Leutenbach

Steinkäuze: So viele Brutpaare wie noch nie

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Die Eulenart ist vom Aussterben bedroht. © Habermann / ZVW
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Mit einer Zange werden die Ringe befestigt ... © Habermann / ZVW
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© Habermann / ZVW
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... dann wird die Flügellänge gemessen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Zwei junge Steinkäuze. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Steinkäuze brüten normalerweise in Höhlen von Obstbäumen. Damit sie aber ausreichend Nistplätze finden, hat Werner Fleischmann zusammen mit anderen Ehrenamtlichen Röhren aufgehängt. Auf der Wiese bei Nellmersbach wachsen gerade zwei junge Steinkäuze in solch einer Röhre heran. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW
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Alle Werte werden von Werner Fleischmann in einer Tabelle festgehalten. © Habermann / ZVW
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Die Beringung von Steinkäuzen. © Habermann / ZVW

Leutenbach. Der Steinkauz hat es Werner Fleischmann von der Nabu-Gruppe Winnenden angetan. Die kleine Eulenart ist vom Aussterben bedroht. Um zu überwachen, ob und wie sie sich vermehren, beringt der 72-Jährige junge Steinkäuze. In diesem Jahr zählt er elf Brutpaare. „So viele waren es noch nie“, sagt der Leutenbacher. In der Vergangenheit waren es nur sechs oder sieben Paare.

Video: Werner Fleischmann von der Nabu Ortsgruppe Winnenden wiegt, misst und beringt Steinkäuze.

Werner Fleischmann steigt auf eine Leiter, die an einem Obstbaum lehnt. An einer Hand hält er einen Eimer, der mit etwas Sägespäne gefüllt ist. Über ihm ist eine Röhre waagrecht an einem Ast befestigt. Er zieht den runden Verschluss aus der Öffnung und greift in das Innere. Von einem Moment auf den anderen kommen zwei giftgrüne, runde Augen zum Vorschein, die sich ängstlich umschauen. Werner Fleischmann gibt den jungen Steinkauz in den Eimer. Dann holt er noch einen zweiten aus der Niströhre.

Es gibt auch traurige Momente

Es ist immer ein spannender Moment für den 72-Jährigen. Man müsste bedenken, dass von vier jungen Steinkäuzen zwei überleben – „so will es das Gesetz der Natur“, sagt er. Es kam auch schon vor, dass er an eine Niströhre kam und er die Brut verlassen vorgefunden hatte. Einmal nisteten Wildbienen in den Lüftungslöchern. „Das Steinkauzweibchen kam nicht mehr“ – traurige Momente für den Tierschützer.

Die Plätze sind rar 

Rund 30 junge Steinkäuze hat der 72-Jährige bereits in diesem Jahr beringt. In elf Röhren wachsen in diesem Jahr Junge der seltenen Eulenart heran – mehr, als in den vergangenen Jahren die Regel waren, freut er sich. 40 dieser Röhren hat er gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen von der Ortsgruppe Winnenden des Naturschutzbundes im Gebiet Leutenbach aufgehängt, 20 sind es in Winnenden. Die Plätze sind rar. Gesucht werden waagrechte Äste im Schatten, auf denen sie die Röhren befestigen können. Für den Fall, dass sie den Baumbesitzer nicht kennen, haben sie alle Röhren mit einem Etikett samt Erklärung versehen.

Mindestens 15 Tage alt bei Beringung

Anfang Mai schaut Werner Fleischmann zum ersten Mal in die Niströhren, um herauszufinden, wo überall Paare brüten. Ende Mai/Anfang Juni werden Steinkäuze beringt. Sie sollten mindestens 15 Tage alt sein. Diese hier, die in einem Obstbaum auf einer Streuobstwiese bei Nellmersbach groß werden, schätzt er auf 25 Tage. „Sie fliegen demnächst aus“, sagt er.

Steinkäuze werden gewogen und vermessen

In seinem Kofferraum hat Werner Fleischmann alles, was er zum Beringen braucht: Zangen, die Silberringe, die mit einer Zahl versehen sind, außerdem eine Liste, auf der er die Werte einträgt, um sie später in die Datenbank zu übertragen. Die Nummern stammen von der Vogelwarte in Radolfzell. Werner Fleischmann hat aber auch eine Waage dabei, mit welcher er das Gewicht der jungen Eulen feststellt. „128 Gramm“, sagt Fleischmann zufrieden. Anschließend misst er die Spannweite der Flügel. Man will feststellen, wo sich die Steinkäuze austauschen – ein kreisweites Projekt, erklärt er. Durch die Nummern weiß man, dass dies mit dem Kreis Ludwigsburg geschieht. Die Datenbank verrät es – „gell, du kleiner 87 430“, sagt Fleischmann liebevoll zu dem jungen Steinkauz, bevor er ihn zurück in den Eimer und dann in die Niströhre setzt.

Prüfung abgelegt

Dass Werner Fleischmann junge Steinkäuze beringen darf, dafür musste er an einer Schulung teilnehmen. Anschließend musste er sich unter Beweis stellen und zwei Jahre lang bei Beringungen mitgehen, wonach ihm die Lizenz und die Beringungserlaubnis vom Regierungspräsidium erteilt worden ist.