Leutenbach

Mini-Markthalle in Nellmersbach: Das Angebot wird langsam größer

Freybauern
Conny Bohn hinterm Tresen der Freybauern-Mini-Markthalle in Leutenbach-Nellmersbach. © Gabriel Habermann

Welcher Laden hat im Vorjahr in Leutenbach aufgemacht, welcher zu? Offenbar ist „das Wiesle gemäht“, wie man im Schwäbischen so schön sagt: Jeder Teilort ist mit Supermarkt und/oder Discounter versorgt, Leutenbach hat gar das große Mildenberger-Brothaus und ein Bäckerei-Café von Maurer. Zugemacht hat niemand, aufgemacht immerhin ein Geschäft.

Gemeinde und ihr Bürgermeister warten auf die Zusage eines Metzgers

Der langgehegte Wunsch, dass ein Metzger sich bereiterkläre, im Neubau der Baugenossenschaft Winnenden am Löwenplatz dereinst eine Filiale zu eröffnen, hat sich auch 2022 nicht erfüllt. Mit dem Bau des Wohn- und Geschäftshauses wurde folgerichtig auch noch nicht begonnen. Die Hoffnung darf man – und vor allem Bürgermeister Jürgen Kiesl – also weiterhin haben.

Immerhin wird es 2023 Bewegung am Löwenplatz geben, die Bücherei zieht in die leerstehende ehemalige Schleckerfiliale ein und macht Büroräume für die Verwaltung im Rathaus frei.

Ziemlich überraschend kam im Oktober 2022 jedoch in Nellmersbach wieder Leben in die ehemalige Bäckerei an der Bahnhofstraße 26. Nach etwa einem Jahr Leerstand eröffneten die Freybauern aus Burgstetten Backstube und Ladengeschäft neu – ohne innen optisch groß etwas zu verändern. Die beigen Fliesen an den Wänden und die dunkelbraunen auf dem Boden verströmen Retro-Charme, zu dem die Bargeldkasse in einer abschließbaren Metall-Kassette absolut passt.

Kinder können hier auch allein zum Einkaufen kommen

Conny Bohn, die an diesem Dienstag hinter der Theke bedient, gewinnt Münzen und Scheinen viel Positives ab. Weder Stromausfall noch PC-Absturz jucken, wer einen Beleg möchte, dem füllt sie eine Quittung aus – und für Kinder, die hierher allein zum Einkaufen geschickt werden, ist der kleine Laden ideal zum Bezahlen-Lernen. „Meinen Kopf hält das Rechnen auch fit“, sagt Conny Bohn lachend.

„Wir nehmen uns einfach die Zeit, das ist uns wichtig.“ Fürs Freybauern-Team spricht Wolfgang Klotz: „Wir sind sehr zufrieden, wie sich die Mini-Markthalle angelassen hat. Obwohl wir nur an zwei Tagen in der Woche offen haben. Den Schritt bereuen wir nicht, und wir haben in der kurzen Zeit auch schon treue Kunden, die persönliche Gespräche und Begegnung mit anderen Kunden schätzen.“ Das Team hat gemerkt, dass die Leute dafür auch bereit sind, ihre Einkäufe zu planen.

Zum kleinen Brot-Sortiment gehört derzeit die „Apfelkruste“

„Wir machen lieber ein kleines Sortiment, das aber immer wieder wechselt“, kann sich Klotz auf die Kreativität von Bäckermeister Heinz Stark und Bäckergeselle Michael Kosztovics verlassen. Im Regal liegen an diesem Dienstag zum Beispiel Brotlaibe namens „Apfelkruste“, in denen neben Weizenmehl Kartoffeln und Apfelsaft stecken.

Freitags, wenn es auch den berühmten Hefezopf gibt (Bestellung ist empfehlenswert unter elke.klotz@freybauern.de oder 01 52/54 63 19 40), wollen die Freybauern in naher Zukunft auch Kaffee ausschenken. Außerdem ist eine Warmtheke geplant, die in etwa einem Monat einen besonderen Imbiss parat halten soll: „Noch tüfteln die Bäcker an den Spezialwecken, die dann mehr sein sollen, als dass man keine fettigen Hände bekommt.“ Inhalt: Leberkäse, Fleischküchle und Maultaschen. Geliefert vom jungen Auenwälder Metzger Dennis Harr, der mittlerweile auch mit einem kleinen Sortiment in Nellmersbach vertreten ist: vakuumierte Schwarzwurst, Pfefferbeißer, gerauchte Schinkenstücke, Maultaschen und Dosenwurst zum Beispiel.

Egal, ob’s die Kartoffeln oder Eier vom Micheleshof im Heidenhof sind, der Honig vom Vollerwerbsimker oder der Saft von Streuobstwiesen – „uns ist nicht wichtig, dass unsere Partner das Bio-Label haben, sondern dass wir sehen und wissen, dass sie nachhaltig wirtschaften“. Das ist laut Klotz und wissenschaftlichen Studien konventionellen landwirtschaftlichen Betrieben durchaus möglich.

„Wir als Freybauern pflegen Streuobstwiesen mit 1500 Hochstämmen auf den Markungen Leutenbach, Burgstetten und Althütte. So machen wir aktiv etwas für die Biodiversität auf den Wiesen. Der Verkauf der Produkte dient der Abrundung der Kreislaufwirtschaft“, so Klotz.

Das Lädchen mit den Öffnungszeiten Dienstag und Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr ist aber nicht die einzige Vermarktungsschiene. Einzelne Produkte sind in Supermärkten der Region erhältlich, der Hefezopf zum Beispiel in Reinhardts Edeka beim Winnender Bahnhof, aber auch in Hofläden der Familie Häußermann (Micheleshof im Heidenhof und Hofladen in Winnenden-Höfen), aber gerade gegenüber Supermärkten und Discountern treten die Freybauern selbstbewusst auf: „Die vergleichbare Qualität ist dort nicht billiger als bei uns“, widerspricht Wolfgang Klotz einer gängigen Annahme.

Der Liter Bio-Saft koste 1,40 Euro, der hervorragende Bittenfelder Demeter-Käse fünf bis sieben Euro das Kilo.

Welcher Laden hat im Vorjahr in Leutenbach aufgemacht, welcher zu? Offenbar ist „das Wiesle gemäht“, wie man im Schwäbischen so schön sagt: Jeder Teilort ist mit Supermarkt und/oder Discounter versorgt, Leutenbach hat gar das große Mildenberger-Brothaus und ein Bäckerei-Café von Maurer. Zugemacht hat niemand, aufgemacht immerhin ein Geschäft.

{element}

Gemeinde und ihr Bürgermeister warten auf die Zusage eines Metzgers

Der langgehegte Wunsch, dass ein Metzger sich

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper