Plüderhausen

Grundschulbetreuung in Plüderhausen wird ab September teurer

Grundschule
Symbolfoto. © ZVW/Alexandra Palmizi

Zehn Cent mehr pro betreuter Stunde müssen Eltern für die „verlässliche Grundschule“ künftig zahlen. Auf diesen Betrag hat sich der Plüderhäuser Gemeinderat jetzt geeinigt. In Kraft tritt diese moderate Gebührenerhöhung zum 1. September.

Fachbereichsleiter Pascal Schill erinnerte in der Sitzung daran, dass es im vergangenen Jahr keine Erhöhung gegeben hat: „Wegen der Corona-Pandemie haben wir das 2020 bewusst ausgesetzt.“ Auch bei der nun anstehenden Erhöhung, „haben wir versucht, das relativ überschaubar zu halten“. Konkret müssen Eltern für das erste Kind pro betreuter Stunde 2,50 Euro zahlen (beziehungsweise 2 Euro bei zwei Kindern, 1,50 Euro bei drei Kindern).

Kosten könnten durch Schulzusammenlegung künftig sinken

Im kommenden Jahr soll dann noch mal neu kalkuliert werden. Dann wird nämlich, wie berichtet, die Schlossgartenschule ans Hohbergschulzentrum umziehen. „Wenn die Schulen zusammengelegt werden, sinken die Kosten“, sagte Pascal Schill. Unter anderem, weil dann keine Mitarbeiter mehr die Ganztagskinder mittags von der Ortsmitte, wo die ersten beiden Klassenstufen sich bislang befinden, ins Schulzentrum begleiten müssen. „Deshalb haben wir die Erhöhung auch nur bis zum kommenden Jahr vorgeschlagen.“

Bei der „verlässlichen Grundschule“ handelt es sich um ein Freiwilligkeitsangebot der Gemeinde. Es ergänzt das Angebot der Ganztagsschule, die kostenfrei ist – und montags bis donnerstags von 8 bis 15 Uhr stattfindet. Freitags ist, gesetzlich bedingt, bereits um 11.30 Uhr Schluss.

Eltern, die in den Randzeiten Betreuung benötigen, können diese täglich von 7 bis 8 Uhr sowie montags bis donnerstags von 15 bis 17 Uhr sowie freitags bis 16 Uhr buchen.

Gebühren decken die Kosten nicht

Das Problem für die Gemeinde: „Wir sind bei den Gebühren weit weg von der Kostendeckung“, sagte Bürgermeister Andreas Schaffer. Diese lag, auch durch die coronabedingten Schließungen, im vergangenen Jahr bei gerade einmal 36 Prozent (2019: 47 Prozent). Rein durch die Gebühren werden sogar lediglich 21 Prozent der Kosten gedeckt, die sich pro Jahr auf rund 120.000 Euro belaufen. Vom Land erhält Plüderhausen eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro. Hinzu kommen die Einnahmen durch Gebühren. Der Rest des Betrags wird von der Gemeinde übernommen. Mit der Erhöhung im September läge der Deckungsgrad künftig wieder bei 48 Prozent.

Aktuell sind laut Verwaltung 41 Mädchen und Jungen für die „verlässliche Grundschule“ angemeldet. Es gibt keine Warteliste. Alle Grundschüler, die einen Betreuungsplatz benötigen, können also aufgenommen werden. 

Gebucht werden können vier verschiedene Zeitmodelle:

  • Eine Frühbetreuung an fünf Tagen von 7 bis 8 Uhr,
  • Betreuung an drei Tagen (7 bis 8 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr beziehungsweise freitags von 11.30 bis 13.30 Uhr),
  • Betreuung an drei Tagen Plus: Frühbetreuung an drei Tagen sowie nachmittags inklusive freitags bis 16 Uhr sowie
  • Betreuung an fünf Tagen von 7 bis 8 Uhr beziehungsweise nachmittags bis 17 Uhr (freitags 16 Uhr).

