Leutenbach

Ingenieurbüro stellt Mängel fest - Wie sicher sind Leutenbachs Brücken?

Brückenschäden
Die Fußgängerbrücke über den Höllachbach bei der Rems-Murr-Halle. Sie soll noch in diesem Jahr saniert werden. © Benjamin Büttner

„Standsicherheit und Tragfähigkeit deutlich beeinträchtigt“, „mäßiger Zustand“, „schlechter Zustand“. Die Gemeinde hat ihre Brücken von einem Ingenieurbüro untersuchen lassen, alle sechs Jahre ist eine Hauptprüfung verpflichtend. Wer die Ergebnisse der Ingenieure liest, dem könnte etwas mulmig werden. Wie sicher sind Leutenbachs Brücken?

Handlungsbedarf besteht bei der Rems-Murr-Halle

Bürgermeister Jürgen Kiesl versucht, zu beruhigen. „Wenn ich an meine Anfangszeiten als Bürgermeister denke, da hat man nie etwas kontrolliert“, erinnert er sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zurück. „Dann kamen irgendwann die Spielplätze, dann Bäume, jetzt auch Brücken. Wahrscheinlich wäre nie etwas passiert, aber jetzt schaut man eben genauer nach“, sagt er. Ein Ingenieurbüro aus Filderstadt hat dies nun getan.

In jedem Fall Handlungsbedarf besteht bei der Fußgängerbrücke über den Höllachbach bei der Rems-Murr-Halle. „Mäßiger Zustand, Standsicherheit und Tragfähigkeit deutlich beeinträchtigt“, heißt es im Gutachten der Ingenieure. Laut deren Einschätzung ist die Stahlkonstruktion weitgehend verrostet, der Überbau müsse in den kommenden ein bis zwei Jahren komplett ersetzt werden. Die Gemeinde will das Bauwerk deshalb noch in diesem Jahr auf Vordermann bringen. Dann soll die Brücke nicht nur für Fußgänger, sondern auch für Radfahrer geeignet sein. „Bisher ist die Brücke auch für Radfahrer befahrbar. Nach den neusten Vorschriften sind die Geländer allerdings zu niedrig. Auch hier wird nachgearbeitet. An der Breite der Brücke ändert sich nichts“, erklärt Bauamtsleiter Johannes Kocher am Telefon. Kosten: 41.500 Euro.

„Überprüfung muss man nicht überbewerten“

„Die Einschätzung der Ingenieure bedeutet aber nicht, dass die Brücke nächste Woche zusammenbricht, da muss man sich keine Sorgen machen“, versichert Johannes Kocher.

Im kommenden Jahr soll die Sanierung weiterer Brücken folgen. So zum Beispiel die Brücke zum Rasensportplatz in Weiler zum Stein. „Schlechter Zustand, Standsicherheit und Tragfähigkeit beeinträchtigt“, heißt es auch hier. Instandsetzungen sind nötig, so zum Beispiel die der Brüstungen. Kosten: knapp 54.000 Euro. „Hier kann man von einer Komplettsanierung sprechen“, weiß Kocher. Ebenfalls 2022 sollen die Fußgängerbrücken im Landschaftspark für etwas mehr als 20.000 Euro saniert werden.

Sind Leutenbachs Brücken wirklich in solch einem schlechten Zustand? „Brücken sind in der Regel dafür ausgelegt, dass sie 50 Jahre heben. Bestenfalls sogar länger. Aus meiner Sicht muss man diese Überprüfung jetzt nicht überbewerten“, antwortet Bauamtsleiter Johannes Kocher. Wenn man so wolle, sei die Hauptprüfung eine Art Brücken-Tüv. „Wenn die Standsicherheit beeinträchtigt ist, dann sollte man allerdings sofort reagieren. So haben wir die Sanierungen dann auch priorisiert“, erklärt der Bauamtsleiter.

Müssen sich die Leutenbacher Sorgen machen? „Um Gottes willen, nein“, antwortet Kocher. Seien Brücken tatsächlich einsturzgefährdet, würde man sie rechtzeitig sperren. „Unseren Sanierungsplan haben wir außerdem gemeinsam mit dem Ingenieurbüro aufgestellt, das die Brücken überprüft hat. Wenn wir da eine Brücke auf die lange Bank geschoben hätten, hätte das Büro sein Veto eingelegt. Das ist aber nicht passiert“, versichert Kocher.

Bis ins Jahr 2027 sollen insgesamt 14 Brücken für eine halbe Million Euro saniert werden.

„Standsicherheit und Tragfähigkeit deutlich beeinträchtigt“, „mäßiger Zustand“, „schlechter Zustand“. Die Gemeinde hat ihre Brücken von einem Ingenieurbüro untersuchen lassen, alle sechs Jahre ist eine Hauptprüfung verpflichtend. Wer die Ergebnisse der Ingenieure liest, dem könnte etwas mulmig werden. Wie sicher sind Leutenbachs Brücken?

Handlungsbedarf besteht bei der Rems-Murr-Halle

Bürgermeister Jürgen Kiesl versucht, zu beruhigen. „Wenn ich an meine Anfangszeiten als

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