Leutenbach

Security-Firma patrouilliert während Corona in Leutenbach

Sylke Kraska Security
Sylke Kraska hat schon viel erlebt bei „Citystreifen“, bei der Leutenbacher Hocketse noch nie eine Situation, die eskaliert ist. © Benjamin Büttner

Im Februar hatte der Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdiensts einen schweren Unfall. Seitdem fällt er aus. Ab Mitte März griff Corona, unter anderem mit Sperrungen der Spielplätze sowie der Freizeit- und Sporteinrichtungen. Da sei klar gewesen, dass die damit verbundene Überwachung nicht mit einer 450-Euro-Kraft zu bewältigen ist, so Simon Fröhlich, im Rathaus für die Bürgerdienste und das Ordnungswesen zuständig. Die Gemeinde beauftragte eine Securityfirma aus Marbach.

Seitdem halten Sylke Kraska und ihre Mitarbeiter auf Straßen und Plätzen in Leutenbach „Ohren und Augen auf“, wie sie ihre Arbeit umschreibt. Sie stellt gleich klar: Die Leute hielten sich an die Vorgaben und Verbote, auch wenn manche einen „Input“ brauchen. Einsatzgebiete sind außer den (damals noch gesperrten) Spielplätzen und Sportplätzen unter anderem der Rathausplatz, der Löwenplatz, das Dalmenhölzle, der Landschaftspark Höllachaue, eigentlich aber jeder von der Verordnung betroffene öffentliche Bereich. Die Einhaltung der Abstandsvorschrift auf Gehwegen zum Beispiel wurde „en passant“ kontrolliert, die Gaststätten eher von außen „kontaktiert“.

Ausdrückliches Lob für Haus Elim und seine Mitarbeiter

Der überwältigende Anteil von denen habe sich an die verordneten Auflagen und Schließungen gehalten, berichtet Fröhlich. Und ein paar Jugendlichen auf Bolzplätzen habe man es halt „zweimal“ sagen müssen. Bei den Discountern und Supermärkten vor Ort sei man außen vor gewesen. Dort für Sicherheit, der Kunden und der Mitarbeiter, zu sorgen, liege ja im eigenen Interesse der Marktbetreiber. „Aber wir hätten es sicher angesprochen, wenn uns da etwas aufgefallen wäre.“ Die drei Pflegeheime von Haus Elim lobt er ausdrücklich. Der Kontakt, die Kooperation dort sei vorbildlich gewesen, die Leitung und die Mitarbeiter hätten sich absolut verantwortungsbewusst gezeigt. Die Regeln für die Betriebe allgemein seien über die Landesverordnung geregelt, deren Einhaltung sei eher Sache der Polizei. „Aber die stehen im Sinne des Schutzes der Mitarbeiter ohnehin in der Bringschuld.“ Es sei da für die Gemeinde eher um Informationen an die Betriebe gegangen, wie der Schutz gewährleistet werden kann.

„Schon ein gewisses Vertrauen von vornherein da“

Auch Sylke Kraskas Erfahrungen sind positiv. Als sie und ihre Mitarbeiter die betreffenden Bereiche abfuhren, Leute antrafen und sich als Sicherheitsdienst vorstellten, seien sie oft wiedererkannt worden. „Vielen sind wir von der Hocketse her, wo wir ja auch die Security sind, schon bekannt. Da ist also schon ein gewisses Vertrauen von vornherein da.“ Beschwerden im eigentlichen Sinn hätten sie keine gehört, im Gegenteil, seien auf großes Verständnis für die Einschränkungen gestoßen: „Manche habe sich extra entschuldigt, wenn wir sie auf etwas hinweisen mussten.“ So mancher habe die Gelegenheit genutzt, ein Anliegen vorzubringen, damit es ans Rathaus weitergegeben wird. Andere hätten wiederum ihnen als „Feedback“ ihre „Meinung“ gesagt, was sie von dem Ganzen halten: „Aber wir halten uns da raus, sind grundsätzlich neutral.“ Persönlich habe sie ja viel Verständnis zum Beispiel für Eltern, deren Kinder wegen geschlossenem Kindergarten oder Schule die ganze Zeit zu Hause sind: „Das ist schon eine Herausforderung.“

Leute wollen sich absichern, ehe sie was falsch machen

Auch ihm seien zwar keine Unmutsbekundungen von Bürgern zu Ohren gekommen, aber es habe großen Informationsbedarf gegeben, ergänzt Fröhlich: „Aber das ist auch verständlich. Auch bei uns in der Verwaltung gab und gibt es ja ständig Änderungen. Da stets auf dem Laufenden zu sein, ist ein Problem.“ Viele Anfragen seien am Servicetelefon des Rathauses aufgelaufen: „Es gab und gibt große Unsicherheit. Die Leute wollen sich absichern, ehe sie was falsch machen.“ Sein ganzer Bereich habe in letzter Zeit nicht viel anderes gemacht, als solche Fragen zu beantworten, und man sei auch an den Wochenenden erreichbar. „Die Security hat uns da aber mit ihren direkten Antworten auf Fragen von Bürgern vor Ort schon viel abgenommen.“ Es sei ja ganz klar, dass auch sie und ihre Mitarbeiter da stets „up to date“ sein müssten, so Sylke Kraska.

Aber wie war es denn nun mit den einschlägigen „Hotspots“? Kein Problem, winkt sie ab, deren Firma auch Citystreifen macht und die schon ganz andere Dinge erlebt hat. In Leutenbach seien ja an den möglichen Brennpunkten nicht einmal die Mülleimer voll gewesen. Aber sie habe eigentlich auch nichts anderes erwartet: „Wir haben bei der Hocketse hier noch nie eine Situation erlebt, die eskaliert ist.“ Die Jugendlichen vor Ort wüssten über die Corona-Situation sehr gut Bescheid und hielten sich auch weitestgehend an die Vorgaben.

Okay, es sei ja klar, dass es die Jugend nach außen ziehe und er gehe davon aus, dass die ihre Orte gefunden hat, wo sie eben nicht kontrolliert wurde, hakt Fröhlich ein. Immerhin: Es sei kein Verstoß festgestellt worden, das ein Bußgeld nach sich zog (das das Landratsamt hätten verhängen müssen). Schwierig sei Kontrolle auch im „privaten Raum“, solange es keine entsprechenden Hinweise auf Verstöße gebe. Aber wenn sei ein „vernünftiges Mittelmaß“ zu finden.

Auf den Spielplätzen wird nach wie vor kontrolliert

Die mittlerweile erfolgten Lockerungen, die Öffnung der Spielplätze bedeuten nicht, dass der Auftrag der Security endet, weil sie keine Aufgaben mehr hätte. „Wir müssen nun schauen, dass dort nicht zu viele auf einmal sind, dass Abstände eingehalten werden. Aber bei Kindern ist das schwierig zu kontrollieren. Die wollen sich nun mal austoben“, berichtet Sylke Kraska. Immerhin, am Anfang, als die Spielplätze aufgemacht wurden, sei der Andrang nicht groß oder die Anlagen gar überfüllt gewesen. Mamimal 20 Kinder auf einmal dürfen sich auf einem Spielplatz aufhalten.

25 Euro kostet der Security-Einsatz pro Kopf und Stunde. Zwei- bis dreimal je Woche ist er zu unterschiedlichen Zeiten in Leutenbach im Einsatz, hat dabei einen „Spielraum“ von bis zu vier Stunden jeweils. Das sei situationsabhängig und werde spitz, nach tatsächlichem Aufwand, abgerechnet, betont Sylke Kraska. In der Regel seien sie zwei bis drei Stunden vor Ort, von Mitte März bis Anfang April war das täglich, seither ist es auf zwei Tage in der Woche zurückgegangen.

Im Februar hatte der Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdiensts einen schweren Unfall. Seitdem fällt er aus. Ab Mitte März griff Corona, unter anderem mit Sperrungen der Spielplätze sowie der Freizeit- und Sporteinrichtungen. Da sei klar gewesen, dass die damit verbundene Überwachung nicht mit einer 450-Euro-Kraft zu bewältigen ist, so Simon Fröhlich, im Rathaus für die Bürgerdienste und das Ordnungswesen zuständig. Die Gemeinde beauftragte eine Securityfirma aus Marbach.

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