Plüderhausen

Elke Mück verlässt die SPD-Fraktion und macht als Einzel-Gemeinderätin weiter

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Elke Mück. © Gaby Schneider

Denkbar kurz und ohne erklärende Worte verkündete Elke Mück am Donnerstagabend ihren Austritt aus der SPD-Fraktion. Sie sei nicht mehr Teil der Fraktion und wolle als Einzel-Gemeinderätin weitermachen, sagte sie. Ihren Platz in den Reihen der Sozialdemokraten hatte sie da bereits verlassen und sich stattdessen an einem Tisch zwischen CDU- und GLU-Fraktion eingefunden.

Öffentlich will Mück nichts zu ihren Gründen sagen

Zu den Gründen für ihren Austritt schweigt sich die 62-Jährige aus. Zumindest öffentlich möchte sie nicht im Detail erklären, weshalb sie nach knapp 17 Jahren die Fraktion verlässt. Das Vertrauen zum Fraktionsvorsitzenden Klaus Harald Kelemen sei inzwischen verloren gegangen, sagt sie auf unsere Nachfrage hin.

Aufmerksamen Beobachtern dürfte indes nicht entgangen sein, dass Mück sich schon länger nicht mehr wohlgefühlt hat in den Reihen der SPD-Fraktion. Es war der nicht zu großen Reden neigenden Sozialdemokratin am Gesicht abzulesen, dass sie mit der Art, wie der bisweilen laute Rhetoriker Klaus Harald Kelemen die Fraktion und Diskussionen im Gemeinderat führt, oft nicht einverstanden war. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass sie unter seinen Auftritten bisweilen regelrecht litt.

Mück will sich vorerst keiner anderen Fraktion anschließen

Offen widersprochen hat sie Kelemen indes nur selten. Es fiel deshalb auf, wenn sie gegen die stets geschlossen auftretende Fraktion stimmte. Etwa bei der Frage, ob angesichts der zahlreichen anstehenden Kürzungen auch die Entschädigungen für Gemeinderäte gesenkt werden sollen. Die SPD war dagegen, Elke Mück enthielt sich. Oder als vergangenen Sommer Kelemen den Jugendsozialarbeitern den Sommerurlaub streitig machen und eine durchgängige Öffnung des Jugendhauses in den Ferien erreichen wollte. Die SPD war dafür, Mück dagegen. Beide Male konnte sich die SPD mit ihren Positionen nicht im Gemeinderat durchsetzen. Künftig wird Mück als Einzel-Gemeinderätin keiner Fraktionsdisziplin mehr unterworfen sein. Absichten, sich einer anderen Fraktion anzuschließen, lässt sie bislang jedenfalls nicht erkennen.

Von 2012 bis 2016 war Elke Mück Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. Sozialdemokratin will die 62-Jährige dem Vernehmen nach auch bleiben. Bei der Kommunalwahl 2019 erhielt sie 2235 Stimmen. Damit war sie eine der erfolgreichsten Kandidatinnen auf ihrer Liste. In der SPD erhielt nur Kelemen mehr Stimmen. Und im gesamten Gemeinderat zählt sie damit zu den fünf stimmenstärksten Räten.

"Wir bedauern das - und zwar alle vier", sagt Kelemen

Für die SPD-Fraktion ist der Abgang von Mück daher ein herber Verlust. Daraus macht Klaus Harald Kelemen keinen Hehl. So eine Situation habe es bei den Plüderhäuser Sozialdemokraten seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie gegeben. „Wir bedauern das, und zwar alle vier“, sagt er auf unsere Nachfrage. Die Fraktion habe Mück Kompromissangebote gemacht, aber „das ist nicht auf fruchtbaren Boden gestoßen“. Dabei habe es aus Sicht Kelemens in der Sache gar keinen Dissens gegeben. Die Entfremdung zwischen ihm und Mück sei eher ein schleichender Prozess gewesen, „der zwischen Menschen auch passieren kann“. Letztlich sei es aber die freie Entscheidung eines jeden Gemeinderats, sich nach einer Wahl mit einer Fraktion zusammenzuschließen – oder das nicht mehr zu tun. „Das müssen wir akzeptieren und werden das auch tun.“ Hätte er als Fraktionsvorsitzender im Rückblick etwas anders machen können, um Mück zu halten? „Mir fällt nichts ein, ich denke nein“, sagt Kelemen.

SPD muss sich jetzt mit GLU über Sitze in den Ausschüssen einigen

Dass für die SPD jetzt nur noch vier statt fünf Räte im Gremium sitzen, hat direkte Auswirkungen auf die Sitzverteilung in den Ausschüssen. Bislang konnte die SPD jeweils zwei Personen in den Ältestenrat, den Verwaltungsausschuss oder den Technischen Ausschuss entsenden. Jetzt hat sie, wie die GLU, nur noch vier Ratsmitglieder – und muss sich mit der grünen Fraktion einig werden, wie die Sitze künftig verteilt werden. „Beide Fraktionen haben gleich viel Anspruch darauf“, sagt Kelemen, „wir werden deshalb Gespräche führen. Das wollen wir im Konsens mit allen Fraktionen im Gemeinderat machen.“

Eine Einzel-Gemeinderätin hat es bisher im Plüderhäuser Gemeinderat noch nicht gegeben. Dass die SPD eine profilierte, langjährige Rätin verliert, das gab es indes schon einmal. Und zwar vor sieben Jahren, als die damalige Walkersbacher Ortswartin Gerda Rost nach 25 Jahren nicht mehr auf der SPD-Liste kandidierte – und stattdessen die letzten fünf Jahre im Gemeinderat für die FW-FD-Fraktion saß. Streit, versicherte sie damals, habe es nicht gegeben. Eher habe man sich in der langen Zeit ein bisschen auseinandergelebt.

Denkbar kurz und ohne erklärende Worte verkündete Elke Mück am Donnerstagabend ihren Austritt aus der SPD-Fraktion. Sie sei nicht mehr Teil der Fraktion und wolle als Einzel-Gemeinderätin weitermachen, sagte sie. Ihren Platz in den Reihen der Sozialdemokraten hatte sie da bereits verlassen und sich stattdessen an einem Tisch zwischen CDU- und GLU-Fraktion eingefunden.

Öffentlich will Mück nichts zu ihren Gründen sagen

Zu den Gründen für ihren Austritt schweigt sich die

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