Leutenbach

Seit dieser Woche sind auch die Viertkässler wieder zurück in der Leutenbacher Gemeinschaftsschule

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Corona Schule
Konrektorin Renate Kollek am Desinfektionsstand. © Alexandra Palmizi
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Corona Schule
Matheunterricht online: Lehrerin Tanja Fuhrmann im Video-Chat mit Drittklässlerinnen. Fotos: Palmizi © Alexandra Palmizi

Schwarz-gelbe Markierungen auf dem Schulhof, auf den Treppen und in den Fluren weisen den Weg, sollen den „Verkehr“ regeln in der Gemeinschaftsschule. Rote Streifen zeigen an, wo man warten muss, etwa vor den Toiletten, wenn die besetzt sind. Das funktioniere alles sehr gut, versichert Konrektorin Renate Kollek. Die „Kinder“ seien diszipliniert, wobei sie da keinen Unterschied macht zwischen Viert- und Zehntklässlern. Sie sei erstaunt, wie gut vorbereitet die Schüler von zu Hause kommen. Es gab eine entsprechende Mail an die Eltern und auch einen Videoclip, den Lehrerinnen aufgenommen haben. Sie machen es darin vor, wie man sich in der Schule verhalten soll, zeigen etwa das Desinfizieren der Hände. Das Video bekamen die Schüler heimgeschickt.

Halbierte Klassen: Überzählige Tische und Stühle auf dem Flur

Auf dem Flur stehen überzählige Tische und Stühle. Die Klassen sind halbiert. Seit dieser Woche sind auch die Viertklässler wieder in der Schule. Ihre drei Klassen ergeben sechs Gruppen. Bei den Neunt- und Zehntklässlern, die zuvor zurückkommen durften, gibt es vier Gruppen – bei den Zehntklässlern reicht es ohnehin nur für eine, bei den Neuntklässlern machen zwei Gruppen die Hauptschulprüfung, weitere Schüler in der aus den beiden Klassen gemischten Gruppe sind nächstes Jahr dran mit dem Abschluss, vorwiegend mit dem für die Mittlere Reife, ein paar auch mit dem der Hauptschule.

Jeder Platz in den ziemlich ausgeräumten Klassenzimmern mit großem Abstand zwischen den Tischen wird doppelt besetzt, aber zeitlich eben versetzt. Auf jedem Tisch stehen zwei Namensschilder, die Plätze sind also fest zugewiesen. Eine Gruppe beginnt jeweils um 7.30 Uhr, die andere um 10 Uhr. Dazwischen wird das Mobiliar jeweils desinfiziert.

Mathe-Unterricht per Video-Chat

In einem Raum gibt es am Nachmittag gerade Mathe-Unterricht per Video-Chat. Lehrerin Tanja Fuhrmann „konferiert“ mit vier Schülerinnen der dritten Klasse. Wenn es sein muss, bekommt sie aber auch, über ein anderes Tool, die komplette Klasse auf den Bildschirm. Vom Sinn und der Notwendigkeit, in dieser Form zu unterrichten, ist die Lehrerin überzeugt, auch wenn der direkte Kontakt fehle und es für sie schwer zu kontrollieren sei, wie selbstständig die Kinder zu Hause die Aufgaben erledigen. Sie geht schon davon aus, dass da bei dem einen oder anderen ein Elternteil oder ein älteres Geschwister im Hintergrund mitwirkt.

Vierergruppen bedeutet, dass eine Klasse in acht, neun von diesen aufgeteilt wird. Schon alleine zeitlich also ein Riesenaufwand. Zugute komme dabei allerdings, dass es derzeit ja keinen Kunst-, keinen Musik- und keinen Sportunterricht gibt, betont Tanja Fuhrmann. Dadurch stehe mehr Zeit für die anderen Fächer zur Verfügung.

