Plüderhausen

Click & Meet im Rems-Murr-Kreis ab Freitag: Ladenbesitzer freuen sich, die Kundschaft ist teils noch verwirrt

Bossert SM Küchenstudio
Frank Bossert im Rudersberger „sm Küchenstudio“, das ab Freitag via Click & Meet wieder Kundinnen und Kunden in seinen Räumen begrüßen wird. © Gabriel Habermann

Schon ab Freitag soll im Rems-Murr-Kreis mit dem Prinzip Click & Meet wieder ein Einkaufen vor Ort möglich sein. Das werden die aktuellen Inzidenzzahlen wohl zulassen. Für den Besuch im Laden mit Voranmeldung gelten aber weiterhin bestimmte Regeln. Kundinnen und Kunden müssen nachweisen, dass sie entweder von Corona Genesene oder schon vollständig geimpft sind. Auch wer einen negativen Corona-Test mitbringt, der nicht älter als 24 Stunden ist, darf in die Läden. Es gelten zudem weiterhin schon bekannte Hygiene- und Abstandsregeln.

„Wir würden auf jeden Fall am Freitag öffnen“, sagt Elke Dannenhauer vom Textil Dannenhauer in Plüderhausen. Sie habe auch das Konzept Click & Collect, bei dem die Kunden die Ware vorher bestellen und dann abholen durften, angeboten, das laufe aber nicht so gut, wie wenn die Kundinnen und Kunden sich im Laden umschauen dürften. „Click & Meet ist da schon noch einen Tick besser“, so Dannenhauer. An den normalen Umsatz komme ihr Laden damit natürlich nicht heran, „aber es ist besser wie nichts“.

Kunden und Kundinnen sind teils verwirrt darüber, was nun erlaubt ist

Vielen Kundinnen und Kunden sei aber auch nicht klar, welche Regeln nun gelten, sie leiste viel Aufklärungsarbeit. „Das ist für viele total verwirrend“, so Dannenhauer. „Sie meinen, dass sie ab Freitag wieder ganz normal reinkommen dürfen.“ Als sie die neuen Regelungen erklärte, hätten sich die Kundinnen und Kunden, die schon vollständig geimpft sind, zwar gefreut, andere hätten aber etwas enttäuscht reagiert. „Wir haben das Gefühl, die Kunden wollen eigentlich einkaufen und haben auch Bedarf, aber das Ganze hemmt sie.“

Wie sie die Impf-, Genesenen- und Testnachweise kontrollieren wird, muss Elke Dannenhauer sich noch final überlegen. „Auf jeden Fall machen wir das“, sagt sie, fragt sich aber, ob es zum Beispiel reichen würde, ein Schild an der Ladentür anzubringen, auf dem steht, dass Kundinnen und Kunden mit dem Eintritt in das Geschäft bestätigen, dass sie die Anforderungen erfüllen – oder ob die Nachweise vielleicht doch auch noch auf anderem Wege kontrolliert werden müssten.

Die Hoffnung auf Impfungen und niedrige Infektionszahlen

„Ich halte mich an die vorgegebenen Hygieneregeln“, sagt Sandra Jensen vom Plüderhauser Laden „Ambiente“ für Wohn-Accessoirs und Deko-Artikel dazu. Sie habe sich schon die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung heruntergeladen und setze im Geschäft ein Hygienekonzept um. „Wir müssen einfach an einem Strang ziehen, damit wir die Pandemie in den Griff bekommen.“

Auch Jensen plant, sobald wie möglich ihren Laden für Click & Meet aufzumachen. Für den Einzelhandel sei es „eine ganz schwierige Zeit“. Jeder kämpfe ums Überleben. Sie freut sich darauf, dass bald wieder Menschen im „Ambiente“ vorbeischauen werden. „Ich bin jeden Tag im Laden, dekoriere und lade Bilder auf Facebook und Instagram hoch“, sagt sie. „Man versucht, irgendwie durch die Pandemie zu kommen, damit man nicht schließen muss.“

Auch bei ihr rufen viele Menschen an, die sich unsicher sind, wie die Regeln sich nun verändern. Sie hofft darauf, dass die Impfungen die Infektionszahlen dauerhaft drücken werden.

