Plüderhausen

Andreas Schaffer übergibt Plüderhäuser Bürgermeister-Amt an Benjamin Treiber

Übergabe
Der eine kommt, der andere geht: Alt-Bürgermeister Andreas Schaffer (rechts) und der neue Schultes Benjamin Treiber. © Gabriel Habermann

Häufig hat der Schwurstab in Plüderhausen seit dem Zweiten Weltkrieg noch nicht seinen Besitzer gewechselt – denn nur einmal haben die Bürger der Gemeinde bislang einen Amtswechsel im Rathaus erlebt. Willi Roos, der 38 Jahre lang Bürgermeister von Plüderhausen war, überreichte das mehr als 300 Jahre alte Insigne der Macht Ende März 1986 an Andreas Schaffer.

Es gehörte einst dem vom württembergischen Herzog eingesetzten Amtsmann, der der Stabsgemeinde Plüderhausen vorstand, zu deren Verbund auch mehrere kleine Orte wie etwa Rattenharz zählten. Mit diesem Stab konnte damals Recht gesprochen werden. Heute ist es das traditionelle Symbol des jeweils amtierenden Bürgermeisters.

Ein "prächtiges und mächtiges Rathaus"

Nach dreieinhalb Dekaden bekommt der Schwurstab jetzt einen neuen Besitzer. Am Mittwochvormittag trafen sich Andreas Schaffer und sein Nachfolger Benjamin Treiber dazu im Amtszimmer des Bürgermeisters. Neben dieser eher symbolischen Übergabe erhielt der neue vom alten Schultes unter anderem auch den Rathausschlüssel – und damit die Hausherrschaft über das 1914 erbaute Jugendstilgebäude, das Schaffer als „prächtiges und mächtiges Rathaus“ und als „stolzen Bau“ bezeichnete, der in einer Phase entstand, in der die Gemeinde finanziell gut aufgestellt war.

Schaffer hat „bis zum letzten Tag Vollgas gegeben“

Es sei nicht nur „eines der schönsten Gebäude in Plüderhausen“, sondern auch „eines der schönsten Rathäuser in der Region“. In diesem wird nun Benjamin Treiber die Amtsgeschäfte führen. „Seit Wochen sind wir bereits im Wechselbetrieb“, sagte Schaffer. Bei vielen Terminen im Ort waren beide Bürgermeister bereits gemeinsam unterwegs. Und auch ins Rathaus selbst hat Treiber bereits Einblicke bekommen.

„Es gab eine echte Übergabe in den letzten Wochen“, sagte Treiber, der seinem Amtsvorgänger für den geordneten Übergang dankte. Er habe sein Versprechen vom Wahlabend voll eingelöst und ihn mit vielen Informationen versorgt. Treiber dankte auch dafür, dass Schaffer „bis zum letzten Tag Vollgas“ gegeben und seinen Urlaubsanspruch habe verstreichen lassen. Das sei nicht unbedingt üblich, fand der neue Bürgermeister. „Sie wirkten keinen Tag amtsmüde. Das sagt auch viel über Sie aus.“

Seit einem Jahr keinen Urlaub mehr gehabt

Etwas „ausgespannt“ sei er allerdings schon, gab Schaffer zu. Schließlich habe er seit einem Jahr keinen wirklichen Urlaub mehr gehabt. „Ich freue mich, wenn ich den Rucksack nun übergeben darf.“

Ganz verabschieden wird sich Andreas Schaffer aber noch nicht. Einen kleinen Stapel Arbeit hat er am Mittwoch aus dem Amtszimmer mit nach Hause genommen. Darunter zwei längere Briefe von Bürgern, die ihn am letzten Amtstag erreichten und die er noch beantworten wolle.

Ein Amt mit viel Gestaltungsspielraum

Seinem Nachfolger wünschte er „einen guten Start“ und „dass er mit ähnlich viel Freude und Begeisterung das Amt ausfüllt“ wie er selbst in all den vielen Jahren.

Schließlich müsse man in dem Beruf zwar ziemlich viel arbeiten, aber er biete zugleich auch „unendliche Gestaltungsmöglichkeiten“ – und diese zusammen mit den Bürgern auszufüllen, das schaffe eine große Zufriedenheit.

Offiziell ins Amt eingeführt wird Benjamin Treiber bei der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 8. Juli, um 18.30 Uhr im Festsaal der Staufenhalle. Coronabedingt werden die Plätze allerdings begrenzt sein. Wie sich Bürger für den Festakt anmelden und wie viele Zuschauer erlaubt sind, das wird die Gemeinde in den kommenden Tagen noch mitteilen.

Häufig hat der Schwurstab in Plüderhausen seit dem Zweiten Weltkrieg noch nicht seinen Besitzer gewechselt – denn nur einmal haben die Bürger der Gemeinde bislang einen Amtswechsel im Rathaus erlebt. Willi Roos, der 38 Jahre lang Bürgermeister von Plüderhausen war, überreichte das mehr als 300 Jahre alte Insigne der Macht Ende März 1986 an Andreas Schaffer.

Es gehörte einst dem vom württembergischen Herzog eingesetzten Amtsmann, der der Stabsgemeinde Plüderhausen vorstand, zu deren

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