Der Wochenplan sieht aus wie eine Pinnwand

Die Schüler im Home-Schooling bekommen einen Link nach Hause geschickt mit dem jeweiligen Wochenplan. „Der sieht aus wie eine Pinnwand“, erläutert die Lehrerin. Für jedes Fach gibt es Arbeitsblätter, E-Book-Hinweise und Lernvideos, zum Teil sind die selbstgemacht. Tanja Fuhrmann tut sich mit diesem Online-Unterricht nicht schwer, sie hat vorher bereits viel mit Tablets in den Klassen gearbeitet. Für manchen Kollegen sei es dagegen schon Neuland. Ein Großteil der Arbeit bestehe aber auch schlicht darin, Listen zu führen, Häkchen dahinter zu machen, was erledigt ist. Wie sieht es mit den Voraussetzungen für den Online-Unterricht der Schüler zu Hause aus? Die meisten von ihnen hätten entsprechen Geräte daheim, versichert Renate Kollek. Wo dies aber nicht der Fall sei, gebe es für die betreffenden Kinder Präsenzunterricht in der Schule, zweimal in der Woche.

Nach den Pfingstferien kommen auch die anderen Klassen zurück

In der Schule kommt, was die Unterrichtsbedingungen angeht, zu Corona erschwerend hinzu, dass seit längerer Zeit und wohl noch eine Weile andauernd der Grundschultrakt ausgebaut, modernisiert wird. Die Konrektorin jammert aber nicht über die Beeinträchtigungen dadurch, sondern ist froh über die neuen Klassenräume für die Stufen 5 und 6 und den dadurch zusätzlich frei werdenden Platz im Altbau. Derzeit sind notgedrungen zwei Klassen im Neubau untergebracht, wo eigentlich nur die Mensa und die Betreuung sein sollen.

Die Schule hat zurzeit insgesamt 20 Klassen. Durch die coronabedingten Teilungen sind die räumlichen Kapazitäten ausgeschöpft. Nach den Pfingstferien kommen die fehlenden Klassen zurück, die derzeit nur Homeschooling haben, abwechselnd allerdings. In der ersten Woche sind die Klassenstufen 1, 3, 5 und 7 ebenfalls wieder in der Schule, in der zweiten Woche die Klassenstufen 2, 4, 6 und 8. Dann haben die geraden Klassen wieder Home-Schooling und umgekehrt und so weiter.

Die  Anmeldungen für die fünfte Klasse waren genau in der Woche vor den Schulschließungen

Bei den Zehntklässlern beginnen in der Woche die Prüfungen. Seit 4. Mai seien sie in der Schule intensiv darauf vorbereitet worden, betont die Konrektorin. Sie geht davon aus, dass die Zeit gereicht hat. Bei den Viertklässlern seien die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen genau in der Woche vor der coronabedingten Schließung der Schulen gewesen, da habe man also Glück gehabt. Es sei beruhigend für die Eltern und die Kinder, schon vorher gewusst zu haben, wie es dann für sie weitergeht.

Die Schule müsse in der verbleibenden Zeit bis zu den Sommerferien eben schauen, dass die Kinder die noch fehlenden Kompetenzen für die Schulform, in die sie danach gehen, bekommen, sie dahin auf den Weg zu bringen. Man müsse bedenken, dass die seit fast neun Wochen keinen normalen Unterricht gehabt hätten, so Renate Kollek.

Erfolgsmeldung: 58 Anmeldungen für die Klassenstufe 5

Sie hat auch noch eine Erfolgsmeldung: 58 Anmeldungen für die Klassenstufe 5 liegen vor. Damit ist man eigentlich über dem Teiler, erstmals müssten, könnten also drei Fünferklassen gebildet werden. Die Konrektorin ist allerdings vorsichtig, verweist darauf, dass das letzte Wort dazu das Schulamt habe.

Sie lobt die enorme Motivation der Lehrer in dieser schwierigen Zeit, seufzt aber auch: „Schule ohne Kinder ist ja eigentlich unmöglich. Schule braucht Kinder. Aber ich freue mich, dass sich da endlich was getan hat, es, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, wieder möglich ist, dass wieder Leben im Gebäude ist.“

Schwarz-gelbe Markierungen auf dem Schulhof, auf den Treppen und in den Fluren weisen den Weg, sollen den „Verkehr“ regeln in der Gemeinschaftsschule. Rote Streifen zeigen an, wo man warten muss, etwa vor den Toiletten, wenn die besetzt sind. Das funktioniere alles sehr gut, versichert Konrektorin Renate Kollek. Die „Kinder“ seien diszipliniert, wobei sie da keinen Unterschied macht zwischen Viert- und Zehntklässlern. Sie sei erstaunt, wie gut vorbereitet die Schüler von zu Hause kommen. Es

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