unterricht losgelassen, können eine Rasselbande sein. Vorsorglich wird die Klasse denn auch in drei Gruppen aufgeteilt. Zum Besuch gehört natürlich auch eine Führung durch den Betrieb, wobei nicht zuletzt dessen Hochregallager Eindruck macht.

Sowohl Lehrerin Maren Riedel als auch Bauer wollen den unmittelbaren Nutzen der Veranstaltung aber nicht zu hoch hängen. Es gehe darum, den heimischen Betrieb, der nur wenige Minuten zu Fuß von der Schule entfernt ist, „mal a bissle kennenzulernen“, so die Pädagogin. Für eine wirkliche „Berufsorientierung“ sei es natürlich noch viel zu früh: „Sie schnuppern einfach mal dort rein.“

Willkommene Abwechslung vom Schulalltag

Aber es sei gut und wichtig für die Kinder, dass sie zwischendurch auch mal was anderes sehen als das Klassenzimmer. Immerhin waren sie bereits auch im Schullandheim im Mönchhof bei Kaisersbach. Aber insgesamt sei alles außerhalb des Unterrichts in den letzten zwei Jahren doch viel zu kurz gekommen. Deswegen tue so ein Tag außerhalb des Schulalltags richtig gut. Zumal auch die schwere Zeit des Home-Schoolings hinter ihnen liege. Die Kinder und Eltern hätten das gut gemacht, das verdiene großes Lob.

Mittlerweile gebe es längst wieder normalen Unterricht in der Schule, auch mit Sportunterricht, allerdings vorerst keine AGs, auch keinen klassenstufenübergreifenden Unterricht (katholische Reli etwa), keine Chorproben und nach wie vor habe jede Klassenstufe ihren eigenen Pausenhofbereich. Mit eigener Erfahrung von „traumatisierten“ Kindern, wie vielerorts berichtet wird, kann Maren Riedel auf Nachfrage nicht dienen. Sie verweist darauf, dass ja der Kontakt der Lehrer zu den Kindern und Eltern nie abgerissen war.

Bauer wünscht sich, dass der Besuch die Jugend etwas begeistern kann für die Berufe, die die Firma anbietet, aber auch für Technik überhaupt. Die Kooperation mit der örtlichen Grundschule gebe es ja seit Jahren, auch darüber hinaus. Der Tüftler- und Forscher/-innentag dabei vermittle den Kindern einen ersten Einblick und man biete ihnen eben auch eine Überraschung: „Ich wäre schon froh, wenn die nachher zu Hause sagen, es war super dort heute, wir durften Sachen machen und die auch noch mit heimnehmen.“ Seine Hoffnung: Dass die Kinder, wenn sie später als Jugendliche oder Erwachsene mal an der Firma vorbeikommen, sich an diesen Tag und was sie dort erlebt haben, erinnern.

Die Veranstaltung soll Neugier auf Technik und Naturwissenschaften wecken

Den „Tüftler- und Forscher/-innentag“ gibt es seit 2014. Er soll die Neugier für Naturwissenschaften und Technik wecken oder stärken, den „kindlichen Forscherdrang beflügeln“ und die Lehrer in diesem Themenbereich unterstützen, die nicht im Mint-Bereich heimisch sind. Veranstalter ist die vor zehn Jahren gegründete „element-i“-Bildungsstiftung.

Schweißen, das ist für die Kinder der Höhepunkt bei ihrem Besuch bei der Firma Kaysser. Schon alleine wegen des Schutzhelms (mit Knopf hinten dran zum Anpassen wie beim Fahrradhelm) inklusive -visier, Arbeitsjacke und Arbeitshandschuhen, die sie dafür anziehen müssen. Und jeder darf auf einem Blech, auf mit dem Edding vorgemalten Buchstaben, seinen Namen dort verewigen und das Unikat als Souvenir mit nach Hause nehmen.

Ausbildungsleiter Christoph Bauer erklärt auf Nachfrage in der

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