Schwierig: Küche kaufen via Bildschirm

Für Frank Bossert vom Rudersberger „sm Küchenstudio“ wird es dringend Zeit, dass er wieder Menschen in seinem Laden begrüßen darf. „Viele Kunden warten sehnsüchtig darauf, dass sie nicht mehr nur am Bildschirm versorgt werden können“, sagt er. Wer in eine neue Küche investiere, wolle diese auch in echt sehen und erleben, wie sie sich anfühlt. „Das geht via Bildschirm nicht“, weiß Bossert. „Da kommen die Emotionen einfach nicht so rüber.“

Die Nachweise, die für Click & Meet benötigt werden, zu kontrollieren, das hält Frank Bossert für schwierig. „Ich frage natürlich“, sagt er, will dabei aber viel Vertrauen in die - hoffentlich richtigen - Aussagen seiner Kundschaft setzen.

Wartezeiten für Küchen sind durch Corona gestiegen

Durch die Krise hat das Küchenstudio eher mehr Arbeit als weniger, die Anfragen für Planungen sind laut Bossert gestiegen. Es hätten sich aber auch die Wartezeiten für Küchen erhöht. Normalerweise müssten Kundinnen und Kunden wenige Wochen auf eine neue Küche warten, momentan seien es aber zehn bis 16 Wochen. Der Grund seien die allgemeinen Lieferschwierigkeiten in vielen Branchen, mit denen momentan viele Unternehmen zu kämpfen haben.

Zudem konnte Frank Bossert manche Aufträge nicht problemlos schreiben, weil Kundenunterschriften fehlten - sie konnten ja nicht schnell im Laden vorbeikommen. Bei den Summen, die für Küchen zusammenkommen, sei es schon mit einem gewissen Risiko verbunden, wenn Bossert sich auf einen Zuruf am Telefon verlasse. „Zum Jahresende hin haben wir wahrscheinlich das Problem, dass wir gar nicht wissen, wie wir alles rechtzeitig einbauen können.“

"Wir müssen alle da durch"

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, antwortet Bossert auf die Frage, ob er damit rechnet, dass die Läden nun offen bleiben dürfen oder bald wieder zumachen müssen. Läge die Inzidenzzahl im Kreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 150, würde wieder die Notbremse greifen und Click & Meet wäre nicht mehr möglich. Für den Einzelhandel wäre das ein weiterer Rückschlag. „Ich hoffe, dass der Weg sich fortsetzt“, sagt Bossert über die momentan sinkenden Inzidenzzahlen. „Die Impfungen gehen ja nach oben.“

Elke Dannenhauer hofft ebenso, dass die Inzidenz bald weiter sinkt, damit das Einkaufen für ihre Kunden und Kundinnen wieder einfacher wird. Dass die Inzidenz bald wieder rasant steigt, das glaubt sie nicht – „außer es kommt eine vierte Welle“. Sonst sei sie insgesamt aber positiv gestimmt. „Es nützt ja auch alles nichts. Wir müssen alle da durch. Das wird.“

Schon ab Freitag soll im Rems-Murr-Kreis mit dem Prinzip Click & Meet wieder ein Einkaufen vor Ort möglich sein. Das werden die aktuellen Inzidenzzahlen wohl zulassen. Für den Besuch im Laden mit Voranmeldung gelten aber weiterhin bestimmte Regeln. Kundinnen und Kunden müssen nachweisen, dass sie entweder von Corona Genesene oder schon vollständig geimpft sind. Auch wer einen negativen Corona-Test mitbringt, der nicht älter als 24 Stunden ist, darf in die Läden. Es gelten zudem weiterhin

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