Leutenbach

Noch bleiben die Wasserkosten in Leutenbach stabil

Glas Wasser
Eine Zeitlang wird das Trinkwasser härter als gewohnt. © Benjamin Büttner

Die Leutenbacher müssen im neuen Jahr nicht mehr bezahlen fürs Trinkwasser aus dem Netz und auch nicht für die Entsorgung ihres Abwassers. Der Gemeinderat ist der Empfehlung der Verwaltung gefolgt, es bei den bisherigen Sätzen zu belassen. Wobei die Empfehlung wiederum zurückgeht auf die Gebührenkalkulation von Kämmerer Heiko Nothacker. Der warnte allerdings schon mal vor.

Es bleibt also vorerst beim Wasserzins (Verbrauchsgebühr) von 1,80 Euro je Kubikmeter, und damit einem der niedrigsten Sätze im Rems-Murr-Kreis überhaupt. Nur in Alfdorf ist er noch niedriger und nur in Auenwald auf dem Niveau von Leutenbach, überall sonst müssen die Verbraucher mehr berappen. Ebenfalls bemerkenswert: Diese Gebühr gilt seit 2006 und damit im kommenden Jahr seit anderthalb Jahrzehnten.

Nothacker betonte fast im gleichen Atemzug in der Sitzung allerdings auch, dass eine Erhöhung kommt, 2021 könne man den bisherigen Satz gerade noch halten, es werde also das letzte Jahr mit diesem sein. Grund ist zum einen, dass angefallene Überschüsse aus Vorjahren in der Kalkulation mittlerweile sozusagen aufgebraucht sind. Zum anderen muss das neue Versorgungskonzept des Zweckverbands NOW, an dem sich auch Leutenbach beteiligt, die Investitionskosten, dafür finanziert werden, und das wird für die Verbraucher auch mit einer Erhöhung des Wasserzinses spürbar werden. Für die Umsetzung des Konzepts müssen Leitungen erneuert und gleichzeitig diese aufdimensioniert werden. Die Investitionen dafür werden allerdings über einen langen Zeitraum abgeschrieben, die Kosten auf 40 Jahre verteilt. Damit werden zwar Erhöhungen des Wasserzinses fällig, diese werden aber moderat ausfallen.

Kämmerer: Wasserzins wäre ohne neues Konzept höher

Was sich auch gebührendämpfend auswirkt: Mit dem neuen Konzept stellt Leutenbach zwar dem NOW das eigene Wasser aus den Quellen vor Ort unentgeltlich zur Verfügung und kauft dieses beim Zweckverband nach der Aufbereitung im neuen Wasserwerk in Burgstetten ein, manche sagen etwas boshaft stattdessen „zurück“, dafür zahlt aber der NOW der Gemeinde für die Nutzung der dortigen Tiefbrunnen Pacht (35 000 Euro in 2021).

Nothacker weist dazu auf Nachfrage darauf hin, dass ohne das neue NOW-Konzept die anstehenden Wasserzinserhöhungen höher ausfallen würden. Weil dann die Gemeinde beziehungsweise der noch bestehende Zweckverband Söllbachgruppe die Wasseraufbereitung in eigener Regie übernehmen und modernisieren müsste, was letztlich deutlich teurer käme, so der Kämmerer.

Grundgebühr für Wasserzähler bleibt unverändert

Unverändert bleiben auch die Grundgebühr für die Wasserzähler und die Abwassergebühr. Für die Beseitigung des Schmutzwassers (wobei für dessen jeweilige Berechnung nach wie vor der Bezug an Frischwasser genommen wird) sind weiterhin 1,60 Euro je Kubikmeter, für die des Niederschlagswassers (bezogen auf die versiegelte Fläche) 35 Cent je Quadratmeter zu zahlen.

Es gab auch ein „Nein“ beziehungsweise Contra, nicht zum ersten Mal, wenn es um die Finanzen geht, von Peter Hildenbrand, FWG. Er ist nicht einverstanden damit, dass Gewinne aus den Vorjahren dafür genutzt werden, Gebühren niedrig zu halten, wäre im Gegenteil sogar dafür, zu erhöhen, wenn dafür der Weiler Heidenhof beim Teilort Weiler zum Stein an die zentrale Abwasserbeseitigung, sprich an die Kläranlage, angeschlossen würde, ein Dauerthema in Leutenbach eigentlich seit der Gemeindereform.

Entsorgung des Abwassers mancher Bewohner noch zeitgemäß?

Die Verwaltung verweist dazu darauf, dass zwar nicht die anfallenden Baukosten für den erforderlichen Kanal umgelegt werden können, aber sehr wohl eine Gebühr für den Anschluss erhoben werden müsse, und diese würde jeweils im vier- bis fünfstelligen Bereich liegen.

Nicht von ungefähr also würden selbst im Heidenhof nicht alle Bewohner den Anschluss wollen, so Bürgermeister Jürgen Kiesl, zumindest sei das sein Kenntnisstand. Die Bewohner dort hätten ja selbst mit eigenem Geld ihre Gruben finanziert, müssten aber, wenn der Anschluss käme, erneut zahlen. Weil seit der letzten Diskussion im Jahre 2015 sich an diesem Meinungsbild vor Ort nichts geändert habe, habe die Gemeinde darauf verzichtet, das Thema weiterzuverfolgen. Ob denn die Entsorgung des Abwassers aus dem Heidenhof, so wie sie ist, noch zeitgemäß sei, hakte Alexandra Hackl-Hieber, ebenfalls FWG, nach. Na ja, also die Abwässer von dort würden ja gerade nicht auf den umliegenden Feldern ausgebracht, sondern eben von den Bewohnern selbst zur Kläranlage gebracht und dort ordnungsgemäß entsorgt, insofern gebe es daran nichts zu beanstanden, so Bauamtsleiter Johannes Kocher.

Die Leutenbacher müssen im neuen Jahr nicht mehr bezahlen fürs Trinkwasser aus dem Netz und auch nicht für die Entsorgung ihres Abwassers. Der Gemeinderat ist der Empfehlung der Verwaltung gefolgt, es bei den bisherigen Sätzen zu belassen. Wobei die Empfehlung wiederum zurückgeht auf die Gebührenkalkulation von Kämmerer Heiko Nothacker. Der warnte allerdings schon mal vor.

Es bleibt also vorerst beim Wasserzins (Verbrauchsgebühr) von 1,80 Euro je Kubikmeter, und damit einem der

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