Leutenbach

Leutenbach: In Weiler zum Stein wird aus einer Kirche ein Kindergarten

KigaBirkachweg
Bauamtsleiter Johannes Kocher (l.) erläutert Bürgermeister Jürgen Kiesl die Pläne. Für Hauptamtsleiter Jakob Schröder (r.), sind vor allem die zusätzlichen Betreuungsplätze wichtig. © Gaby Schneider

Ein „Bürgerzentrum“ für den Weiler zum Stein hätte es auch werden können, die Anregung kam aus der Bürgerschaft und er wäre dafür auch durchaus aufgeschlossen gewesen, so Bürgermeister Jürgen Kiesl beim Pressetermin vor Ort. Aber dann sei den Amtsleitern eben aufgefallen, dass das Gebäude (und die Lage) der neuapostolischen Kirche am Birkachweg doch ideal wäre, nach einem entsprechenden Umbau, für einen Kindergarten und damit für dringend benötigte weitere Betreuungsplätze.

Die Hoffnung, dass auch die Kirchengemeinde für die Idee, das Gebäude so nachzunutzen, aufgeschlossen ist, habe sich erfüllt. Sie sei beim Preis sehr kulant gewesen, der bürgerlichen Gemeinde entgegengekommen und natürlich auch bei ihrer Bereitschaft, dass der Kirchbau künftig weltlichen Zwecken dient, was bei der Übergabe auch förmlich besiegelt wurde.

Gemeinde investiert knapp 1,2 Millionen Euro

Aber auch ein bisschen schade sei es, es sei ja nach Nellmersbach bereits die zweite neuapostolische Kirche, die aufgegeben wird, und generell seien Kirchen immer auch Wahrzeichen eines Ortes, so Kiesl. Zumal die markante Kirchturmspitze aus Kostengründen nicht erhalten werde. Die Gemeinde investiert knapp 1,2 Millionen Euro in den Umbau, inklusive kompletter Ausstattung und Außenanlage, erhält dazu fast 50.000 Euro Förderung. Für zwei Gruppen, die dort künftig betreut werden, sei das im Vergleich zu den Kosten für einen Neubau günstig, zumal das Gebäude auch energieeffizient sein werde, so Kiesl.

Aufteilung der Räume ist perfekt für die beiden geplanten Gruppen

„Umbau“ ist allerdings fast untertrieben, es ist nämlich ähnlich wie bei der Rems-Murr-Halle mehr eine Kernsanierung, alles kommt raus, fast nur noch die Grundmauern bleiben stehen. Was aber nichts daran ändere, dass die Aufteilung der Räume geradezu perfekt sei für Gruppenräume eines Kindergartens, daran also gar nichts geändert werden müsse, betont Bauamtsleiter Johannes Kocher.

Zu den idealen Bedingungen gehört auch die Zweigeschossigkeit des Gebäudes. Ins Erdgeschoss kommen die U-3-Kinder, also die Krippe samt Schlafraum, ins Obergeschoss der Ü-3-Nachwuchs. Der Raum im EG ist allerdings deutlich höher, als es normalerweise Kita-Räume sind. Es braucht also eine akustische Abdeckung, um den Hall zu verringern. „Ist ja klar, Kinder sind von der Lautstärke halt schon noch mal anders als ein Pfarrer und auch als ein Kirchenchor“, meint Kiesl launig.

Bedarf auch durch das Neubaugebiet Schafäcker

Es entstehen insgesamt 35 Plätze, zehn für U 3, 25 für Ü 3. Der zusätzliche Bedarf an Betreuungsplätzen entsteht nicht zuletzt durch das Neubaugebiet Schafäcker am anderen Ortsrand. Man sei mit dem Angebot in Weiler zum Stein schon seit ein paar Jahren am Limit, erläutert Hauptamtsleiter Jakob Schröder und verweist darauf, dass der 21er-Jahrgang im Ort 20 Kinder habe. Er versichert auf Nachfrage, dass die beiden bestehenden Kindergärten an der Fröbelstraße und im Hummerholz selbstverständlich erhalten bleiben, man brauche ja zusätzliche Plätze.

Bauzeit bis Ende Juli, Inbetriebnahme hängt auch von Personal ab

Kocher geht von einer Bauzeit bis Ende Juli aus. Was entweder darauf hinausläuft, dass der neue Kindergarten (was wohl wahrscheinlicher sein dürfte) zu Beginn des nächsten Kindergartenjahres in Betrieb geht, oder, die Hoffnung hat Schröder durchaus, noch im laufenden Kindergartenjahr. Das werde aber nicht zuletzt davon abhängen, ob man dann auch das Personal dafür habe, betont er, was keineswegs als Scherz gemeint ist.

Noch etwas „passt“: Gleich nebendran wird der ebenfalls neue Naturkindergarten seinen Standort haben, mit weiteren 20 Betreuungsplätzen. Platz gibt es reichlich, nicht nur für die Außenanlagen, die man damit nicht „doppelt bauen“ müsse, so Kocher, sondern auch für Stellplätze der Erzieherinnen und Eltern, die ihre Kinder bringen und abholen. Da werde auch Platz sein für Bobbycar-Rennen und es gebe noch Erweiterungspotenzial. Schröder sieht außerdem durch das Nebeneinander der beiden Einrichtungen Kooperationsmöglichkeiten.

Gleich gegenüber liegen ein Spielplatz und der Biergarten

Je mehr der Blick umherschweift, umso mehr passt ebenfalls ins Bild. Gleich gegenüber ist ein weitläufiger Spielplatz. Es sind nur ein paar Schritte ins Grüne. Dass der Biergarten ebenfalls ganz nahe liegt, ist vielleicht nicht unbedingt für die Kinder wichtig.

Das Gebäude liegt unten am Hang. Oben, an der Kante, verläuft die Straße von und zum Heidenhof. Für die Kurve über dem künftigen Kindergarten muss nun eigens eine Leitplanke installiert werden, das übernimmt vorweg die Gemeinde. Das Kindergartengelände wird zwar eingezäunt, aber wenn in der Kurve einer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren sollte, würde auch ein Zaun das nicht aufhalten. Das Szenario, dass so ein Blechvehikel in den Garten „purzelt“, während sich dort Kinder aufhalten, mag sich lieber niemand auch nur ausmalen. Es ist aber noch gar nicht so lange her, dass einige Meter weiter ortsauswärts tatsächlich ein Auto von der Straße abgekommen ist.

Die Hanglage hat aber auch einen Vorteil: Es braucht für die geforderte Barrierefreiheit keinen Aufzug im Gebäude, Rollstuhlfahrer können über eine Rampe, die am beziehungsweise ums Gebäude herumführt, ins Obergeschoss gelangen.

Ein „Bürgerzentrum“ für den Weiler zum Stein hätte es auch werden können, die Anregung kam aus der Bürgerschaft und er wäre dafür auch durchaus aufgeschlossen gewesen, so Bürgermeister Jürgen Kiesl beim Pressetermin vor Ort. Aber dann sei den Amtsleitern eben aufgefallen, dass das Gebäude (und die Lage) der neuapostolischen Kirche am Birkachweg doch ideal wäre, nach einem entsprechenden Umbau, für einen Kindergarten und damit für dringend benötigte weitere Betreuungsplätze.

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