Leutenbach

Längst nicht auf ewig vergessen

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Heimatmuseum
Stück für Stück wird die Sammlung des Leutenbacher Heimatmuseums ergänzt. Vor einem Jahr wurde die Weberei eröffnet. Elisabeth Nieratka und Franz Herrschlein halten eine Hechel in der Hand, durch welche früher Flachs gezogen wurde, um ihn weiter verarbeiten zu können. © Büttner / ZVW
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Das Grammofon wurde aufwendig restauriert und ist seither Teil der Ausstellung. © Büttner / ZVW
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Wofür wurde dieser Löffel benutzt? Das Heimatmuseum bittet um Rat und Tipps hierzu. © Büttner / ZVW
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Den Inhalt will heute keiner mehr essen. Der Aufdruck erinnert an eine fast schon vergessene Zeit. © Büttner / ZVW
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Ein stumpfer Bleistift? Kein Problem. Mit dem Gerät wurden früher Stifte angespitzt. © Büttner / ZVW
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Ein Schneideröfchen ist jetzt Teil der Ausstellung. © Büttner / ZVW
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Eine Schrift, die heute nicht mehr jeder lesen kann. © Büttner / ZVW

Leutenbach-Weiler zum Stein. Das Schneideröfchen ist einer der Neuzugänge im Leutenbacher Heimatmuseum. Es ist ein Geschenk aus dem Ort und steht noch keine zwei Wochen im Ausstellungsraum. Doch damit nicht genug. Weil sie ein Lager geräumt haben, kamen einige fast schon vergessene Stücke zum Vorschein.

Video: Franz Herschelein Vorsitzender von Historischen Verein führt uns durch die Räumlichkeiten des Museum.

Die Mechanik wirkt simpel und faszinierend zugleich. Elisabeth Nieratka drückt einen kleinen Hebel nach unten, und an dem Spielzeug turnt ein Turner Runde um Runde an der Reckstange vor. Das Spielzeug, das aus Holz und Metall gefertigt wurde, gehört längst dem Heimatmuseum Leutenbach, das der Historische Verein betreibt, aber es ist in Vergessenheit geraten. Lange war das Spielzeug wie allerlei andere Dinge auf einem Speicher deponiert gewesen. Da sich das Lager in einem anderen, entfernten Gebäude im Ort befand, hat der Verein das Lager nun geräumt. Dabei kamen auch Utensilien einer Krankenschwester zum Vorschein: zwei Alu-Fläschchen. Unten war ein Gummischlauch befestigt und „so haben die Leute früher einen Einlauf erhalten“, sagt Franz Herrschlein und lacht. Jetzt müssen sich die Ehrenamtlichen vom Historischen Verein erst noch einen Überblick verschaffen und entscheiden, was Teil der Ausstellung wird.

So hatte man früher mehrere Eisen im Feuer

Ein anderes besonderes Stück hat es bereits geschafft. Ganz oben im Dachstuhl steht im Schneiderstübchen nun zwischen einer alten Nähmaschine und einer Strickmaschine ein kleines Schneideröfchen von 1900. „Als ich den Anruf erhielt, konnte ich mir erst einmal gar nichts drunter vorstellen“, sagt Franz Herrschlein, der Vorsitzender des Historischen Vereins ist. Heute ist er ganz begeistert von dem Öfchen, das etwa 80 Zentimeter hoch ist. Er öffnet eine kleine Luke. „Hier wurde mit Holz oder Kohle geheizt“, sagt er. Außen hingen die Bügeleisen des Schneiders dran. Sobald die Eisensohle heiß war, hat er es abgenommen und konnte damit bügeln. War die Wärme verflogen, hat er den Griff gelöst und am nächsten Eisen angebracht. „Daher kommt der Spruch ‘Mehrere Eisen im Feuer haben‘“, weiß Franz Herrschlein und lächelt.

Ein anderer Gegenstand bereitet den Mitgliedern schon seit rund fünf Jahren Kopfschmerzen, so lange ist er schon im Besitz des Museums. Die Rede ist von einem großen rund 50 Zentimeter langen Holzlöffel. „Keine Ahnung, wofür der mal verwendet wurde“, sagt Elisabeth Nieratka, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Er ist mit lauter Löchern versehen. Franz Herrschlein holt bei jeder Gelegenheit den Löffel hervor und fragt in die Runde, aber niemand wusste bisher einen Rat. Er selbst vermutet, dass es aus der Landwirtschaft stammen könnte.

Rund 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche zählt das Leutenbacher Heimatmuseum heute. Gerade ist der Verein besonders auf der Suche nach alten Bildern von Leutenbach, die das Geschehen im Ort dokumentieren. Vor einem Jahr wurde die Weberei eröffnet. Im Haus befinden sich aber auch eine Sattlerei, eine Schusterei und eine alte Schmiede – alles Spenden von Bürgern und im Museum so hergerichtet, als würde dort noch gearbeitet werden. „Das ist uns wichtig“, sagt Franz Herrschlein.

Nichts soll doppelt und dreifach gezeigt werden. Lieber verschwindet dann eine Sache wieder für einige Zeit im Lager, um dann wieder entdeckt zu werden. „Haben Sie so was schon mal gesehen?“, fragt er und zieht in der Sattlerei eine Schablone hervor. Danach hat man früher Fäustlinge für den Winter angefertigt.

Wer weiß Rat?

Wer das Rätsel um den Holzlöffel (Bild) lüften kann, wendet sich an Franz Herrschlein, ) 07195/8389. Der Verein ist über jeden Hinweis dankbar.

Das Heimatmuseum im Ortsteil Weiler zum Stein, Friedhofstraße 32, hat jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.