Leutenbach

Nellmersbacher Kunstrasenplatz wird saniert

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Der besonders beanspruchte Bereich unmittelbar vor dem Tor wurde vor einigen Jahren schon mal „geflickt“. © Speiser / ZVW
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Mehr Hartplatz als Kunstrasen.

Leutenbach. Von „Rasen“ konnte sowieso nie gesprochen werden, aber auch von einem Kunst„rasen“ kann mittlerweile nur noch im übertragenen Sinn die Rede sein. Mehr schwarz als grün kommt bei genauerem Hinsehen der Nellmersbacher Kunstrasenplatz daher. Es ist Zeit zum Wechseln und genau das hat sich die Gemeinde mit dem Baubeschluss des Gemeinderats auch vorgenommen.

Der Platz wird von der benachbarten Grundschule, vom einheimischen TSV und auch zum Bolzen von Freizeitkickern. Er ist zwar 90 Meter lang, was Wettkampfmaß entspricht, aber nur 46 Meter breit, was eigentlich nicht reicht, aber zumindest für die unteren Klassen noch zugelassen ist. Der TSV darf ihn also bei seinen Aktiven als Ausweichplatz nutzen, auch für offizielle Verbandsspiele, wenn der Rasenplatz nicht bespielbar ist oder bei feuchtem oder nassem Wetter ruiniert würde.

Wegen der Verletzungsgefahr weicht der TSV nach Leutenbach aus

Aber seit einiger Zeit ist der Platz in einem so schlechten Zustand, dass der Verein nach Leutenbach ausweicht, auf den dortigen Kunstrasenplatz, soweit der nicht vom dortigen TSV belegt ist. Schlechter Zustand bedeutet, dass der Flor, die grüne Oberschicht, bei der man eben zumindest optisch von Rasen spricht, weitgehend runter ist und immer mehr der schwarze Unterbau zum Vorschein kommt.

Was erhöhte Verletzungsgefahr bedeutet, sollte ein Spieler hinfallen und sich dabei die Haut aufschmirgeln, so wie einst bei den Aschehartplätzen. Zu diesem Zustand beigetragen haben die Freizeithobbykicker, die nach wie vor dort lieber bolzen als auf dem deutlich kleineren Kunststoffplatz oberhalb des Rasenplatzes. Was vor allem Folgen für die besonders beanspruchten Bereiche vor den Toren hat.

Oberschicht ist hart und es gibt offene Nähte

Aber es ist schlicht auch Zeit, den 2002 angelegten Platz zu sanieren. Kunstrasenplätze verschleißen nun mal in 17 Jahren. Die Gemeinde hat im September vom Bauamt und einer Fachfirma aus Kirchheim unter Teck untersuchen lassen, wie weit der Abbau fortgeschritten ist. Der Befund: Der Flor, die gekräuselte Faser oben, ist großflächig bis auf den Rücken abgespielt, hart und es gibt an einigen Stellen offene Nähte. Die tragenden Schichten – aus Bitumen und aus Schotter – sowie die Elastikschicht unter dem Flor seien soweit erkennbar nicht beschädigt und müssten deshalb nicht saniert werden, sagen die Fachleute.

Der bisherige Flor wird im Benehmen mit dem TSV durch einen Belag ersetzt, der einem Naturrasenplatz sehr nahekommende Spielbedingungen ermögliche und die Verletzungsgefahr soweit wie möglich verringere, so zumindest das Versprechen, das aber bei jedem Kunstrasen abgegeben wird. Außerdem sei durch den neuen Belag mit einer weiteren Nutzungsdauer des Spielfelds von 15 bis 18 Jahren zu rechnen. Die Kostenschätzung für die Sanierung liegt alles in allem bei etwa 200 000 Euro.

Sanierung in der Sommerpause

Um den Spielbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen, soll die Sanierung in der Sommerpause erfolgen, voraussichtlich im Anschluss an das Ende Juni stattfindende Sommerfest des TSV. Die reine Arbeitszeit beträgt vier bis sechs Wochen. Regnet es in der Zeit, wird sich die Dauer der Sanierung entsprechend verlängern. Sollte diese gleichwohl mit dem Trainings-/Spielbetrieb kollidieren, stünde der Rasenplatz als Ausweichplatz zur Verfügung. Im Notfall könnte aber auch auf die Kunstrasenplätze in Leutenbach oder Weiler zum Stein ausgewichen werden.


Möglichst nicht in den Sommerferien

Die Gemeinde will durch ihren Zeitplan vermeiden, dass die Sanierungsarbeiten in oder zu weit in die Sommerferien rutschen. In denen werden die Rasenplätze frisch eingesät, brauchen anschließend einige Wochen Regeneration zum Anwachsen. In der Zeit darf dort nicht gespielt werden, weil sonst der frische Rasen gleich wieder beschädigt würde.

Zum anderen sind gerade wegen dieser Rasenerneuerungen die betreffenden Firmen, die meist auch bei der Sanierung von Kunstrasen tätig sind, voll ausgelastet in den sechs Wochen Ferien. Wer sie für diese Zeit anheuert, muss mit entsprechenden Preisen rechnen.