Leutenbach

Leutenbach: Parkverbot an der Hauptstraße?

Parken OD Leutenbach
Hier stehen Autos halb auf dem Gehweg, im weiteren Verlauf ortsauswärts ganz auf der Straße und bremsen so andere ab. © Gabriel Habermann

„Daher möchten wir konkret die Ausweisung einer Parkverbotszone in diesem Bereich in Betracht ziehen.“ Die SPD formuliert vorsichtig, Ärger mit Anwohnern wäre vorprogrammiert. Es geht um die Hauptstraße, die Ortsdurchfahrt im Abschnitt nach dem Rathaus, Richtung Weiler zum Stein. Ein Straßenzug, der, wie der Name schon nahelegt, vielbefahren ist und an dem gleichzeitig nicht wenige Menschen leben.

Dort beobachtet die SPD, wie Fraktionssprecher Pierre Orthen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in seiner Haushaltsrede ausführte, dass zuletzt die Zahl der (auf der Straße) parkenden Fahrzeuge sehr stark angewachsen sei. Um dessen „Herr zu werden“, wie die SPD sagt, solle ein „Parkraumkonzept“ erarbeitet werden. Denn Verkehrsberuhigung sei ein wichtiges Ziel, bei der die Gemeinde nicht mit der Einführung von Tempo 30 in den Ortsdurchfahrten, die auch die SPD „außerordentlich“ begrüße, stehenbleiben dürfe. Es sei „äußerst wichtig“, weitere Maßnahmen zur Lärm- und Verkehrsverringerung „zu diskutieren“.

Die SPD mahnt außerdem die ausstehende Sanierung der Hauptstraße an. Weitere Aufgaben seien der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen, die Erweiterung des Naturkindergartens, die Schaffung weiterer Kita-Plätze in der umgebauten neuapostolischen Kirche in Weiler zum Stein und der Ausbau der Flutlichtanlage am Sportplatz im Ort.

ALi fordert, dass sich die Situation auch für Fußgänger und Radler bessern muss

Auch die Alternative und Grüne Liste thematisiert die Situation in der Hauptstraße. Sie lobt den geplanten barrierefreien Umbau von Bushaltestellen, stellt aber ihr Ja zur Verlegung der bisherigen Haltestelle vor der Sparkasse zum Rathaus unter den Vorbehalt, dass sich dadurch die Situation für alle Verkehrsteilnehmer und auch die Aufenthaltsqualität dort deutlich verbessern müsse. Insbesondere auf die zunehmende Anzahl von Fahrradfahrern müsse bei der Planung geachtet werden. „Eine Verlegung der Bushaltestelle, um lediglich neue Parkplätze zu schaffen, findet bei uns keine Zustimmung“, mahnte Marcus Lenz.

Die Fraktion begrüßt, dass dem überfälligen Bau des Radwegs zwischen Nellmersbach und Erbstetten (genauer dem Lückenschluss) an der Kreisstraße laut Landratsamt (Landkreis ist Bauherr) nichts mehr im Wege stehe, und „ermutigt“ die Verwaltung, sich weiterhin für eine baldige Umsetzung einzusetzen. Anders dagegen im Fall der ebenfalls sei langem geplanten Buchenbachüberquerung zwischen Leutenbach und Weiler zum Stein für landwirtschaftliche Fahrzeuge: Dass sich die weiter verzögere, ist der Fraktion recht, weil sie das Projekt ohnehin ablehnt. Unter dem Stichwort Artenschutz fordert sie erneut, Leutenbach solle „pestizidfreie“ Kommune werden.

Sie drängt auf den Umbau der Begegnungsstätte in Nellmersbach, der Saal dort solle schnellstmöglich renoviert werden, der Raum werde für Kurse der Volkshochschule und als Treffpunkt gebraucht, weil bis zur Realisierung einer neu gestalteten Ortsmitte noch Jahre vergingen. Hinter die Überlegungen der Verwaltung dazu setzt die Fraktion allerdings Fragezeichen: Sei es notwendig, einen intakten Kindergarten (den am Schwalbenweg) dorthin zu verlegen? Werde das Lärmproblem des Kunstrasenplatzes nur verschoben (durch den ins Auge gefassten Neubau an anderer Stelle, weiter weg von der Wohnbebauung)?

