Plüderhausen

Bahnbrücke  wird erneuert: Ab 2. Juni keine Züge zwischen Gmünd und Schorndorf

Plüderhausen Bahnbrücke
Plüderhausen bekommt eine neue Bahnbrücke. An der bestehenden wird der für kommenden Dienstag geplante Austausch im Moment vorbereitet. © Benjamin Büttner

Laute Geräusche hatten Mittwochfrüh einige Plüderhäuser aus dem Schlaf geweckt. Sie kamen von den Bahngleisen, genauer: der Brücke über dem Bärenbach am Rande des Industriegebiets und unweit des Theaterbrettles. Dass dort nachts gearbeitet wird, darüber hat das Unternehmen die direkten Anwohner informiert.

In den sozialen Medien haben sich einige Plüderhäuser dennoch gewundert. Die Reaktionen in der örtlichen Facebook-Gruppe fielen entsprechend gemischt aus – und reichten von leichtem Unmut („Muss vermutlich sein. Aber nachts??“) bis vollstem Verständnis („Tagsüber müssen die Leute ja zum Schaffen, da wäre diese Arbeit aufgrund des Verkehrs eher unpraktisch für die meisten“).

Die Brücke wurde bereits vor 130 Jahren errichtet

Doch was genau wird an den Bahngleisen gerade gemacht? Wir haben bei der Deutschen Bahn, Eigentümerin des Schienennetzes, nachgefragt. Im Zuge einer größeren Baumaßnahme soll die Brücke über dem Bärenbach komplett erneuert werden, sagt die für die Baustelle zuständige Projektleiterin Sabine Kleiß. Im vergangenen Herbst haben dazu bereits Vorarbeiten stattgefunden. Dabei seien die Widerlager der alten Brücke bereits abgebaut und neu betoniert worden. Spundwände und eine Hilfsbrücke habe man bereits im November errichtet. Diese soll jetzt gegen eine neue Konstruktion ausgetauscht werden.

Beton und Stahl haben nach dieser langen Zeit ausgedient

Am kommenden Dienstag, 2. Juni soll die Hilfsbrücke ausgehoben und dann durch eine neue Stahl-Beton-Konstruktion ausgetauscht werden. Dabei kommt ein großer Autokran zum Einsatz.

Plüderhausen Bahnbrücke
Während der Bauarbeiten kann es mitunter laut werden. © Benjamin Büttner

„Die Laufzeit der Brücke ist überschritten“, nennt Kleiß als Grund für den Austausch. Teile der Brücke, darunter auch Teile des Widerlagers, seien noch aus dem Jahr 1880, als die Brücke entstand. In den 1960er Jahren sei die Brücke dann zwar modernisiert worden, „aber Beton und Stahl haben ausgedient“.

Es wird rund um die Uhr gearbeitet und kann auch nachts laut werden

Die lichten Abmessungen der Brücke werden indes auch nach dem Neubau beibehalten, sprich: An der Höhe oder Breite des Bauwerks wird sich auch künftig nichts ändern.

Während der Bauzeit wird rund um die Uhr an der Brücke gearbeitet. Die Bahn bemühe sich zwar, die Beeinträchtigungen weitestgehend zu minimieren. Dennoch seien durch die Bauarbeiten zeitweise erhebliche Störungen und Baulärm nicht vermeidbar. Zur Bewertung der zu erwartenden Lärmbeeinträchtigung habe das Unternehmen vorab schalltechnische Untersuchungen durchgeführt.

Der zu erwartende Lärmpegel könne dabei zeitweise die zu beachtenden Nachtgrenzwerte überschreiten. Für die Unannehmlichkeiten und Belastungen bitte die Bahn um Verständnis.

Die Bahnstrecke zwischen Schorndorf und Gmünd ist ab 2. Juni gesperrt

Aufgrund der Bauarbeiten ist die Strecke der Remsbahn zwischen Schorndorf und Schwäbisch Gmünd von Dienstag, 2., bis Freitag, 5. Juni, voll gesperrt. Es werde ein Schienenersatzverkehr angeboten, so informiert das Bahn-Unternehmen Go Ahead, das die Bahngleise für die Remsbahn-Linien RB 13 und IRE 1 nutzt, in einer Pressemitteilung.

Die Streckenabschnitte zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Schorndorf sowie Schwäbisch Gmünd und Aalen/Crailsheim werden nach wie vor nach dem gültigen Corona-Plus-Fahrplan bedient.

Für die Stationen Schorndorf und Schwäbisch Gmünd soll es laut Go Ahead sogenannte „Reisendenlenker“ geben, die den Bahn-Nutzern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Reisezeiten zwischen Stuttgart und Aalen/Crailsheim werden sich durch die Baustelle zum Teil erheblich verlängern.

Das ändert sich ab Dienstag für die Bahnreisenden

  • Die Streckenabschnitte Stuttgart-Schorndorf sowie Schwäbisch Gmünd-Aalen/Crailsheim werden in den Ankunfts- und Abfahrtszeiten gemäß des aktuellen Corona-Plus-Sonderfahrplans bedient - zu finden auf der Homepage des Bahn-Unternehmens Go Ahead. Die Corona-Ersatzfahrpläne aller Nahverkehrsbahnen in Baden-Württemberg sind übrigens auf der Website der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg zu finden unter: https://www.nvbw.de/aufgaben/spnv-angebotsplanung/fahrplantabellen-coronavirus.
  • Zwischen Schorndorf und Schwäbisch Gmünd wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge zwischen Stuttgart und Schorndorf sowie zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen/Crailsheim werden sich nicht ändern.
  • Die Züge mit den Nummern 19494 (von Aalen nach Schwäbisch Gmünd), 19496 (von Schorndorf nach Stuttgart) sowie 19493 (von Schwäbisch Gmünd nach Aalen) fahren zusätzlich und ausschließlich an den vier Baustellentagen. Die Züge bekommen daher auch keine Ersatznummer und dienen als Anschluss an oder aus dem jeweils ersten und letzten Bus des Tages in Schorndorf und Schwäbisch Gmünd.