Leutenbach

Neues Baugebiet könnte Stauproblem verschlimmern

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Fast täglich staut es sich an der B14-Ausfahrt Winnenden-West. Grund sind wohl die zwei Kreisel im Anschluss, die sich gegenseitig ausbremsen. © ZVW/Gabriel Habermann

Leutenbach. Die Stadt Winnenden plant zwischen der Schwaikheimer und der Marbacher Straße und unmittelbar an der B14-Anschlussstelle Winnenden-West ein neues Wohn- und Gewerbegebiet. Die Gemeinde Leutenbach ist in Sorge, dass sich das dortige Stauproblem dadurch weiter verschlimmert.

„Bereits jetzt gibt es große Rückstaus und Schleichverkehr durch Leutenbach und Weiler zum Stein“, führt Bauamtsleiter Johannes Kocher am Mittwochabend im Gemeinderat in das Thema ein. „Durch Wohnungen und Gewerbe, die im Gebiet „Untere Schray“ entstehen sollen, ist mit höheren Verkehrsbelastungen zu rechnen. Wir als Gemeinde sehen es sehr kritisch, dass der Bauplan für das Gebiet ausgerechnet jetzt aufgestellt wird.“

Beim Regierungspräsidium in Stuttgart läuft derzeit eine Untersuchung zur Verkehrsbelastung an der B14-Ausfahrt Winnenden-West und den zwei Kreiseln im Anschluss, die sich gegenseitig auszubremsen zu scheinen. In Leutenbach hat man nun die Sorge, dass die neusten Planungen aus Winnenden nicht in das Gutachten miteinfließen.

Bürgermeister Kiesl ist „etwas beunruhigt“

„Es ist klar, dass es eine solche Untersuchung geben muss. Das ist, denke ich, auch im Interesse von Winnenden“, erklärt Bürgermeister Jürgen Kiesl. „Aktuell bin ich schon etwas beunruhigt. Eine Untersuchung mit den bisherigen Gegebenheiten sollte eigentlich bis Juni vorliegen. Die Mitarbeiter in Stuttgart wollen oder dürfen uns aber keine Informationen geben. Ich weiß, dass die Sachen jetzt auf einer höheren Ebene liegen. Ich denke nicht ohne Grund, aber das ist natürlich Spekulation.“

Weiteres Baugebiet im Zuge der Bauausstellung?

Hartmut Lämmle aus der SPD-Fraktion reagiert mit einer emotionalen Ansprache. „Wenn man die heutigen Situation kennt, dann muss man sich schon fragen, was die dort denken. Das ist unverantwortlich. Es ist eigentlich immer Stau. Die sollen den Verkehr durch Winnenden jagen.“

Da die Stadt Winnenden aktuell mit dem Gedanken spielt, sich für die Internationale Bauausstellung 2027 zu bewerben, gibt es Überlegungen auf der anderen Seite der B14 ein weiteres Baugebiet zu realisieren. Direkt an der Grenze zur Gemeinde Leutenbach. „Man muss natürlich bedenken, dass die Planungen für die Bauausstellung nicht in den nächsten fünf Jahren realisiert werden. Eher in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren. Aber klar ist, dass die Straßen, so wie sie jetzt sind, den Verkehr nicht bewältigen könnten“, sagt Johannes Kocher.

Claus Lämmle von den Freien Wähler nimmt zu den Plänen der Stadt Winnenden für eine Landesgartenschau- und Bauausstellungsbewerbung Stellung. „Wenn man die Pläne hierfür sieht, dann ist ein Rückbau der Hufeisenkreuzung geplant. Auch diese Änderung sollte in ein Verkehrsgutachten miteinfließen.“

Niklas Kopp von der Jungen Liste war laut eigenen Angaben beim Bürgerdialog zum Thema Gartenschau und Bauausstellung im Winnender Feuerwehrmuseum. „Was das Thema Verkehr betrifft, kam dort nur etwas zur Begrünung eines Kreisverkehrs. Ich hoffe, dass da noch mehr kommt.“


Zahlen aus dem Jahr 2017

Als benachbarte Kommune hatte Leutenbach die Möglichkeit Stellung zum geplanten Gebiet „Untere Schray“ zu nehmen. Die geäußerten Bedenken aus dem Gemeinderat, die vor allem das Verkehrsgutachten betrafen, sollen in die Stellungnahme miteinfließen.

Grundlage für das Verkehrsgutachten, dass das Regierungspräsidium derzeit bearbeitet, sind Zahlen aus dem November 2017.

„Ich denke, wir sind uns alle einig, dass da ein feinjustiertes Gutachten kommen muss“, erklärte Bürgermeister Kiesl im Anschluss an die Debatte.

Im Gemeinderat wurde außerdem angeregt, einen Fahrradweg von der Marbacher über die Schwaikheimer Straße und den Zipfelbach zum bestehenden Radweg „Berglen-Remstal“ in Richtung Schwaikheim zu berücksichtigen, sollten die Winnender Pläne konkreter werden.