Plüderhausen

Das Regenwetter sorgt im Wald nach drei trocken-heißen Sommern für etwas Entspannung

WaldBuoch
Zuletzt arg vom Sommer gebeutelt, kann sich der Wald in diesem Jahr etwas erholen. © Gaby Schneider

Die Auswirkungen der vergangenen trocken-heißen Sommer auf den Wald waren verheerend: Der Grundwasserspiegel sank so tief, dass ihn viele Bäume kaum mehr erreichten. Neu gepflanzte Bäume verdursteten – und der Borkenkäfer wütete im heimischen Holz. Laut dem jüngsten Waldzustandsbericht des Landes-Agrarministeriums gelten 46 Prozent der Waldfläche in Baden-Württemberg als „deutlich geschädigt“.

Ganz so schlimm ist die Lage in der Region indes nicht, wie Christian Hamann, Förster im Revier Rudersberg-Weissacher Tal, berichtet. Das liegt vor allem an den langen und anhaltenden Regenfällen in diesem Sommer: „Der Regen ist spürbar im Wald angekommen.“ So konnte zumindest das vergangene Trockenjahr inzwischen ausgeglichen werden. „Aber die geschädigten Wurzeln sind immer noch da, die kann man so schnell nicht ausgleichen“, sagt Hamann. „Wir sind noch nicht auf Normalniveau, aber auf einem guten Weg.“

„Aufatmen für den Wald“, aber noch viel mehr Regen notwendig zur Regeneration

Vor allem Tannen und Buchen seien von der Trockenheit betroffen gewesen. Während die Tanne sich inzwischen etwas erholt habe und durch die Feuchtigkeit widerstandsfähiger sei, hätten die Schäden bei der Buche noch nicht ausgeglichen werden können. Noch ein, zwei solche regnerische Sommer seien wohl nötig, um den Wald wieder zu regenerieren, sagt Hamann.

Auch Julian Schmitt, Förster im Revier Schorndorf-Plüderhausen, spricht von einem „Aufatmen für den Wald“. Die Niederschläge hätten Druck herausgenommen. Aber „ein Teil des Regens fließt gleich wieder ab, es braucht noch mehrere Jahre solche Niederschläge, um das auszugleichen“.

Vergangenen Sommer musste viel gegossen werden

In den vergangenen Sommern, erinnert sich Schmitt, habe er um die Bäume im Wald kämpfen müssen. „Wir haben letztes Jahr wirklich viel gegossen und haben viel Geld investiert in die Aufforstung. Wenn dann die Pflanzen nicht anwachsen, geht richtig Geld kaputt.“

Immerhin: Die Kulturen, die 2020 angewässert wurden und den Sommer überlebt haben, stünden jetzt richtig gut da. In diesem Jahr habe er über ein Hektar Eiche im Stadtwald angepflanzt, „und die sind super angewachsen“. Besonders junge Pflanzen würden von dem ins Wasser gefallenen Sommer profitieren, da sie noch nicht sehr tief wurzelten.

Auch der Borkenkäfer, der zuletzt für viel Schadholz gesorgt hat, ist im Stadtwald dieses Jahr bislang nur „ein untergeordnetes Thema“. Zu lange sei es kalt und regnerisch gewesen. „Das mag der Käfer nicht, da fliegt er nicht aus. Das spielt uns in die Karten.“

Die Borkenkäfer sind kein großes Problem, aber sie sind immer noch da

Zwar hätten die Fichten in diesem Jahr Harz produziert, eine natürliche Abwehrreaktion gegen das Insekt, „aber die Käfer sind noch da“, gibt Christian Hamann vom Nachbarrevier zu bedenken. Umso wichtiger sei es jetzt, die von Käfern befallenen Bäume zu finden, möglichst schnell zu fällen und aus dem Wald zu holen.

Hier wird die Feuchtigkeit indes zu einem Problem, berichtet Julian Schmitt, denn „mit Maschinen kann man bei einem solchen Wetter eigentlich nicht in den Wald gehen“, zumindest nicht, ohne ihn dabei zu schädigen. „Wenn die Borkenkäfer kommen, hätten wir wirkliche Probleme, das bodenschonend herauszuholen.“

Christian Hamann appelliert deshalb an die Privatwaldbesitzer, die vorhandenen Dolen möglichst sauber zu halten und die Waldwege nicht zu beschädigen.

Und was, wenn es jetzt im Hochsommer doch noch ein paar trocken-heiße Wochen geben sollte? Hält das der heimische Wald aus? „Dann wird es noch mal richtig gefährlich, was den Borkenkäfer anbelangt“, sagt Hamann.

Momentan ist genug Feuchtigkeit da für eine mögliche Trockenphase

Eine trocken-heiße Phase im Hochsommer würde der Wald insgesamt indes aushalten in diesem Jahr, meint Julian Schmitt. „So was gab es immer.“ Ein stabiles Hochdruckgebiet ohne Regen, aber mit Hitze, „das ist kein Thema, da ist genug Feuchtigkeit da, damit kein massiver Stress auftritt“. Das Problem im vergangenen Sommer sei ja gewesen, dass es nicht nur wochen-, sondern monatelang keinen Regen gegeben habe, was außergewöhnlich sei.

Ein verregneter Sommer wie dieser, das sei „ein normaler, ein feuchter Ausrutscher“, findet Schmitt. „Wir können von Glück reden, dass wir so ein Jahr bekommen haben nach so extremen Jahren.“

Die Auswirkungen der vergangenen trocken-heißen Sommer auf den Wald waren verheerend: Der Grundwasserspiegel sank so tief, dass ihn viele Bäume kaum mehr erreichten. Neu gepflanzte Bäume verdursteten – und der Borkenkäfer wütete im heimischen Holz. Laut dem jüngsten Waldzustandsbericht des Landes-Agrarministeriums gelten 46 Prozent der Waldfläche in Baden-Württemberg als „deutlich geschädigt“.

Ganz so schlimm ist die Lage in der Region indes nicht, wie Christian Hamann, Förster im

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