Plüderhausen

Im neuen Gewerbegebiet Heusee II sind noch Grundstücke zu haben

Gewerbegebiet Heusee II
Das neue Gewerbegebiet Heusee II wächst. © ALEXANDRA PALMIZI

Das neue Gewerbegebiet Heusee II nimmt allmählich Gestalt an. Erste Firmen haben Baugesuche eingereicht. Der Bagger- und Landschaftsbaubetrieb Heide aus Lorch wird dort bauen, die Lüftungstechnik produzierende Firma SLK aus Plüderhausen ist schon dabei. Und nicht zuletzt soll auch ein Fachmarkt für Pferdesportartikel in dem Gebiet nördlich der Bundesstraße künftig seinen Sitz haben.

Ganz unumstritten war dieses Vorhaben im Plüderhäuser Gemeinderat nie. Denn eigentlich sollte das neue Gewerbegebiet Heusee II gänzlich ohne Einzelhandel auskommen. So war es vorgesehen, um aus der Ortsmitte keine Kaufkraft abzuziehen.

Eigentlich ist in dem Gebiet kein Einzelhandel erlaubt

Doch für den Fachmarkt machte das Gremium eine Ausnahme – mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Das heißt: Die Änderungen gelten ausschließlich für dieses Bauvorhaben und für dieses Grundstück. Damit soll ausgeschlossen werden, dass sich zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes Einzelhandelsgeschäft als ein Pferdesport-Markt ansiedeln kann.

Bei der Erstellung der Bebauungsplan-Änderung ist dem zuständigen Ingenieurbüro Käser jedoch ein Fehler unterlaufen, weshalb der Gemeinderat jetzt noch einmal über eine Änderung zu beraten hatte.

Und zwar war die Grundflächenzahl nicht korrekt in den Plan aufgenommen worden. Diese Zahl besagt, welcher Anteil der Fläche des zu bebauenden Grundstücks überbaut werden darf. In der ursprünglichen Bebauungsplan-Änderung wurde in diesem Fall die Zahl 0,8 aufgenommen. Der Fachmarkt hätte also 80 Prozent seiner Fläche bebauen können. Im städtebaulichen Vertrag war jedoch für die Nebenflächen der Wert 1,0 festgelegt wurde. „Wir würden unserem eigenen Vertrag widersprechen, wenn wir das so lassen“, sagte Bauamtsleiter Ludwig Kern im Gemeinderat. Dem Büro sei lediglich ein Fehler passiert, und „ich würde Sie bitten, dass wir den Fehler jetzt korrigieren“.

Im Gremium sorgte das für Verwunderung. Silvan Vollmar (FW-FD) sagte: „Wir versiegeln statt 80 jetzt 100 Prozent. Der Fachmarkt kann hier doch in die Höhe gehen. Wir haben das extra so gemacht in dem Baugebiet.“

Klaus Harald Kelemen (SPD) sagte: „Ich kann immer noch mein großes Bedauern nicht ganz verbergen, dass wir hier den Einzelhandel zugelassen haben in diesem nicht dafür vorgesehenen Baugebiet. Wir sollten mehr in die Höhe denken, ich will das voll unterstützen, dass wir nicht auf 1,0 gehen, wir müssen das anders regeln.“

Carlo Fritz (FW-FD) meinte: „Wenn ich das genehmige, muss ich das bei den anderen auch genehmigen.“ Schließlich würde damit doch die Wertigkeit der Grundstücke erhöht. Sein Fraktionskollege Peik Reitler mutmaßte gar: „Da könnte man auch Mutwilligkeit unterstellen, das ist im ersten Schritt schon falsch gelaufen.“

Bauamtsleiter Kern bat das Gremium dann darum, „bitte nicht den Lapsus des Bebauungsplans auf dem Rücken des Vertragspartners auszubaden“. Denn „wir bekommen nichts anderes als das, was mit dem Vorhabenträger vereinbart ist“.

„Kein übertriebenes Bauvorhaben“, findet das Planungsbüro

„Wir haben das einfach übersehen“, sagt Johannes Schelling, Planungsingenieur bei der Stuttgarter Firma Käser, auf unsere Nachfrage. Beim Erstellen des Bebauungsplans habe das Büro eine Kleinigkeit außer Acht gelassen. Das Grundstück hat nämlich eine Besonderheit – und hier wird es kompliziert: Dort gibt es private Grünflächen, die ohnehin zu bepflanzen sind und dafür sorgen, dass nicht alles überbaut wird. Diese Flächen können aber in diesem Fall nicht für die Grundflächenzahl herangezogen werden. „Deshalb müssen wir bei den Stellplätzen auf die 100 Prozent gehen“, sagt Schelling. Und genau das ist bei der Erstellung übersehen worden.

Wichtig für das Verständnis ist auch, dass die 1,0 nur für die Nebenanlagen gilt, die auch nicht, wie der Wert suggeriert, komplett überbaut werden können. Beim Hauptgebäude bleibt der Wert zudem bei 0,8. Der Pferdemarkt kann also nicht das gesamte Grundstück überbauen. Es handelt sich um „kein übertriebenes Bauvorhaben, das den Rahmen sprengen würde“, betont Planungsingenieur Schelling. Und „durch die Ergänzung ändert sich an dem Vorhaben rein gar nichts“.

Umgesetzt wird das Projekt also so, wie bereits vom Gemeinderat beschlossen. Der gab dann auch mehrheitlich (bei vier Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen) der Änderung seinen Segen.

Das neue Gewerbegebiet Heusee II nimmt allmählich Gestalt an. Erste Firmen haben Baugesuche eingereicht. Der Bagger- und Landschaftsbaubetrieb Heide aus Lorch wird dort bauen, die Lüftungstechnik produzierende Firma SLK aus Plüderhausen ist schon dabei. Und nicht zuletzt soll auch ein Fachmarkt für Pferdesportartikel in dem Gebiet nördlich der Bundesstraße künftig seinen Sitz haben.

Ganz unumstritten war dieses Vorhaben im Plüderhäuser Gemeinderat nie. Denn eigentlich sollte das neue

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