Dafür zahlen Eltern künftig ein wenig mehr. Dabei sind die Kosten gestaffelt nach der Anzahl der Kinder. Wer sein Kind zum Beispiel an fünf Tagen in der Woche in die „verlässliche Grundschule“ schickt, muss dafür ab 1. September 132 Euro pro Monat zahlen (bisher 126 Euro), bei zwei Kindern sind es 106 Euro (bislang 101 Euro) und bei drei Kindern 79 Euro (bislang: 76 Euro). Alleinerziehende erhalten pauschal einen Rabatt von 20 Prozent.

Für 3,50 Euro gibt es ein Mittagessen

Das Mittagessen in der Mensa kostet 3,50 Euro. Kinder etwa von Arbeitslosen oder Wohngeldempfängern bekommen mit einem entsprechenden Nachweis das Mittagessen kostenlos.

Der Gemeinderat hat dieser moderaten Erhöhung mehrheitlich zugestimmt. Lediglich SPD-Rat Klaus Harald Kelemen stimmte dagegen. Denn „für die Kalkulation wurden auch die Abschreibungen für die Gebäude mitherangezogen. Weil das so ist, kann ich dieser Erhöhung nicht zustimmen. Meines Erachtens ist das nicht hilfreich und nicht im Interesse der Bürgerschaft.“

Viel Lob für die Betreuungsqualität

Claudia Jensen (FW-FD) sagte: „Erhöhungen tun natürlich immer weh, aber wir sprechen hier von einer Freiwilligkeitsleistung mit nur 50 Prozent Deckung, deshalb müssen wir zustimmen.“ Zumal dort wertvolle pädagogische Arbeit geleistet werde.

Dem Gremium berichtete Jensen dann noch von einem Ehepaar, mit dem sie kürzlich gesprochen habe – und das vor vier Jahren ganz explizit wegen der guten Qualität der Kinderbetreuung in den Ort gezogen sei (auch wenn es aktuell einen Mangel bei den Kita-Plätzen gibt). Bei dem Gespräch seien Adjektive gefallen wie „hervorragend“ und „preiswert“, die Qualität sei „so hoch wie nirgends“.

Auch Thomas Reißig (SPD) meinte, es sei „keine Frage, wir haben eines der besten Kinderbetreuungsangebote im Rems-Murr-Kreis“. Dem konnte Bürgermeister Andreas Schaffer nur zustimmen: „Wir haben eine sehr gute Qualität und sind mit den Gebühren nicht zu hoch, sondern im unteren Bereich, deshalb können wir die Erhöhung vertreten.“

Die Gebühren für die Betreuung im Vergleich

Plüderhausen befindet sich bei den Gebühren tatsächlich im unteren Bereich. In Remshalden zum Beispiel müssen Eltern für eine Betreuung von 7 bis 17 Uhr 384 Euro (inklusive Verpflegungspauschale) zahlen. Es geht aber auch günstiger: etwa in Urbach an der Wittumschule. Dort geht die freiwillige Ganztagsschule auch bis 16 Uhr. Wer sein Kind täglich bis 17 Uhr betreut haben möchte, zahlt dafür monatlich 84 Euro. Das Mittagessen kostet 3,70 Euro.

Einstimmig beschlossen wurde zugleich eine Satzung für die Schulkindbetreuung. Eine solche hat es bislang in Plüderhausen nicht gegeben. Damit steht das Angebot jetzt auch rechtlich auf der sicheren Seite.

Zehn Cent mehr pro betreuter Stunde müssen Eltern für die „verlässliche Grundschule“ künftig zahlen. Auf diesen Betrag hat sich der Plüderhäuser Gemeinderat jetzt geeinigt. In Kraft tritt diese moderate Gebührenerhöhung zum 1. September.

Fachbereichsleiter Pascal Schill erinnerte in der Sitzung daran, dass es im vergangenen Jahr keine Erhöhung gegeben hat: „Wegen der Corona-Pandemie haben wir das 2020 bewusst ausgesetzt.“ Auch bei der nun anstehenden Erhöhung, „haben wir versucht, das

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