Plüderhausen

Diesel-Diebstahl in Plüderhausen: Polizei verrät, wie häufig solche Fälle sind

Spritklau
Der Kraftstoff wird bei Diebstählen in der Regel abgepumpt. © Büttner

Die hohe Inflation belastet zurzeit viele Menschen, gleichzeitig befinden sich die Spritpreise nach wie vor auf einem hohen Level. Ist das für manche Menschen ein Anreiz, Kraftstoff zu klauen? Eine Meldung, die diese Woche bei uns einging, könnte das vermuten lassen: In der Nacht auf den Mittwoch entwendeten in Plüderhausen bislang unbekannte Täter 400 Liter Diesel aus einem Lkw, der im Heusee geparkt war. Dabei entstand ein Schaden von rund 800 Euro. Wir haben bei der Polizei nachgefragt, wie so viel Kraftstoff überhaupt geklaut und transportiert werden kann, wie oft solche Fälle vorkommen – und ob sie sich in den vergangenen Monaten gehäuft haben.

Wie die Täter vorgehen

„Der Kraftstoff wird in der Regel ,abgeschlaucht' beziehungsweise abgepumpt“, gibt ein Polizeisprecher Auskunft. „Sollten die Tankdeckel abgeschlossen sein, werden diese aufgebrochen, was mit weiteren Sachschäden einhergeht.“ Baustellenfahrzeuge und große Lkw bevorraten in ihren Tanks meist große Mengen Sprit, erklärt er weiter. Im konkreten Fall in Plüderhausen entwendeten die Täter 400 Liter. Diese Menge lässt sich laut dem Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Aalen noch in entsprechenden Behältnissen mit einem Pkw ohne Probleme abtransportieren.

Polizei liefert Daten zum Sprit-Diebstahl

Ob sich die Kriminalitätsentwicklung bezogen auf den Diebstahl von Kraftstoff mit der politischen Lage erklären lässt, könne er nicht abschließend beurteilen, so der Polizeisprecher. Er liefert aber einige Zahlen. Beim Polizeipräsidium Aalen wurden im Jahr 2013 noch 249 Kraftstoff-Diebstähle registriert. Die Zahl fällt und steigt in den folgenden Jahren, insgesamt ist aber ein Rückgang feststellbar.

Für das Jahr 2019 sind 131 Kraftstoffdiebstähle bekannt, 2021 waren es nur noch 67. Nach heutigem Stand geht das Polizeipräsidium Aalen laut seinem Sprecher davon aus, dass es in seinem gesamten Zuständigkeitsgebiet voraussichtlich 2022 nicht mehr Fälle von Kraftstoff-Klau geben wird als im Durchschnitt der letzten neun Jahre davor. Interessant ist aber die Betrachtung der Fälle im Rems-Murr-Kreis. Hier stellt sich der Trend anders dar als im gesamten Präsidiumsgebiet.

Für den Rems-Murr-Kreis liefert der Sprecher nur die Zahlen seit 2017. In diesem Jahr registriert das Präsidium für den Kreis 24 Fälle, 2018 sind es zwei mehr, 2019 wurden sogar 36 festgestellt. Die Zahlen sinken für 2020 (31) und 2021 (17), die Behörde geht aber davon aus, dass es im Rems-Murr-Kreis in diesem Jahr voraussichtlich mehr Fälle geben könnte als im Mittel der vergangenen fünf Jahre.

Wie schwer ist es, die Täter auf frischer Tat zu ertappen?

Auch wenn die Einzelfälle vielleicht keinen großen wirtschaftlichen Schaden für die meisten Firmen bedeuten – ärgerlich sind Fälle von Kraftstoff-Klau sicher. Täter zu ertappen ist aber nicht einfach. „Wie bereits erwähnt, werden von den Dieben meist Schwerfahrzeuge angegangen“, erläutert der Polizeisprecher. Diese parkten oft in abgelegenen Stellen, zum Beispiel bei Baustellen oder in Industriegebieten.

„Somit haben die Täter es in der Regel mit einem niedrigen Entdeckungsrisiko zu tun.“ Wie können Firmen oder Privatpersonen sich trotzdem schützen? „Der beste Schutz ist, beim Parken möglichst wenig Sprit im Tank zu belassen und die Tankverschlüsse technisch so auszustatten, dass sie nicht einfach geöffnet werden können“, antwortet der Polizeisprecher. Welche technischen Vorrichtungen für Diebstahlsicherungen momentan auf dem Markt erhältlich sind, entziehe sich aber seiner Kenntnis.

Die hohe Inflation belastet zurzeit viele Menschen, gleichzeitig befinden sich die Spritpreise nach wie vor auf einem hohen Level. Ist das für manche Menschen ein Anreiz, Kraftstoff zu klauen? Eine Meldung, die diese Woche bei uns einging, könnte das vermuten lassen: In der Nacht auf den Mittwoch entwendeten in Plüderhausen bislang unbekannte Täter 400 Liter Diesel aus einem Lkw, der im Heusee geparkt war. Dabei entstand ein Schaden von rund 800 Euro. Wir haben bei der Polizei nachgefragt,

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