Leutenbach

Weitere 2,25 Millionen Euro für Schulausbau

Mensa
Erst im September hat die Gemeinde Leutenbach den neuen Ganztagesanbau mit Mensa feierlich in Betrieb genommen. Im Jahr 2020 will die Gemeinde die nächste Eröffnung auf dem Schulgelände feiern. © Thomas Schlegel (Archivbild)

Leutenbach. Einstimmig gaben die Mitglieder des Gemeinderats in ihrer letzten Sitzung im Jahr 2016 den Weg frei für den weiteren Um- und Anbau der Gemeinschaftsschule. Demnach wird Leutenbach weitere 2,25 Millionen Euro investieren. Die Bauarbeiten sollen bis Frühjahr 2020 abgeschlossen sein.

„Wer kann hier mit auf den Startknopf drücken, damit die Ampel auf Grün geht?“, fragte Bürgermeister Jürgen Kiesl in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag, nachdem Hauptamtsleiter Jakob Schröder und Bauamtsleiter Roland Schippert die weiteren Umgestaltungsmaßnahmen und Bauvorhaben an der Gemeinschaftsschule Leutenbach vorgestellt haben. Die Antwort fiel klar und deutlich aus: Geschlossen stimmte der Gemeinderat dafür, dass nun nach dem Vorentwurf mit der konkreten Bauplanung begonnen wird, und das Ausbaukonzept der Gemeinschaftsschule weiter umgesetzt wird. Gleichzeitig muss Leutenbach aktuelle Brandschutzvorgaben angehen und dafür sorgen, dass die Schule barrierefrei wird.

Vom Start bis heute investiert Leutenbach 5,75 Millionen Euro

Rechnet man die für die kommenden Baumaßnahmen angesetzten 2,25 Millionen Euro ein, hat Leutenbach rund 5,75 Millionen Euro in ihren Schulstandort investiert. Das Regierungspräsidium sagte bereits Fördermitteln von 400 000 Euro zu.

Nachdem der Gemeinderat im Juni 2015 mit der weiteren Planung das Architekturbüro Wiechers Beck beauftragt hat, haben diese gemeinsam mit der Schulleitung ein Raumkonzept entwickelt, was vom Regierungspräsidium gegengeprüft wurde. Sobald Hort und Kernzeitbetreuung, bei denen die Nachfrage in den vergangenen Jahren steigen, voraussichtlich im Frühjahr 2019 in den neuen Anbau umgezogen sind, werden die bestehenden Räume umgebaut: Neben den Klassenzimmern sind Inputräume und Lerninseln vorgesehen. Ebenfalls werden weitere, dem Typ Gemeinschaftsschule entsprechende Möbel angeschafft.

Weitere 200 000 Euro wird die Gemeinde für den Umbau der naturwissenschaftlichen Räume in die Hand nehmen müssen. Der Großteil hierfür wurde bereits im Haushaltsplan von 2016 berücksichtigt.

Weder eine Minimallösung habe man beim Schulumbau gewählt, noch eine Luxuslösung mit unverhältnismäßigen Baumaßnahmen. Vielmehr sei das Ausbaukonzept so angelegt, dass das Gebäude für eine stabile Zweizügigkeit einer Gemeinschaftsschule angemessen ausgestattet ist, heißt es in den Beratungsunterlagen.

Eine Maßnahme, die dennoch Einfluss auf den Schulalltag haben wird, weshalb Andreas Häußermann (CDU) wissen wollte, wie sehr der Schulbetrieb unter dem Umbau leiden könnte. „Nicht, dass Eltern im neuen Schuljahr sagen: Ich schicke mein Kind doch nicht auf eine Baustelle!“ Ein Konzept für die Bauzeit gibt es bereits, so Hauptamtsleiter Jakob Schröder. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass man auf externe Gebäude ausweichen müsste.“ Raum biete aber auch der neue Anbau mit Mensa. Dr. Daniel Couzinet (CDU) bemängelte, dass der Brandschutz immer mehr Beachtung genieße und von keinem hinterfragt werde. „Wir müssen das so umsetzen. Das sind die rechtlichen Vorgaben.“ Renate Flemming (SPD) erkundigte sich, wie die aktuelle Situation bei Schülern und dem Umstand, dass manches Arbeiten im Flur erfolgt. Jakob Schröder winkte ab: Nach dem Umbau wird es abgegrenzte Lerninseln geben. Der erste Schritt sei getan, betonte Erwin Schmidt (FWG) und sagte, dass man schauen müsste, dass es weitergeht. Ein Appell, dem alle folgten. Direkt im Anschluss an die Sitzung verschickte die Verwaltungsspitze eine Pressemitteilung. „Durch den weiteren Ausbau setzt der Gemeinderat ein deutliches Zeichen, dass Schulbildung und Persönlichkeitsentwicklung in Leutenbach einen hohen Stellenwert genießt“, sagt Bürgermeister Kiesl in dieser.

Rück- und Ausblick

Im Jahr 2012 hat sich der Gemeinderat für die Umwandlung der Werkrealschule in eine Gemeinschaftsschule entschieden. Weil damals noch nicht absehbar war, wie die neue Schulform angenommen wird, wählte man ein vorsichtiges Vorgehen, unterteilte das Bauvorhaben in drei Abschnitte und gab zunächst grünes Licht für den Ganztagesanbau mit Mensa.

„Die Schule genießt einen guten Ruf“, geht aus den Beratungsunterlagen hervor. Zweizügig gestartet, wird sie von Eltern und Schülern gut angenommen. Die beiden folgenden Bauabschnitte zwei und drei sollen deshalb zusammengefasst werden, weil man Zeit sparen will. „Wir sind jetzt in einer Phase, wo jeder Tag zählt“, sagte Bauamtsleiter Roland Schippert am Freitagabend und verwies auf den engen Zeitplan mit einer Bauzeit von 30 Monaten. Zunächst sollen neue Räume für Hort und Kernzeitbetreuung (Aufbau; dritte Etage, Mensa-Gebäude) geschaffen werden. Die dadurch freien Klassenräume werden entsprechend der Vorgaben umgebaut.

Gleichzeitig gilt es, die Schule in Sachen Barrierefreiheit und Brandschutz auf den aktuellen Stand zu bringen. Seit dem Ausbau von 1990 haben sich die Brandschutzvorgaben verändert, weshalb beim Umbau gleichzeitig etwa neue Brandschutztüren eingebaut und Fluchtwege optimiert werden sollen. Außerdem wird es einen Aufzug geben, und die Räume sollen so ausgestattet sein, dass sie für Menschen mit Behinderung gut erreichbar und zugänglich sind.