Leutenbach

Zum Tod von Leutenbachs Altbürgermeister Ernst Schniepp

ehrenbürger Ernst Schniepp Leutenbach Schumannweg 10 Portrait von Ernst Schniepp, dem demnächst die Ehrenbürgerwürde verliehen w
Ernst Schniepp (†). © Benjamin Buettner

Altbürgermeister Ernst Schniepp ist am Montag im Alter von 91 Jahren gestorben. Von 1956 bis 1974 war er Bürgermeister der damals noch eigenständigen Gemeinde Leutenbach. Auf seine Initiative hin haben sich die Gemeinden Nellmersbach, Weiler zum Stein und Leutenbach zum
1. Januar 1975 zusammengeschlossen.

„Vordenker, Motivator und Motor“

„Das war sicher sein größter Erfolg als Bürgermeister. Er war ein Vordenker, Motivator und Motor“, sagt sein aktueller Nachfolger, Jürgen Kiesl. Ohne ihn hätte es die Vereinigung der Gemeinden wohl nicht gegeben. Einen Satz, der seine Art ganz gut zeigt, hat Schniepp im Vorfeld der Zusammenlegung gesagt: „Wir wollen die Chance nicht vertun und müssen an Morgen denken, auch wenn einige noch von vorgestern reden.“

Damals habe man dies nicht ausreichend wertgeschätzt, weshalb man ihn 40 Jahre später, im Jahr 2014, zum Ehrenbürger ernannt habe, erzählt Kiesl.

Eigentlich wollte Ernst Schniepp Förster werden

Bürgermeister wollte Ernst Schniepp gar nie werden. In einem Interview, das unsere Zeitung 2014 mit ihm geführt hat, erzählte er, wie es trotzdem dazu gekommen ist. „Per Zufall. Denn eigentlich wollte ich Förster werden. Ich habe nach dem Abitur nur mal so mit einem Freund einen Eignungstest für die Verwaltungslaufbahn gemacht. „Mal seh’n, ob ich zum Bürokraten tauge“, dachte ich mir. Man habe 150 Punkte benötigt, er machte deutlich mehr - und schlug den Weg ein. Mit 26 Jahren hat er sich für das Amt in Leutenbach beworben. Bei seiner Verabschiedung war er 45 und hat das Bundesverdienstkreuz erhalten. Als einen seiner schönsten Momente im Amt beschreibt Schniepp damals die Einweihung der heutigen Gemeinschaftsschule. Ursprünglich sei es geplant gewesen, die jetzige Tierklinik an der Winnender Straße zu erweitern. Doch Schniepp konnte die Gemeinderäte von einem neuen Standort am Ortsrand überzeugen. Auch der Bau der Rems-Murr-Halle fällt in Schniepps Amtszeit, in der sich die Einwohnerzahl der Gemeinde Leutenbach nahezu verdoppelt hat. Im Rathaus habe es damals nur drei Mitarbeiter gegeben: den Bürgermeister, eine Schreibkraft und den Stift.

Im Anschluss an die Zeit als Leutenbacher Bürgermeister war Schniepp Verwaltungsdirektor in einem Diakonieverband und anschließend stellvertretender Geschäftsführer im Landesjagdverband. Jagen war sein Hobby, der Naturschutz sein Element. Im hohen Alter hat Schniepp damit begonnen, Französisch zu lernen. Außerdem regelmäßig Englisch und Latein geübt, damit er die Sprache nicht verlernt.

„Er war ein personifiziertes, lokales Gedächtnis“

Ernst Schniepp war ein Mann, der unglaublich viel zu erzählen hatte. „Er war ein personifiziertes, lokales Gedächtnis“, erinnert sich Kiesl. Auch nach seiner Zeit als Bürgermeister brachte er sich in der Gemeinde ein, unter anderem im Heimatmuseum. „Man hat ihn regelmäßig gesehen. So zum Beispiel in der Kirche oder bei der Gymnastik. Aber er hat sich nie in den Vordergrund gedrängt“, erzählt Bürgermeister Jürgen Kiesl. Ernst Schniepp war verheiratet, er hinterlässt seine Ehefrau Sieglinde.

Altbürgermeister Ernst Schniepp ist am Montag im Alter von 91 Jahren gestorben. Von 1956 bis 1974 war er Bürgermeister der damals noch eigenständigen Gemeinde Leutenbach. Auf seine Initiative hin haben sich die Gemeinden Nellmersbach, Weiler zum Stein und Leutenbach zum
1. Januar 1975 zusammengeschlossen.

„Vordenker, Motivator und Motor“

„Das war sicher sein größter Erfolg als Bürgermeister. Er war ein Vordenker, Motivator und Motor“, sagt sein aktueller Nachfolger,

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