Leutenbach

Nach Wasserschaden in Kindergarten in Leutenbach: Räume noch immer nicht saniert

Wasserschaden Kindergarten
Pfarrerin Susanne Blatt (l.) und Jana Geiger-Ott von der Verwaltung in dem bis aufs Mauerwerk abgetragenen Kindergarten. © Alexandra Palmizi

Über ein halbes Jahr ist das Unwetter mittlerweile her, das auch am Kindergarten der Gemeinde an der Theodor-Heuss-Straße, einer Außenstelle des Kinderhauses Mühlefeld, Schaden anrichtete. Einen, der so erheblich ist, dass die Räume immer noch nicht saniert sind, der Kindergarten nach wie vor nebenan, sonst die Jugendräume der evangelischen Kirchengemeinde, provisorisch untergebracht ist. Schon im Herbst gab es vereinzelt Unmut, wie lange das Ganze dauert, nun ist auch noch die Zusage, dass die Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein werden und der Kindergarten wieder zurückziehen kann, hinfällig.

Frage an die Verantwortlichen: Was ist da los? Pfarrerin Susanne Blatt, als Vertreterin des Vermieters, verweist zunächst ausholend auf die Heftigkeit des Gewitters, das damals abends von Westen herzog und sich ausgerechnet Leutenbach als Schwerpunkt aussuchte, um Unheil anzurichten. Hartmut Hammer vom Bauausschuss des Kirchengemeinderats ergänzt, dass dabei auch die Hanglage des Gebäudes eine Rolle gespielt habe, der Straßenkanal vollgelaufen gewesen sei, das Wasser von dort zurück ins Gebäude gedrückt habe und das Regenwasser vom Flachdach über die Ablaufrinne über die zentrale Entwässerung abgeführt werden sollte, die aber da „zu“ gewesen sei.

Das sei das akute Problem, das zu lösen sei, so Susanne Blatt. Das Grundsätzliche dahinter sei der Klimawandel, seine Folgen vor Ort, auch in Leutenbach, für die auch dort jeder selbst künftig Lösungen finden müsse, in der Verantwortung stehe. Der Ausschuss, lauter Ehrenamtliche, habe in der Folge extrem viel geholfen, habe mit den Versicherungen, die für die Behebung der Schäden aufkommen müssen, sowie den beauftragten Handwerksfirmen verhandelt, Termine vereinbart und und und.

Das Wasser drückte damals aus den WCs der Kinder raus und verteilte sich im ganzen Untergeschoss des Gebäudes. Erst musste der ganze Schlamm rausgeschafft werden. Das meiste der Ausstattung war so kaputt, dass es neu angeschafft werden muss. Wegen der extremen Feuchtigkeit in den Räumen wurden drei Wochen lang rund um die Uhr Bautrockner eingesetzt. Auch nach einem halben Jahr riecht es aber noch modrig. Dass der Untergrund wieder trocken ist, beziehungsweise wird, sei der erste unerlässliche Schritt, so Hammer. Ungewöhnlicherweise verlaufen die Heizungsrohre im Boden nicht unter dem Estrich, sondern in einem Hohlraum zwischen zwei Betonschichten darunter. Es ist immer noch nicht sicher, ob der Boden samt Unterbau wirklich trocken ist. Das wird nun mit einem Gutachten untersucht. Sollte sich die Befürchtung bestätigen, müssten auch die Heizungsrohre ausgebaut werden, was eine weitere Verzögerung nach sich zöge, so Hammer.

Bis aufs Mauerwerk ist alles weggeschlagen

Man müsse es der Reihe nach, einen Schritt nach dem andern, machen: Erst der Boden, dann der Wiederaufbau, also erst wenn der Gipser fertig sei, könne der Schreiner mit den Einbauten anfangen. Es geht eigentlich um nicht weniger als eine Kernsanierung, denn bis aufs Mauerwerk ist alles weggeschlagen, auch die Türrahmen sind komplett rausgerissen. Es brauche ständig Abstimmungen, Absprachen, all das koste Zeit. „Da steht im Grunde ja jetzt nur noch der Rohbau, alleine erst mal alles rauszubekommen, das hat Wochen gedauert. Ebenso die Untersuchungen anschließend“, so auch die Pfarrerin. Die Kirchengemeinde sei stolz darauf, dass die Gemeinde mit einer Kita bei ihr sei, und froh, dass sie während der Arbeiten eine Ausweichmöglichkeit anbieten könne, betont Susanne Blatt.: „Aber klar, das ist nur ein Provisorium.“

Jana Geiger-Ott, seitens der Verwaltung für die Kitas zuständig, betont wiederum, die Gemeinde sei froh, dass sie die Betreuung damals so schnell habe wieder anbieten können. Angesichts der Dauer des Provisoriums werde die Gruppe aber in den nächsten Wochen für die restliche Übergangszeit in den Mensa-Neubau der gegenüberliegenden Gemeinschaftsschule ausweichen. Man sei mit dem Elternbeirat in engem Kontakt, habe das weitere Vorgehen mit dem besprochen, vor allem die Alternativen für die Übergangszeit. Das Team der Erzieherinnen ziehe mit, mache wirklich das Beste aus der Situation, für sich und die Kinder. Ja, es gebe Eltern, die klagen, wegen des Essens etwa, oder die fragen, wann denn wieder das „normale Angebot“ möglich ist. Auch mit der Kirchengemeinde sei man in ständigem Austausch, fast täglich.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus? Bei allem Vorbehalt gehe sie davon aus, dass der Kindergarten „zwischen Ostern und Sommer“ wieder zurückziehen könne, so Susanne Blatt: „Vor Weihnachten hatten wir ja noch gesagt ,bis März.’. Die Zusagen seien zu optimistisch gewesen, so Hammer, „wir sind seitdem klüger geworden“. Er war anfangs noch jeden Tag selbst vor Ort, konnte das, weil er im Home-Office in der Nähe arbeitet. Alles brauche nun mal seine Zeit, alleine bis die Handwerker kommen, es sei derzeit auch gar nicht einfach, überhaupt welche zu bekommen. Außerdem müsse alles mit den Versicherungen abgeklärt werden. Es gebe eben viele Beteiligte, das mache es so aufwendig.

Mittlerweile ist, vermittelt über den Oberkirchenrat, ein Architekturbüro in Waiblingen beauftragt worden, das die Leitung, Koordinierung übernommen hat, „weil wir erkannt haben, dass wir das nicht mehr selbst stemmen können, weil immer wieder neue Aufgaben aufgeploppt sind“, so Hammer. „Wenn’s nur schon vorbei wäre“, seufzt Susanne Blatt, die auf die nun professionelle Bauleitung setzt und nach ihren bisherigen Eindrücken lobt. Die zuständige Architektin kümmere sich sehr.

Über ein halbes Jahr ist das Unwetter mittlerweile her, das auch am Kindergarten der Gemeinde an der Theodor-Heuss-Straße, einer Außenstelle des Kinderhauses Mühlefeld, Schaden anrichtete. Einen, der so erheblich ist, dass die Räume immer noch nicht saniert sind, der Kindergarten nach wie vor nebenan, sonst die Jugendräume der evangelischen Kirchengemeinde, provisorisch untergebracht ist. Schon im Herbst gab es vereinzelt Unmut, wie lange das Ganze dauert, nun ist auch noch die Zusage, dass

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