Leutenbach

Neue Krippe mit Bobbycar-Rennstrecke

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Kinderkrippe
Feuerwehr-Maskottchen Flori im Knuddel-Einsatz. Bei der Eröffnung der Nellmersbacher Kinderkrippe ist er bei Kindern ein beliebter Gast. © Schneider / ZVW
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Die ersten Kinder besuchen bereits die neue Kinderkrippe in Nellmersbach. Betreut werden sie von der Leiterin Doreen Heinz (links), Heike Trautwein und Sarah Knödler. © Schneider / ZVW

Leutenbach-Nellmersbach. Eine Bobbycar-Rennstrecke, ein Bällebad und ein Spielpodest: Die neue Kinderkrippe in Nellmersbach bietet jungen Menschen sämtliche Spiel- und Spaßmöglichkeiten. Doch bei der Eröffnung zog die Aufmerksamkeit ein ganz anderer Besucher auf sich: Feuerwehrmaskottchen Flori, der für jeden Knuddler zu haben war.

Auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage, die Räume sind hell, teils mit Fenstern, die bis unter die Decke reichen – hier und da kleben schon Namensschildchen über den Kleiderhaken an der Garderobe oder auf Schubladen unter dem Wickeltisch. Seit Montag besuchen die ersten unter Drei-Jährigen die Nellmersbacher Kinderkrippe. „Wir haben noch Plätze frei“, sagt Leiterin Doreen Heinz bei der Eröffnung. Die ersten Tage waren etwas chaotisch. Pakete mit Spielsachen kamen an, die Eltern, Kinder und Erzieherinnen gemeinsam ausgepackt haben, um dann nach einem geeigneten Platz zu suchen. Hier und da hätten Eltern ein Auge zugedrückt, so Heinz, und spricht einen Dank an sie aus für das Vertrauen, das sie den Erzieherinnen entgegenbringen.

Vor gerade einmal einem Jahr war Spatenstich

Fast auf den Tag genau war im vergangenen Jahr der Spatenstich für das Gebäude, in welchem neben einer Kinderkrippe auch sechs Mietwohnungen untergebracht sind. Damals hatte die Gemeinde Leutenbach das Areal an die Baugenossenschaft Winnenden verkauft. „Die Kombination von Wohnbau und Kinderbetreuung gilt als Modellprojekt in der Region“, verrät Florian Hagenbeck von der Gemeinde Leutenbach. Und Bürgermeister Jürgen Kiesl freut sich, dass mit der neuen Kinderkrippe der Gemeinde ein wahres Schnäppchen gelungen sei. Denn für die Einrichtung im Erdgeschoss des Hauses in der Leutenbacher Straße, für die man die Räume von der Baugenossenschaft zurückgekauft hatte, hat Leutenbach „nur“, wie Kiesl betont, rund 460 000 Euro ausgegeben. Einen „Gruß und Dank“ schickt er an den Gemeinderat, der den „Weg frei gemacht“ hat. Insgesamt 4,26 Millionen Euro wurden damit für die Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren investiert. Mit der neuen Einrichtung ist die Kommune in allen drei Ortsteilen gut aufgestellt, so Kiesl.

Beim Bau wurde überall an die Sicherheit der Sprösslinge gedacht, versichert Diethard Fohr von der Baugenossenschaft. Hochliegende Schlösser und Steckdosen, eine Treppe zum Wickeltisch hoch, die sich hinter einem verschlossenen Holztürchen versteckt, wenn gerade keine Erzieherin in der Nähe ist, sowie abgerundete Kanten sind Beispiele dafür. Gleichzeitig wurde aber auch an die Bedürfnisse der Kinder gedacht: So finden sich im Waschraum Toiletten in den Größen mini und ultramini wieder – passend zu der Größe von Kindern und ganz kleinen Kindern. Daneben gibt es an den Waschbecken verschiedene Wasserhähne, damit sie die Handhabung lernen.

Alle Einrichtungen sollen gleichermaßen ausgestattet sein

Innen finden sich allerlei Sachen zum Spielen, Toben – und zum Ausruhen. Rund um den Sandkasten, dessen Abdeckung sich kurzerhand zum Sonnensegel umwandeln lässt, gibt es einen Weg, den die Kinder als Bobbycar-Rennstrecke nutzen können. „Die Autos parken im Lagerraum“, sagt Eva Pyrka, die die Gesamtleitung der Kindertageseinrichtungen unter sich hat, mit einem Augenzwinkern. Lernspiele und Bücher sind in den Regalen – und dann steht da noch ein Bällebad in der Ecke. Wer genug hat, kann sich in eines der Bettchen legen. Wichtig sei ihnen, so Eva Pyrka, dass alle Standorte gleich ausgestattet sind.

Neugierig stecken Besucher bei der Eröffnungsfeier ihre Köpfe in die neuen Räume, nachdem das rote Band vor dem Eingang durchschnitten ist und Pfarrer Ingo Walter seinen Segen gesprochen hat. Zuvor haben Kinder vom Kindergarten Schwalbenweg ein kräftiges „Hallo“ gesungen, während die beiden Jungs Ron Scherhaufer und Emil Föll die Besucher mit Stücken am Klavier unterhalten und begeistert haben.

Die Leutenbacher Jugendfeuerwehr versorgt die Gäste mit Speis und Trank, während ein grüner Plüsch-Drache, bekannt als Feuerwehrmaskottchen Flori, für Fotos mit Kindern posiert, hier und da eine Umarmung spendet und kleine Präsente verteilt.

So viele Plätze gibt es in Leutenbach

  • Die neue Kinderkrippe in Nellmersbach bietet zehn Plätze für unter Dreijährige an mit einer Betreuungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr. Damit hat der Ortsteil Leutenbach insgesamt 23 Plätze für unter Dreijährige, 121 Plätze für Kinder, die älter als drei Jahre sind.
  • Im Ortsteil Leutenbach gibt es derzeit 102 Plätze für über Dreijährige und 40 Plätze für jüngere Kinder unter drei Jahren.
  • In Weiler zum Stein können bis zu 88 über Dreijährige und 15 Kinder unter drei Jahren in den Einrichtungen betreut werden.
  • Darüber hinaus gibt es zwei kirchliche Einrichtungen in der Gemeinde: Der evangelische Kindergarten bietet 50 Betreuungsplätze an, wobei hiervon acht von Kindern unter drei Jahren belegt werden können. Der katholische Kindergarten bietet 50 Plätze für über Dreijährige an.