Plüderhausen

Gäste sind traurig: Gut bürgerliches Restaurant Schützenhaus Plüderhausen schließt nach zwölf Jahren

Schützenhaus
Nur noch diesen Monat im Schützenhaus: Gabriele Küchle und Roland Przybilla. © ZVW/Alexandra Palmizi

Seit zwölf Jahren betreiben Roland Przybilla und seine Frau Gabriele Küchle das Plüderhäuser Schützenhaus. Er ist Koch, sie war im Servicebereich tätig, aber auch für die Deko und Desserts zuständig. Gut bürgerlich sieht das Restaurant von innen aus, und genau das fand sich in dieser Zeit auch auf der Speisekarte: Rostbraten, Schnitzel, Spätzle und andere deutsche und schwäbische Gerichte. Nun schließt das Restaurant zum Ende des Monats, ein Nachfolger ist noch nicht gefunden. Wie es dazu kam.

Nach einem langsamen Start lief das Restaurant lange gut

„Wir haben das Restaurant gerne geführt“, sagt Roland Przybilla. „Es war eine schöne Zeit.“ Zu Beginn sei die Kundschaft nur zögerlich gekommen, nach etwa eineinhalb Jahren sei das Lokal aber sehr gut gelaufen, und auch in diesem Sommer seien die Gäste zahlreich gekommen. „Es tut uns sehr weh, jetzt zu schließen“, bedauert Przybilla. „Wir wollten hier in Rente gehen.“ Seine Frau sagt: „Die Gäste sind schon traurig, dass eine gute deutsche Gaststätte zumacht.“ Am Ende hat das Paar trotz langen Überlegens aber einfach keine andere Option mehr gesehen. „So eine Entscheidung kann man nicht mit dem Bauch treffen“, sagt Gabriele Küchle. „Die muss man mit dem Kopf treffen.“ Und der hat bei beiden gesagt: Jetzt ist Schluss, der logische Endpunkt ist erreicht.

„Der Hauptgrund ist die Preisexplosion“, sagt Robert Przybilla. Die gestiegenen Kosten für Energie und Lebensmittel seien nicht mehr tragbar, hinzu kommen Personalprobleme, und das alles folge nahtlos auf Umsatzeinbrüche durch Corona-Lockdowns und -Regelungen während der Pandemie. Das Geld, das ihnen durch Corona-Hilfen zustand, sei zwar schnell angekommen, erzählt Gabriele Küchle, habe aber nicht ausgereicht. Von den anfänglichen Hilfen abgesehen, habe es sich im Prinzip um einen Betriebskostenzuschuss gehandelt. Das Paar arbeite zwar gerne, es müsse dann aber auch etwas zum Leben übrig bleiben. Zwar hatte das Restaurant während der Pandemie auch Sonderaktionen wie einen Drive-in angeboten, trotzdem waren die Folgen am Ende deutlich spürbar.

Hohe Kosten müssen aufs Essen aufgeschlagen werden

Die höheren Kosten, die nun zum Beispiel fürs Heizen anfallen, müsste das Paar eigentlich auf die Essenspreise aufschlagen. „Aber das können und wollen die Leute dann nicht mehr zahlen“, ist sich Gabriele Küchle sicher. Einige Speisen wie Lamm und Lachs mussten sie und ihr Mann schon von der Karte nehmen, weil die Preise dafür sich so erhöht hätten. Auch beim Rostbraten sei das so, der dürfe aber bis zur Schließung auf der Karte bleiben, weil er bei den Gästen so beliebt ist.

Während ihrer Zeit im Schützenhaus haben Gabriele Küchle und Roland Przybilla einiges in die Gaststätte gesteckt. „Wir haben nach und nach das Inventar erneuert“, sagt Roland Przybilla. Die Stühle und Lampen habe das Paar zum Beispiel ausgetauscht, auch die Bänke wurden neu überzogen. Nur die Tische waren schon da, bevor das Paar das Restaurant übernahm. Weil das Restaurant lange gut lief, war es kein Problem, zu investieren, sagt Gabriele Küchle.

Erst einmal kein Job in der Gastronomie mehr

Wenn das Schützenhaus Ende September seine Türen schließt, dann bleiben Gabriele Küchle und Roland Przybilla nicht in Plüderhausen. Sie werden umziehen und sich neue Arbeit suchen – allerdings nicht in der Gastronomiebranche.

„Die Abläufe“, sagt Roland Przybilla auf die Frage, was das Paar vermutlich am meisten vermissen wird. „Wir waren zwölf Jahre hier.“ Eine lange Zeit. Und auch das Wohnen beim Schützenhaus habe das Paar genossen. „Wir lieben die Ruhe und konnten gut entspannen“, so Przybilla. „Wir werden die Mitarbeiter vermissen“, sagt zudem Gabriele Küchle. Und auch um einige Stammgäste tue es ihnen leid. Den Kontakt zu manchen wollen sie deswegen auch in Zukunft halten.

Seit zwölf Jahren betreiben Roland Przybilla und seine Frau Gabriele Küchle das Plüderhäuser Schützenhaus. Er ist Koch, sie war im Servicebereich tätig, aber auch für die Deko und Desserts zuständig. Gut bürgerlich sieht das Restaurant von innen aus, und genau das fand sich in dieser Zeit auch auf der Speisekarte: Rostbraten, Schnitzel, Spätzle und andere deutsche und schwäbische Gerichte. Nun schließt das Restaurant zum Ende des Monats, ein Nachfolger ist noch nicht gefunden. Wie es dazu

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