Leutenbach

Umbau der Leutenbacher Gemeinschaftsschule nach sieben Jahren abgeschlossen

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Ja, da kann man schon staunen: Die neuen naturwissenschaftlichen Fachräume und ihre Ausstattung. © büttner

Sechs Bauabschnitte, verteilt auf sieben Jahre, das größte Bauprojekt der Gemeinde in ihrer Geschichte, das ist der Umbau mit Erweiterung der Gemeinschaftsschule gewesen, begonnen nach Einführung dieser Schulform in Leutenbach, die die bisherige Werkrealschule ablöste. 8,9 Millionen Euro sind investiert worden, darunter 1,7 Millionen Förderung vom Land und rund zwei Millionen Euro von der Stadt Winnenden, weil von dort zu einem erheblichen Anteil ebenfalls Schüler kommen.

Eigentlich hätte der Abschluss groß mit einem Fest für alle gefeiert werden sollen, aus verschiedenen Gründen, darunter krankheitsbedingter Vakanz in der Schulleitung, wurde das aber mehrmals verschoben. Nun wurde es nachgeholt, in kleinem Rahmen, bevor es, so Bürgermeister Jürgen Kiesl bei der „Bauabschlussfeier“, endgültig zu spät gewesen wäre. Er erinnerte in seinem Rückblick an die Exkursion damals nach Kupferzell, um sich eine der ersten Gemeinschaftsschulen im Land anzuschauen, daran, dass die vorherige Werkrealschule eine Notlösung gewesen war, um die Hauptschule irgendwie in Zukunft zu bringen, dass die damals nur 15 Schüler in der Eingangsklasse hatte und damit der Schulstandort gefährdet war.

Daran, dass die Rektorin Sonja Frech zu ihm kam und ihn beschwor „wir müssen Gemeinschaftsschule werden“. Diese Forderung und der daraufhin eingeschlagene Weg, entgegen der Befürchtung, der ende womöglich in einer Sackgasse, seien richtig gewesen, das wisse man heute, mit rund 50 Schülern in der fünften Klassenstufe, so Kiesl. Auch wenn sich die Prognose damals, dass es in acht bis zehn Jahren nur noch ein zweigliedriges Schulsystem geben werde, nicht erfüllt habe.

Aus knapp unter einer Million wurden fast neun Millionen Euro

Er erinnerte auch an die damalige Kostenprognose „knapp unter einer Million“, immer sei noch etwas Neues dazugekommen, was es verteuert habe und so sei es auch richtig gewesen, Bauabschnitte zu bilden. Mittlerweile habe man eine durchgängige Zweizügigkeit, die Schülerzahlen in der Sekundarstufe hätten sich verdreifacht. Von derzeit 270 Schülern kommen 115 aus Winnenden, 11 aus weiteren auswärtigen Kommunen. Der Anteil der Auswärtigen liegt bei 47 Prozent, insgesamt an der Schule, mit Grundschule, bei 30 Prozent.

Die Bauabschnitte waren: 1. Neubau Mensa, 2. Sanierung des Bestandsgebäudes Ost, 3. Aufstockung des Mensagebäudes mit Räumen für die Ganztagesbetreuung, 4. Anbau und Umbau des Westflügels des Hauptgebäudes, 5. Umbau der naturwissenschaftlichen Räume, 6. Bau des Kleinspielfelds auf der anderen Seite des Hauptgebäudes. Das alles zusammen bedeute einen „Paradigmenwechsel“, so Kiesl: „Die Schule ist nicht mehr dieselbe“, natürlich im positiven Sinne von ihm gemeint, bezogen unter anderem auf den Ganztagesbetrieb, die neuen naturwissenschaftlichen Räume und auch die Barrierefreiheit. Die Schule habe auch bei der Ausstattung, der Technik erheblich an Wert gewonnen. Und alle Arbeiten seien ja bei laufendem Betrieb erfolgt, betonte Kiesl. Es sei ein langer Weg gewesen, ein Marathonlauf, aber nie sei die Rede davon gewesen, auch bei der Gemeinde als Schulträger nicht, unterwegs aufzuhören, aufzugeben.

An den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung vor zehn Jahren erinnerte in ihrem Grußwort Schulamtsleiterin Sabine Hagenmüller-Gehring. Es sei eine schwierige Zeit gewesen, weil die damaligen Werkrealschulen an Attraktivität verloren hatten. Bei der Einführung ihrer Nachfolgerin, der Gemeinschaftsschule, seien harte, schwere Entscheidung angestanden, nämlich eine Auswahl zu treffen, mit ungewissen Erwartungen, welche Schule wohl überleben könne.

Im Kreis wechseln mehr Viertklässler auf die Gemeinschaftsschule als im Land

Die in Leutenbach habe den Schritt wagen wollen, mit Unterstützung der Gemeinde von Anfang an. Es sei kein Spaziergang gewesen, sondern eine große Herausforderung, die neue Schulart mit einem neuen pädagogischen Konzept zu entwickeln: „Heute, angesichts stabiler Schülerzahlen und hoher Akzeptanz, wissen wir, dass es der richtige Weg war.“ Fast 27 Prozent der Viertklässler im Rems-Murr-Kreis wechseln auf eine Gemeinschaftsschule, das seien etwa zehn Prozent mehr als im Land, betonte Sabine Hagenmüller-Gehring. Dass die Gemeinde erheblich in ihre Schule investiert habe, zeige den Stellenwert, den sie der Bildung beimesse. „Die Gemeinde hat immer zu ihrer Schule gestanden, auch in den schwierigen Zeiten.“

Es seien acht turbulente Jahre gewesen, so Konrektorin Renate Kollek: „Wir wussten ja damals nicht, was auf uns zukommt, welche Herausforderungen uns erwarten.“ Aber mit dem Ausbau der Schule sei wirklich „Zukunft gebaut worden“, so die kommissarische Schulleiterin, auf ein Zitat des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry Bezug nehmend. Besonders beeindruckend seien aus ihrer Sicht die innovative technische Ausstattung, die digitalisierten Lernräume.

Es blieb nicht bei Reden und Ständerling. Die Festgäste konnten sich auf einem Rundgang mit Besichtigung der neuen und neu gestalteten Räume mit eigenen Augen davon überzeugen, wie viel sich in der Schule seit 2015 getan, verändert hat.

Sechs Bauabschnitte, verteilt auf sieben Jahre, das größte Bauprojekt der Gemeinde in ihrer Geschichte, das ist der Umbau mit Erweiterung der Gemeinschaftsschule gewesen, begonnen nach Einführung dieser Schulform in Leutenbach, die die bisherige Werkrealschule ablöste. 8,9 Millionen Euro sind investiert worden, darunter 1,7 Millionen Förderung vom Land und rund zwei Millionen Euro von der Stadt Winnenden, weil von dort zu einem erheblichen Anteil ebenfalls Schüler kommen.

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