Die CDU-Fraktion sieht bei der Diskussion und noch offenen Entscheidung darüber, ob die barrierefreie Bushaltestelle vor der Sparkasse bleiben oder vors Rathaus umziehen soll, offenbar beides als gleich notwendig an: die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und die Schaffung von Parkraum in diesem Bereich. Allerdings ergänzte Karl-Heinz Lämmle nur, dass die Parksituation an einigen Stellen im Ortskern nicht gut sei, nicht dagegen, dass das auch für die Sicherheit von Fußgängern und Radlern gilt. Die Fraktion will, dass Anregungen und Ideen von Bürgern in die Planung miteinfließen. Bei den Überlegungen für die „neue“ Nellmersbacher Ortsmitte drängt sie auf Tempo, insbesondere bei der Verlegung des Kunstrasenplatzes. Sie regt an, bei der Ausweisung künftiger Baugebiete Geschosswohnungsbau zu bevorzugen.

Die Junge Liste Leutenbach lobt die Investitionen für den Nachwuchs (neue Kita, Modernisierung von Spielplätzen, Sanierung des Kunstrasenplatzes in Leutenbach), Infrastruktur (Kanal- und Straßensanierungen), den größten Einzelposten (1,1 Millionen Euro für den Neubau eines Fünffamilienhauses mit Mietwohnungen an der Bahnhofstraße in Nellmersbach) und Rückstellungen von einer Million Euro jährlich für Grundstückserwerb, weil damit die Gemeinde dem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gegensteuere.

FWG: Bustakt ändern für den Anschluss an die S-Bahn

Die FWG sieht positiv, dass die Steuern (die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer) nicht erhöht werden, weil Familien und Betriebe durch die Pandemie stark belastet seien, trägt die Erhöhung der Wassergebühren mit, weil die Versorgungssicherheit durch das neue Konzept, den Anschluss an die NOW, erhöht werde. Allerdings warnte Fraktionssprecher Erwin Schmidt mit Blick auf die steigende Verschuldung, Steuererhöhungen würden kommen. Die FWG sieht in der angekündigten Abschaltung des Drehfunkfeuers bei Affalterbach die Chance, den Standort Hörnle beim Stöckenhof im Leutenbacher Gemeindewald für eine Windkraftanlage wieder ins Gespräch zu bringen.

Sie regt Verbesserungen beim ÖPNV an, dass morgens und abends zu den Hauptverkehrszeiten die Buslinie 334 nach Leutenbach und Weiler zum Stein im Viertelstundentakt fährt, wobei die Buslinie 456 von und nach Marbach entsprechend getaktet unterstützen könnte. Übergangsweise würde auch eine Zeitverschiebung der Linie 335 um 15 Minuten zumindest für den Teilort Leutenbach die viertelstündige Anbindung an den S-Bahn-Takt nach Stuttgart ermöglichen – ohne zusätzliche Fahrten und damit Kosten, so die FWG. Sie fordert erneut mehr örtliche Ladesäulen für Elektroautos, über die bestehende am Löwenplatz hinaus.

Der Gemeinderat hat den Haushaltsplan schließlich einstimmig beschlossen.

„Daher möchten wir konkret die Ausweisung einer Parkverbotszone in diesem Bereich in Betracht ziehen.“ Die SPD formuliert vorsichtig, Ärger mit Anwohnern wäre vorprogrammiert. Es geht um die Hauptstraße, die Ortsdurchfahrt im Abschnitt nach dem Rathaus, Richtung Weiler zum Stein. Ein Straßenzug, der, wie der Name schon nahelegt, vielbefahren ist und an dem gleichzeitig nicht wenige Menschen leben.

Dort beobachtet die SPD, wie Fraktionssprecher Pierre Orthen in der jüngsten Sitzung des

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