Leutenbach

Leutenbach: Ferienspaß für Familien im Landschaftspark Höllachaue

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Man muss schon genau hinschauen wie hier Büchereimitarbeiterin Isabel Fischer. © Uwe Speiser

Das Wassertretbecken im Landschaftspark Höllachaue ist zurzeit leer. Der Grund steht auf einem Zettel dort: Der Grundwasserspiegel ist wegen der anhaltenden Trockenheit so abgesunken, dass die Pumpe fürs Becken kein Wasser mehr liefert. Schade, denn vor allem in den Sommerferien ist das Angebot für Kinder und Familien eine Art Alternativ-Freibad – Leutenbach hat ja kein reguläres – auch wenn das natürlich nicht der eigentliche Zweck einer Kneipp-Anlage ist (sein sollte).

Dafür springt der (temporäre) „Bilderbuchpfad“ mit dem Titel „Ein Krokodil im Badesee?“, wenn man so will, in die Bresche, eine charmante, gemeinsame Idee der Ortsbücherei und des nahen Naturkindergartens (der derzeit auch Ferien hat). Um es gleich zu sagen: Ein Krokodil, soweit bekannt, hat Leutenbach nicht, auch keinen Badesee. Aus der Idee für Letzten von Bürgermeister Jürgen Kiesl im Zusammenhang mit der Bewerbung für eine Landesgartenschau ist bekanntlich nichts geworden. Wobei die einen ohnehin an deren Ernsthaftigkeit so ihre Zweifel hatten, und die anderen sagten „Gott sei Dank“.

Im Prinzip ist es eine Neuauflage des Bilderbuchpfads aus der Zeit der coronabedingten Kontaktbeschränkungen und Schließungen, um etwas „Open Air“, im Freien, den Kindern und Familien als Ersatz zu bieten, und damals im Winter auch bereits im Landschaftspark, mit einer passenden Wintergeschichte, die sich um ein nüssesammelndes Eichhörnchen drehte. „Wir wollten Lust auf Lesen machen und das mit Bewegung verbinden“, erläutert Büchereimitarbeiterin Isabel Fischer, die sich das Ganze ausgedacht hat. Das sei damals sehr gut angenommen worden, sie hätten viele positive Rückmeldungen bekommen. Deshalb sei die Idee entstanden, das nun, im Sommer, zu wiederholen.

Die Stationen sind Szenen aus dem Buch von Karin Gruß und Dorota Wünsche

Auch die Neuauflage sei eine Wimmelrätselgeschichte, erläutert Ursula Lauer bei einem Rundgang vor Ort. Die Vorlage kommt von Karin Gruß und Dorota Wünsche, die sich die Geschichte ausgedacht und daraus ein Bilderbuch für Kinder gemacht haben. Der Verlag, in dem es erscheint, hat erlaubt, die Seiten für den Pfad, sozusagen als Stationen auf diesem zu verwenden, ihn damit zu gestalten.

Der Start liegt zwischen dem Wassertretbecken und dem Wasserspiel, man könnte auch wohlgesonnen sagen Wasserfällchen. Das Ziel ist nahe dem Naturkindergarten, vielleicht schaut der/die eine oder andere ja mal neugierig dort noch hinüber. Das Buch mit dem Knaller-Titel – den man sich bei mancher Boulevardzeitung auch gut als auflagetreibende Schlagzeile vorstellen könnte – hat zwölf Seiten, alles bunte, lebendige Szenen, ist also überschaubar, der Pfad damit ebenso viele Tafeln, und ist damit machbar auch mit kleinen Kindern.

Der Plot: Ständig geht irgendjemandem irgendetwas verloren

Die Geschichte, ohne zu viel vorab zu verraten: Im und am Badesee, wo auch immer der liegt, passieren dauernd „komische Sachen“, ständig geht irgendjemandem irgendwas verloren. Was eben noch da war (auf der vorherigen Seite), ist auf einmal weg. Die „Aufgabe“ ist nun, herauszubekommen, was, genauer wer, hinter all dem steckt. Der besondere Reiz: Alles ist gereimt, die Geschichte wird also in Versen erzählt. Das Motto erinnert ein bisschen an ein Lied von Reinhard Mey: „Der Mörder ist immer der Gärtner.“ Gut, so weit geht es in der Geschichte nicht, niemand wird dort gemeuchelt, aber der Verdacht fällt immer auf jemanden Bestimmten. Zu Unrecht, wie sich am Ende herausstellt.

Geeignet für Kinder ab drei Jahren

Die Eltern sollen jeweils die Seiten vorlesen. Isabel Fischer geht davon aus, dass die Geschichte für Kinder schon ab drei Jahren geeignet ist. Zehnjährige dürften sich mit ihr vielleicht bereits etwas langweilen, meint sie, aber das komme eben auch auf die Konstellation an, wer also alles bei der gemeinsamen Spurensuche dabei ist. Man muss schon genau hinschauen, um das Rätsel zu lösen, zumal man auch etwas in die Irre geführt wird. Das Krokodil aus dem Titel der Geschichte taucht immer wieder mal auf, verbreitet Angst und Schrecken, Panik unter den Badegästen. Aber ... nein, das wird nicht verraten, da wäre ja die ganze Spannung schon weg. Die kleinen Detektive sollen sich mal ein bisschen anstrengen.

Wie ist die Resonanz bisher auf das Angebot, das seit Beginn der Sommerferien und noch bis zu deren Ende läuft? Also es kämen offensichtlich nicht nur Leser aus der Bücherei wegen ihr her, berichtet Isabel Fischer. Die Aktion habe sich mittlerweile rumgesprochen. Sie haben in den Kitas Plakate aufgehängt, Werbung gemacht auch auf der Homepage, auf Instagram und im Amtsblatt.

Der Pfad ist nicht die einzige Attraktion dort

Der Pfad erstreckt sich über den Großteil des Landschaftsparks, vor allem über dessen Sportangebote. Die und auch die eher „ruhigen“ Dinge, wie der Holzsteg durch das Feuchtbiotop oder die Hochzeitswiese, machen ihn zum idealen Ausflugsziel für Familien – findet nicht nur Isabel Fischer. Als Standort für so einen Wimmelrätselpfad ist das weitläufige Areal, das auch Schatten und kühlendes Nass bietet, wie geschaffen. Selbst ohne Badesee und Krokodil.

Das Wassertretbecken im Landschaftspark Höllachaue ist zurzeit leer. Der Grund steht auf einem Zettel dort: Der Grundwasserspiegel ist wegen der anhaltenden Trockenheit so abgesunken, dass die Pumpe fürs Becken kein Wasser mehr liefert. Schade, denn vor allem in den Sommerferien ist das Angebot für Kinder und Familien eine Art Alternativ-Freibad – Leutenbach hat ja kein reguläres – auch wenn das natürlich nicht der eigentliche Zweck einer Kneipp-Anlage ist (sein sollte).

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