Leutenbach

Polizisten beleidigt, mit Drogen erwischt: Junger Leutenbacher vor Gericht

Polizist
Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Mit drei Beratungsgesprächen bei der Drogenberatung und einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro hat Richter Armin Blattner im Waiblinger Amtsgericht einen 19-jährigen jungen Mann aus Leutenbach sanktioniert. „Was du damit machst, ob dir der Führerschein oder die Drogen wichtiger sind, entscheidest du selber. Es liegt an dir, dass du jetzt umsetzt, was du dir vornimmst“, gab der Richter dem Verurteilten mit auf den Weg. Er wolle ihn jedenfalls nicht noch einmal vor Gericht wiedersehen.

Es waren insgesamt drei Anklagepunkte, aufgrund derer der junge Mann verurteilt wurde. Am 23. Juli gegen 20.15 Uhr in Stuttgart und am 24. Juli gegen 23 Uhr an der Gemeindehalle in Leutenbach war er bei Polizeikontrollen mit einem und 1,3 Gramm Marihuana erwischt worden. Damit nicht genug. Am Samstag, 19. September, war er kurz nach Mitternacht mit „Kollegen“ in Stuttgart im Oberen Schlossgarten unterwegs gewesen, um zu feiern und etwas zu trinken. Er habe damals wohl etwas zu viel getrunken, kam nun im Gerichtssaal seine verspätete Erkenntnis.

Polizisten im Einsatz beleidigt

Eine achtköpfige Gruppe der Göppinger Bereitschaftspolizei war zu dieser Zeit ebenfalls zugegen, allerdings nicht, um das Wochenende zu feiern, sondern im Einsatz. Als sie Kollegen bei der Festnahme eines Randalierers unterstützten, weckten sie das Missfallen des Angeklagten, der dieses durch Gesten und durch ein lautstarkes „Ihr Hurensöhne“ zum Ausdruck brachte. Dumm für ihn war nur, dass der Anführer der Polizeitruppe direkt neben ihm stand, so dass er diese Beleidigungen sofort dem gestikulierenden Rufer zuordnen und diesen eindeutig identifizieren konnte.

Dieser machte auf die Beamten nicht den Eindruck, übermäßig alkoholisiert zu sein. Sein Verhalten hatte nicht nur einen Platzverweis zur Folge, sondern kam nun auch im Gerichtssaal aufs Tablett. Dies sei ungut gewesen, meinte dazu der Richter und schob die Empfehlung nach: „Trink nur so viel, dass du deine Zunge im Zaum halten kannst!“

Drogen? Eingeständnis auf Nachfrage

Alkohol konsumiere er nur noch ab und zu, versicherte der Sünder. Drogen nehme er schon seit einem dreiviertel Jahr überhaupt keine mehr. Vorher habe er Marihuana regelmäßig, „wöchentlich alle drei bis vier Tage“, geraucht. Aber das gehe überhaupt nicht mehr, wegen der Ausbildung, weil er den Führerschein wolle, und wegen seiner kleinen Schwester, der er Vorbild sein müsse.

Auf Nachfrage von Sabine Gerner, der Vertreterin der Jugendgerichtshilfe, räumte er allerdings ein, vor zwei, drei Wochen noch gekifft zu haben. Sie erklärte, den jungen Mann schon seit Jahren zu kennen. Sein Werdegang - Kindergarten, Grund- und Realschule, Mittlere Reife und nun eine Lehre zum Mechaniker - sei „okay“. Nach der Scheidung der Eltern vor einigen Jahren lebte der junge Mann, der noch zwei jüngere Geschwister hat, zunächst bei der Mutter, dann beim Vater. Zu beiden Elternteilen habe er eine gute Beziehung, sie würden ihm Rückhalt geben und ihn auch tatkräftig unterstützen.

Volljährig, trotzdem Jugendstrafe

Auch wenn er zum Zeitpunkt der Taten, die ihm diesmal vorgeworfen wurden, bereits volljährig gewesen sei, empfahl sie dennoch die Anwendung von Jugendstrafrecht. Anders als bei den vorherigen Verfahren, die mit einer Einstellung endeten, empfahl sie für dieses Mal die Verhängung einer Geldbuße, die sich am Lehrlingsgehalt orientieren müsse. Auf ihre ausdrückliche Ermahnung hin bedauerte der junge Mann auch sein Verhalten in Stuttgart und bat den Leiter der Göppinger Gruppe nach dessen Zeugenaussage um Entschuldigung.

Mit drei Beratungsgesprächen bei der Drogenberatung und einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro hat Richter Armin Blattner im Waiblinger Amtsgericht einen 19-jährigen jungen Mann aus Leutenbach sanktioniert. „Was du damit machst, ob dir der Führerschein oder die Drogen wichtiger sind, entscheidest du selber. Es liegt an dir, dass du jetzt umsetzt, was du dir vornimmst“, gab der Richter dem Verurteilten mit auf den Weg. Er wolle ihn jedenfalls nicht noch einmal vor Gericht

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