Leutenbach

Kommt eine barrierefreie Bushaltestelle vor das Leutenbacher Rathaus?

Barrierefreie Bushaltestelle
Die Bushaltestelle an der Winnender Straße ist unübersichtlich. Durch die Parkplätze am rechten Bildrand kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern, Autofahrern und anfahrenden Bussen. © Benjamin Büttner

Bekommt Leutenbach vor dem Rathaus eine barrierefreie Bushaltestelle? Vor der Kreissparkasse kommt es immer wieder zu gefährlichen und unübersichtlichen Situationen für Fußgänger. Grund dafür sind Einfahrten, Parkplätze und die Bushaltestelle. Sowohl in Richtung Nellmersbach/Weiler zum Stein als auch in Fahrtrichtung Winnenden könnte ein Buskap entstehen. Für Autofahrer würde das bedeuten, dass sie hinter dem Bus warten müssen, wenn dieser an der Haltestelle steht. Es wäre ein Signal, dass dem öffentlichen Nahverkehr Vorrang gegeben wird. „Wir reden hier von 20 bis 30 Sekunden, die Autofahrer warten müssten. Demjenigen, der wartet, kommt es meistens vor wie fünf Minuten. Aber das ist nicht so“, erklärte Ulrich Zwink vom Ingenieurbüro Frank in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Verzwickte Situation in Richtung Nellmersbach/Weiler zum Stein

Vorteile eines Buskaps in Fahrtrichtung Winnenden seien, dass keine irregulär parkenden Fahrzeuge dem Bus die Zufahrt blockieren. Außerdem habe man eine größere Gehwegfläche und mit 35 000 Euro seien die Kosten gegenüber einer Busbucht geringer. Ein Nachteil hingegen sei der Verkehr hinter dem Bus, der nicht abfließen könne.

In Richtung Weiler zum Stein/Nellmersbach stellt sich die Situation aufgrund der zahlreichen Grundstückseinfahrten komplizierter dar. „Eine Busbucht ist aufgrund der Außenkurve nicht möglich. Der Bus kann ohne Rangieren nicht dicht genug an die Buskapsteine heranfahren“, heißt es in der Sitzungsvorlage zur vergangenen Gemeinderatssitzung. Die drei Stellplätze vor der Kreissparkasse seien außerdem nicht genehmigt. Man könne zwar eine Entfernung anordnen, würde dies allerdings zum Erhalt der Bankfiliale nicht empfehlen.

Statt der bisherigen Haltestelle könnten Parkplätze entstehen

Ferner gebe es drei Varianten. Man könne die Haltestelle an der bestehenden Stelle behindertengerecht ausbauen. Lediglich der hintere Teil des Busses wäre dann jedoch barrierefrei erreichbar, die geringstmögliche Ausbauweise. Zudem müssten Verhandlungen mit der Eigentümergemeinschaft des dortigen Mehrfamilienhauses geführt werden, was die Parkplätze betrifft.

Auch könnte man die Haltestelle an die Gartenstraße vorziehen. Bei dieser Lösung wäre ebenfalls nur der hintere Teil der haltenden Busse barrierefrei zugänglich, die Ausfahrt aus der Gartenstraße durch den wartenden Bus beeinträchtigt.

Eine dritte Möglichkeit wäre die Verlegung der Haltestelle in die Hauptstraße, hinter die Einfahrt der Rathaus-Tiefgarage. Dies hätte den Vorteil, dass bei der Kreissparkasse fünf öffentliche Stellplätze an der Straße entstehen könnten, statt der bisherigen Haltestelle. Die Parkplätze vor der Kreissparkasse würden wegfallen, die Situation für Fußgänger sich entspannen. „Die Verlegung stellt auch für den Busfahrer eine Verbesserung dar, da er an einer geraden Strecke deutlich einfacher und schneller an den Buskapstein heranfahren kann, wie in einer Außenkurve“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Beauftragter für Menschen mit Behinderung für Halt beim Rathaus

Zur besseren Einschätzung hat die Verwaltung auch bei Roland Noller angefragt, dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung des Rems-Murr-Kreises. In Fahrtrichtung Weiler zum Stein plädiert er für eine Haltestelle beim Rathaus. Vor der Kreissparkasse sei die Situation für Menschen mit Sehbehinderung durch die Parkplätze gefährlich. Außerdem sei dort nur die geringste Ausbaustufe möglich, weshalb die Haltestelle wohl nicht in ein Förderprogramm aufgenommen würde.

CDU-Gemeinderat Bernd Krautter sprach sich für die Variante zwei aus, die Haltestelle in Richtung Gartenstraße zu verschieben. „Wenn wir die Haltestelle zum Rathaus legen, dann müssten Menschen, die zum Beispiel zur Kreissparkasse wollen, weiter laufen. Gerade für Menschen mit Behinderungen halte ich das für schwierig“, erklärte er. Lege man die Haltestelle in Richtung Gartenstraße, habe man bei der Bankfiliale eine Entspannung, ohne weit weg davon zu sein.

Bürgermeister Kiesl antwortete, dass der Anspruch sein müsse, dass die Haltestelle so barrierefrei wie möglich werde. „Wenn wir das nicht hinkriegen, dann können wir auch alles belassen, wie es jetzt ist.“ SPD-Rat Pierre Orthen schilderte, dass er mit der Verlegung in Richtung Rathaus gut leben könne. Die Frage wäre allerdings, ob man dann eine zusätzliche Ampel brauche, um an der Haltestelle über die Straße zu kommen.

Alexandra Hackl-Hieber, Gemeinderätin der Freien Wählergemeinschaft (FWG), vermutete, dass eine zusätzliche Ampel an dieser Stelle nichts bringt. „Macht das Sinn?“, fragte sie. Meist würden die Leute hinter dem Bus doch sowieso einfach über die Straße gehen. Sie bezweifle, dass jemand bis zur nächsten Ampel laufe. Zum Ende der Debatte holte Bürgermeister Kiesl ein Stimmungsbild ein. Sechs Räte sprachen sich für eine Haltestelle beim Rathaus aus, zwei lehnten diese kategorisch ab. Der Rest zeigte sich noch unentschlossen. „Dieses Stimmungsbild nehmen wir nun mit in die Gespräche mit dem Landratsamt“, so Kiesl.

Bekommt Leutenbach vor dem Rathaus eine barrierefreie Bushaltestelle? Vor der Kreissparkasse kommt es immer wieder zu gefährlichen und unübersichtlichen Situationen für Fußgänger. Grund dafür sind Einfahrten, Parkplätze und die Bushaltestelle. Sowohl in Richtung Nellmersbach/Weiler zum Stein als auch in Fahrtrichtung Winnenden könnte ein Buskap entstehen. Für Autofahrer würde das bedeuten, dass sie hinter dem Bus warten müssen, wenn dieser an der Haltestelle steht. Es wäre ein Signal, dass

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