Leutenbach

Wenn's im Most-Keller von Bernhard Müller mal wieder knallt - Cider aus Leutenbach bekommt internationale Auszeichnung

Bernhard Müller
Bernhard Müller in seinem Most-Keller an der Leutenbacher Hauptstraße. © Klecker

Seit kurzem hat Leutenbach einen international ausgezeichneten Cider. Hergestellt hat ihn Bernhard Müller in seiner Mostmanufaktur an der Hauptstraße. Weil er in den vergangenen Jahren sehr oft bei Proben in der Gegend Preise abgeräumt hat, hat er sich dazu entschieden, an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen: dem Cider World Award. Die Konkurrenz teils namhaft, aus der ganzen Welt. Von Österreich, Norwegen über Lettland, Großbritannien bis nach Japan. „Wenn man sich die Teilnehmer anschaut, bin ich ein kleines Licht“, stellt Bernhard Müller ganz bescheiden fest. Trotzdem schickt er Proben seiner Getränke ein. „Von jedem teilnehmenden Getränk acht Flaschen“, erklärt Müller.

Um einen Punkt an der goldenen Auszeichnung vorbeigeschrammt

Eine gute Entscheidung, wie sich inzwischen herausgestellt hat. Sein Cider wurde von den Experten mit dem Silver Award ausgezeichnet, hat 108 von 120 möglichen Punkten erhalten. „Ab 109 Punkte hätte ich die goldene Auszeichnung erhalten“, ärgert sich der Leutenbacher, blickt aber nach vorne. „Man braucht ja auch Ziele für den nächsten Wettbewerb“, hofft der 65-Jährige auf weitere Auszeichnungen. Wie in Pandemiezeiten üblich, konnten Bernhard Müller und seine Frau Ursula nicht vor Ort in Frankfurt am Main an der Veranstaltung teilnehmen, sondern per Video vom heimischen Computer aus. „Das war etwas schade“, seufzt Ursula Müller. Gefreut haben sich die beiden trotzdem riesig. Denn eigentlich ist das Mostmachen nur ein Hobby von Bernhard Müller. Doch seit der 65-Jährige seit vergangenem Jahr Rentner ist, investiert er noch mehr Zeit in seine Passion. „Wenn wir nicht gerade bei der Apfellese sind, dann ist er entweder an der Presse oder im Most-Keller“, weiß Ursula Müller.

Angefangen hat Müller mit einem Sonntags-Most

Zu seinen Anfangszeiten hat Bernhard Müller einen Sonntags-Most gemacht. Diesen gab es früher an besagtem Wochentag oder zu besonderen Anlässen. „Heutzutage achtet man da nicht mehr so genau drauf“, sagt Müller mit einem Lachen. Im Jahr 2015 belegte er bei einer Mostprämierung des Obst- und Gartenbauvereins Leutenbach mit diesem den ersten Platz. „Das hat den Ehrgeiz geweckt“, erinnert sich Müller. In Leutenbach und andernorts folgten weitere Auszeichnungen. „Als er in Urbach mal gewonnen hat, da hieß es, dass der Sieg ins Ausland geht“, erinnert sich Ursula Müller. Fast schon peinlich sei es ihr teilweise gewesen, dass die Getränke ihres Gatten so gut ankommen. Doch der hat längst nicht genug, tüftelt in seinem Most-Keller an neuen Kreationen. „Most ist nicht jedermanns Sache. Cider, quasi Most mit Kohlensäure, schmeckt spritziger“, erklärt Bernhard Müller. Teilweise mischt er seinem Apfelwein einen anderen, zusätzlichen Fruchtsaft bei, hat einen Cider mit Traubensaft verfeinert im Angebot.

Neben unterschiedlichem Most und Cidern bietet Bernhard Müller in seiner Mostmanufaktur unter anderem auch Liköre, Schnäpse und Sekt an. Im vergangenen Jahr habe er schätzungsweise knapp 2000 Liter an Getränken hergestellt. „Wenn zu viel Druck in der Flasche ist, ist es auch schon vorgekommen, dass es die Flasche verreißt, es im Keller mal knallt“, berichtet der Most-Tüftler. Das meiste habe er sich durch Ausprobieren angeeignet oder vom Vater gelernt. „Hin und wieder informiert man sich natürlich auch mal im Internet oder in Büchern“, so Müller. Ist er mit einer seiner Kreationen zufrieden, bringt er sie nach Neustadt in das Weinlabor von Horst Klingler. „Dort bekomme ich dann eine umfassende Analyse, Infos zur Qualität und Tipps, was vielleicht noch fehlt“, erzählt Müller.

Noch aktiver vertreiben, etwa in Kooperation mit Gastronomien, will er seine Getränke vorerst nicht. „Dazu fehlen mir die Kapazitäten“, sagt er. Sehr wohl will er aber weitertüfteln. So schwebt ihm etwa ein fertig gemischtes Mostschorle in der Flasche vor.

Seit kurzem hat Leutenbach einen international ausgezeichneten Cider. Hergestellt hat ihn Bernhard Müller in seiner Mostmanufaktur an der Hauptstraße. Weil er in den vergangenen Jahren sehr oft bei Proben in der Gegend Preise abgeräumt hat, hat er sich dazu entschieden, an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen: dem Cider World Award. Die Konkurrenz teils namhaft, aus der ganzen Welt. Von Österreich, Norwegen über Lettland, Großbritannien bis nach Japan. „Wenn man sich die Teilnehmer

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