Plüderhausen

In Plüderhausen können Parktickets bald mit dem Handy bezahlt werden

Uschi und Schorsch
In Schorndorf gibt es das System bereits. Jetzt soll „Parkster“ auch in Plüderhausen eingeführt werden. © GAbriel Habermann

Mal fehlt das passende Kleingeld, mal kann der Automat kein Rückgeld auszahlen, und ein andermal läuft das Parkticket ab, obwohl der Einkaufsbummel oder Restaurantbesuch noch gar nicht vorbei ist: Solche Situationen hat wohl jeder Autofahrer schon mal erlebt. In Plüderhausen soll es künftig eine Möglichkeit geben, das Parkticket bequem auf dem Smartphone zu lösen oder zu verlängern. Das hat der Verwaltungsausschuss jetzt beschlossen.

Weshalb soll in der Gemeinde das Handy-Ticket eingeführt werden?

Bürgermeister Benjamin Treiber hat im Namen der Verwaltung diesen Vorschlag gemacht, weil er „ein zusätzliches Angebot für mehr Bürgerfreundlichkeit“ schaffen will. Dazu empfahl er die Zusammenarbeit mit der Firma „Parkster“. Damit habe er in Plochingen, wo er vor seiner Wahl zum Bürgermeister tätig war, positive Erfahrungen gemacht, berichtete er dem Gremium. Als Gemeinderat in Kernen habe er sich deshalb auch für das System eingesetzt. „Das ist eine tolle zusätzliche Möglichkeit, niemand muss das tun“, betonte Treiber.

Wie funktioniert das Lösen eines Handy-Parktickets konkret?

Wer ein digitales Parkticket erwerben möchte, benötigt dafür die App „Parkster“. Mit dieser lassen sich an mehr als 450 Standorten im deutschsprachigen Raum Tickets lösen, unter anderem in Schorndorf, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart oder Kernen. Auf einer Karte lässt sich in der App auch nach Parkplätzen suchen. Ist ein Parkplatz gefunden, kann für diesen ein Ticket gelöst werden. Dazu muss das Kennzeichen des Fahrzeugs in der App hinterlegt werden.

Das Ordnungsamt hat dann Zugriff auf diese Daten von „Parkster“ und kann abfragen, ob der Halter eines Fahrzeugs auch ein Ticket gebucht hat. Und wenn es mal wieder länger dauert? Dann lässt sich die Parkzeit auch im Nachhinein bequem mit der App verlängern. Die Parkscheine werden dann monatlich abgerechnet.

Was kostet das die Gemeinde – und wird das für die Nutzer teurer?

Die Gemeinde muss für die Nutzung des Systems erst einmal keine Gebühren zahlen. „Bis zu einer gewissen Akzeptanzquote müssen wir nichts von den eingenommenen Gebühren überweisen“, betonte Bürgermeister Benjamin Treiber. Erst wenn 20 Prozent der Parktickets über die App gelöst werden, müssten fünf Prozent der Einnahmen an das Unternehmen überwiesen werden. „Aber das wird in Deutschland normalerweise nicht erreicht.“

Lohnend sei dieses System für den Anbieter, weil die App über die Kommunen in die Breite komme und damit attraktiver werde, berichtete Treiber. Einnahmen würden demnach über private Tiefgaragen generiert, die nicht so großzügige Angebote von „Parkster“ bekämen wie Kommunen.

Für die Autofahrer entstehen auch keine zusätzlichen Gebühren. Das Ticket soll laut der Verwaltung gleich viel kosten, wie wenn es am Automaten bezahlt wird.

Wo soll in Plüderhausen das digitale Parkticket kommen?

Das System soll am Plüderhäuser See sowie in der Tiefgarage am Marktplatz eingeführt werden. Mittelfristig wäre es aus Sicht der Verwaltung außerdem denkbar, die sogenannte „digitale Parkscheibe“ einzuführen. Damit könnten über die App auch die zeitlich befristeten Parkplätze in der Ortsmitte erfasst werden. Das hätte für die Gemeinde den Vorteil, dass ein besserer Überblick entstünde über deren tatsächliche Auslastung.

Was sagt der Verwaltungsausschuss zu dem Vorhaben?

Das Gremium war dem Vorhaben gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Thomas Schwenger (FW-FD) hielt das Handy-Ticket für zeitgemäß: „Das kann für Plüderhausen eine positive Geschichte sein, die heranwachsende Generation findet das sicher toll. Das müssen wir machen, ganz klar, da kann man sich nicht verwehren.“ Außerdem würde das der Gemeinde auch eine Möglichkeit geben, genauer zu überwachen, wo die Autos herkommen und wie lange sie parken.

Sein Fraktionskollege Carlo Fritz äußerte sich dazu hingegen eher skeptisch. Zum einen suchte er an dem Angebot der Firma nach einem Haken. Mit dem Badesee habe sich „Parkster“ die Rosine herausgepickt. Was, wenn doch mehr als 20 Prozent das Handy-Ticket nutzen werden? Auch fragte er sich, ob das nur der erste Schritt sei und mittelfristig alle öffentlichen Parkplätze Bezahlparkplätze werden sollen. Das wäre der Todesstoß für den Einzelhandel, meinte auch Thomas Reißig (SPD).

„Da bin ich nicht dafür“, stellte der Bürgermeister zu dem Thema klar. Im Einzelfall müsse man über weitere Parkgebühren dann im Gemeinderat diskutieren.

Elke Mück (GLU) betonte, dass die normale Parkscheibe auf jeden Fall erhalten bleiben soll – für die nicht so digitalaffinen Senioren sei das wichtig.

Ihre Fraktionskollegin Betha König wünschte sich, dass es nach einem Jahr einen Überblick gibt: Wird es genutzt? In welcher Art? Die Pilotphase, so Treiber, dauere zwölf Monate. Kurz davor werde es einen Bericht für den Gemeinderat geben.

Thomas Reißig (SPD) wies abschließend noch auf das Problem mit den Falschparkern im Gemeindegebiet hin. „Wir sollten das dringend in Angriff nehmen, auch in den Wohngebieten.“ Bürgermeister Treiber gab dem SPD-Rat recht. „Da gehen viele Beschwerden ein.“ Abends und am Wochenende werde daher vermehrt kontrolliert.

Wie fiel die Entscheidung aus? Und wann soll „Parkster“ eingeführt werden?

Bei einer Enthaltung (Carlo Fritz) sprach sich das Gremium schließlich für die Einführung des digitalen Parkens und den Abschluss eines Vertrags mit „Parkster“ aus. Bis zum Beginn der Badesaison soll der Ticketkauf per Handy dann möglich sein.

Mal fehlt das passende Kleingeld, mal kann der Automat kein Rückgeld auszahlen, und ein andermal läuft das Parkticket ab, obwohl der Einkaufsbummel oder Restaurantbesuch noch gar nicht vorbei ist: Solche Situationen hat wohl jeder Autofahrer schon mal erlebt. In Plüderhausen soll es künftig eine Möglichkeit geben, das Parkticket bequem auf dem Smartphone zu lösen oder zu verlängern. Das hat der Verwaltungsausschuss jetzt beschlossen.

Weshalb soll in der Gemeinde das

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