Leutenbach

Leutenbach macht mit beim "Dorffunk" und stellt Digitalisierungsstrategie vor

digitale infotafel
Karlsruhe leistet sich eine digitale Infotafel für seinen Hauptfriedhof. © Roland Fraenkle

Die Gemeinde will digitaler werden. Dass sie digitaler werden soll, das haben ihr die Bürger bei einer Umfrage im vergangenen Winter deutlich gesagt. Tenor war damals, dass da noch ziemlich Luft nach oben ist. Vier „Bausteine“ nimmt sich die Gemeinde im Rahmen des Projekts „Digitalisierung und Heimat“ konkret vor.

Ein digitaler Schaukasten soll an einem möglichst belebten Standort installiert werden. Aktuelle Informationen sollen so in Echtzeit, so schnell wie möglich, mit diesem bekanntgemacht werden. Zum anderen können über ihn Informationen über die Gemeinde direkt abgerufen werden. Auch Dritte (insbesondere Vereine) sollen dort Informationen einstellen können. Als Standort kommt vor allem der Löwenplatz gegenüber dem Rathaus infrage.

Frauenhofer-Institut hat App entwickelt

Zweitens soll eine digitale Plattform entwickelt werden, über die sich Bürger, Vereine, Betriebe und Gemeindeverwaltung vernetzen können. Die Gemeinde wird dabei voraussichtlich die vom Fraunhofer-Institut entwickelte App „Dorffunk“ nutzen, dazu ihre Homepage neu aufsetzen und mit der App vernetzen. Angedacht ist auf der ein Leutenbach-Bereich, in dem ebenfalls in Echtzeit Infos über die Gemeinde (inklusive Push-Funktion) eingestellt werden können. Die App soll mit weiteren Modulen wie zum Beispiel einer Tauschbörse erweiterbar sein. Damit können aktuelle Nachrichten und Infos direkt auf die Smartphones der App-Nutzer gesendet werden.

Plattform nutzen bundesweit bereits rund 50 Kommunen

Diese Plattform wird bundesweit von rund 50 Kommunen eingesetzt. Auf ihr gibt es laut Verwaltung keine kommerzielle Werbung und der Standard beim Datenschutz sei hoch. Es wird also keine eigenständige „Leutenbach-App“ sein. Die Verwaltung verweist darauf, dass eine solche mit hohen Kosten verbunden wäre und deshalb nur große Metropolstädte wie etwa Stuttgart eigene Apps hätten. Übliche Gemeinde- und Stadtapps seien deshalb in der Regel, so wie für Leutenbach vorgesehen, Plattform-Apps, die „im möglichen Rahmen“ auf die Wünsche der jeweiligen Kommune angepasst würden.

Imagefilm mit Drohnenaufnahmen

Drittens soll es einen professionellen Imagefilm (Dauer etwa drei Minuten) über die Gemeinde geben, mit Videos von Drohnen, also auch Luftaufnahmen, um Leutenbach aus einem ungewohnten Blickwinkel zu präsentieren. Der Imagefilm soll auf der Homepage der Gemeinde eingestellt werden, um etwa als Grußwort bei Veranstaltungen oder zur Vorstellung von Leutenbach außerhalb genutzt zu werden. Aus Sicht der Verwaltung spricht auch dafür, dass man damit sozusagen ein Dokument der Ortsgeschichte bekäme.

Viertens ist eine „Sichtbarkeitsoffensive“ vorgesehen in den sozialen Medien, allerdings kein eigener Auftritt der Gemeinde dort. Die Verwaltung begründet den Verzicht darauf vor allem damit, dass eine solche Präsenz, wenn sie attraktiv sein solle, von regelmäßiger, unverzüglicher „und besonders ungefilterter“ Kommunikation lebe. Dafür seien die Vorlauf-, Vorbereitungs- und „Freigabe“-Zeiten bei ihr aber zu lange. Die Verwaltung führt auch die geplante App an, die oft gefragte Pushfunktion könne und solle durch diese abgedeckt werden. Auch die Kommunikation mit ihr oder unter den App-Nutzern sei möglich.

Die Social-Media-Kanäle sollen „anlassbezogen“ genutzt werden, vor allem zum Kampagnenstart von App und Imagefilm solle die Gemeinde dort Werbung für sich machen, mit dem Ziel, Nutzer etwa von Facebook, Instagram und Youtube dazu zu bringen, die App zu installieren, so die Verwaltung. Im Visier sind vor allem junge Nutzer von Social Media, die mittlerweile kaum noch über das Amtsblatt oder die Zeitung erreicht werden können. Die Idee ist, mit einem (digitalen) „Vermarkungspaket“ auf die entsprechenden Kanäle zu gehen.

Kiesl: Visualisierung weckt leichter Emotionen als Gedrucktes

In der Aussprache des Gemeinderats zu diesen vier Projekten ging es vor allem um den geplanten Imagefilm, an dessen Sinn und Nutzen einige Bürgervertreter ihre Zweifel haben. Der Begriff sei vielleicht etwas irreführend, es gehe eher um eine Präsentation, hielt Bürgermeister Jürgen Kiesl entgegen: „Wir können damit zeigen, wofür wir stehen, was wir anbieten, nicht darum, wie toll wir sind. Es wäre eine erste Näherung für Auswärtige, die sich dafür interessieren, hierher zu ziehen.“ Auch die Gemeinschaftsschule und die einheimische Firma Kaysser hätten solche Filme. Die Wirkung einer Visualisierung, die leichter Emotionen wecke als Gedrucktes, sei nicht zu unterschätzen. Der Film könne in der Tat als „Öffner“ wirken und bei vielerlei Gelegenheiten eingesetzt werden, so Dr. Astrid Loff, Junge Liste Leutenbach.

Die Mehrheit ist dafür, dass Leutenbach sich so präsentiert

Der digitale Schaukasten, die neue Homepage samt App und die Präsenz auf Social Media zu bestimmten Gelegenheiten wurden schließlich einstimmig beschlossen, zum Imagefilm gab es elf Jastimmen und vier Neinstimmen, also immerhin eine deutliche Mehrheit ist dafür, dass Leutenbach sich auch in dieser Form präsentiert.

Die Gemeinde will digitaler werden. Dass sie digitaler werden soll, das haben ihr die Bürger bei einer Umfrage im vergangenen Winter deutlich gesagt. Tenor war damals, dass da noch ziemlich Luft nach oben ist. Vier „Bausteine“ nimmt sich die Gemeinde im Rahmen des Projekts „Digitalisierung und Heimat“ konkret vor.

Ein digitaler Schaukasten soll an einem möglichst belebten Standort installiert werden. Aktuelle Informationen sollen so in Echtzeit, so schnell wie möglich, mit diesem

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