Plüderhausen

Kandidaten antworten auf Anregungen der Vereine

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Michael Oesterle Sportverein Thomas Gemrich Florian Loup Musikverein Gemeindekapelle Plüderhausen Verein Skiclub_0
Zusammen vertreten sie mehr als 2000 Plüderhäuser Vereinsmitglieder: Florian Loup (von links nach rechts) vom Musikverein Gemeindekapelle, Michael Oesterle vom Sportverein und Thomas Gemmrich vom Skiclub. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Hier möchte er Bürgermeister bleiben: Andreas Schaffer vor dem Plüderhäuser Rathaus.
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Christian Maier will in Plüderhausen Bürgermeister werden.
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Friedhild Anni Miller
Friedhild Anni Miller. © Alexandra Palmizi

Plüderhausen. Nachwuchs gewinnen, das ist kein einfaches Unterfangen. Da geht es dem Skiclub nicht anders als dem Musikverein Gemeindekapelle. Den Sportverein treiben eher Belegungszeiten für Hallen um. Was beschäftigt die drei großen Vereine in Plüderhausen? Darum geht es in der dritten Folge unserer Serie „Wahl-Check“.

Rund 400 Mitglieder vertritt Thomas Gemmrich vom Skiclub im Gespräch mit den Vereinsvorsitzenden. Der Skiclub ist ein Mehrspartenverein, bei dem es bei weitem nicht nur ums Skifahren geht, auch wenn das wieder mehr in den Vordergrund gestellt werden soll, sagt Thomas Gemmrich. Gymnastik, Volleyball und Radfahren haben genauso ihren Platz unter dem Dach des Skiclubs. Der macht zum Beispiel durch die „Hügeltour“ im April, einer Radveranstaltung mit Hunderten Startern, oder durch den Hohberg-Bikemarathon für Mountainbiker von sich reden.

Traditionell hat der Skiclub sein Gelände am Boppenrain mit zwei Skihütten, einem Ski- und Rodelhang und einem Beachvolleyballfeld. Im Verein wächst die Gruppe junger Biker, weiß Gemmrich. Nachwuchs hat der Skiclub im Bereich der kleineren Kinder. Aber er tut sich schwer, den Nachwuchs in die normale Vereinsarbeit zu überführen, erzählt Thomas Gemmrich.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Zu Nachwuchsfragen kann auch Florian Loup, Vorstand des Musikvereins Gemeindekapelle, berichten. 260 Mitglieder zählt der Musikverein Gemeindekapelle, vom Flötenkind bis hin ins höhere Alter. Zu den Musikern kommen etliche fördernde Mitglieder. Im Verein spielt die Musik. Das beginnt bei den Sing- und Spielgruppen ohne Noten für die Kleinen und setzt sich in den Flötengruppen für Schulkinder, der Einzelausbildung an einem Instrument, der Jugendkapelle sowie der aktiven Kapelle fort.

Doch auch der Musikvereinsvorstand stellt fest: „Nachwuchs ist im Moment nicht so einfach zu gewinnen.“ Ein ganz großes „Handicap“ sei die Ganztagsschule. Soll nach dieser abends noch der Musikunterricht folgen, hat auch Loup Verständnis: „Die Kinder müssen auch ihre Ruhe haben.“ Früher habe man an den Nachmittagen „auf der Gass’“ die Freizeit mit anderen Kindern verbracht und sei in der freien Zeit auch zum Musikunterricht gegangen. „Diese Zeitfenster fehlen uns.“ Der Musikverein passt sich an, er bietet eine Bläserklasse in der Ganztagsbetreuung an.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniert

Der Sportverein mit 1350 Mitgliedern zählt derzeit knapp 700 Jugendliche bis 18 Jahren in seinen Reihen, erklärt Michael Oesterle, der Erste Vorsitzende. Die Turner, aber auch die Handballer und Fußballer sind im Verein stark vertreten, die Taekwondo-Abteilung wächst stark an. Dem Sportverein gehört ein Rasenplatz, es gibt auch ein Sportheim.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung? „Wir haben eine gute Kooperation mit der Gemeinde“, berichtet Michael Oesterle. „Sie versucht, uns zu unterstützen.“ In den letzten Jahren sei die Zusammenarbeit mit dem Rathaus, dem Bürgermeisteramt, dem Bauhof und dem Gemeinderat recht gut. „Wir wissen alle um die finanzielle Situation der Gemeinde. Man muss Kompromisse und Lösungen finden.“

"Ehrenamtliche zu finden wird immer schwieriger"

Zum Beispiel bei den Sporthallen. „Wir haben sehr viele sporttreibende Vereine“, meint Oesterle. „Wir knapsen uns alle gegenseitig die Belegungszeiten ab.“ In der Geschäftsstelle des Sportvereins haben die Aktiven einen Gymnastikraum selbst ausgebaut. „Er hilft uns ein bisschen, auszuweichen.“ Darüber hinaus will der Sportverein Räumlichkeiten mit einer Größe von 150 bis 200 Quadratmetern suchen, vielleicht gibt es gemeinsam mit dem Skiclub Möglichkeiten. „Das wird eine Aufgabe sein“, so Oesterle. Er weiß: „Langfristig träumen alle Sportvereine von einer weiteren Halle. Aber das ist natürlich Utopie.“

Sportverein, das bedeutet mehr als Sport, verweist Oesterle auch auf die Integration. Bei den Fußballern sind inzwischen einige Flüchtlingskinder aktiv. Das geht nicht ohne engagierte Ehrenamtliche. Die werden auch im Sportverein gebraucht. Indes: „Ehrenamtliche zu finden wird immer schwieriger. Man muss gute Voraussetzungen schaffen“, beobachtet der Vorsitzende.

Musikverein Gemeindekapelle und Skiclub

Wie steht’s um die Zusammenarbeit mit der Gemeinde? Nachgefragt auch beim Musikverein Gemeindekapelle und beim Skiclub. „Es ist ein Miteinander, nicht ein Gegeneinander“, sagt Florian Loup zur Kooperation mit Gemeinde, Bauhof und Rathaus. „Es läuft.“ Thomas Gemmrich vom Skiclub schließt sich dem an.

Alles gut also? Nun ja. Ein Anliegen hat Florian Loup zur Staufenhalle. Er hat „den dringenden Wunsch, dass man die Empore nutzen kann“. Hier hapert es an einem zweiten Flucht- und Rettungsweg. „Die Leute gehen gern hoch“, weiß er von Veranstaltungen wie beispielsweise dem Neujahrskonzert. Und wenn sie’s nicht könnten, würden sie sauer. So hofft der Musikvereinsvorstand auf Abhilfe.

Der Musikverein Gemeindekapelle und der Sportverein gehören zu den festtragenden Vereinen der Plüderhäuser Festtage, die inzwischen eine jahrzehntelange Tradition haben. So ist natürlich für Florian Loup und Michael Oesterle auch interessant, wie sich die Festtage weiterentwickeln könnten. „Es ist immens, was von den Vereinen und Mitgliedern geleistet wird“, sind sie sich einig.


Plüderhausen. Der Bürgermeister ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Plüderhäuser Festtage. Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Weiterentwicklung der Festtage? Die Staufenhalle dient vielen Veranstaltungen, auch von Vereinen. Die Empore ist aber aus Brandschutzgründen nicht nutzbar. Wie kann dieses Problem gelöst werden? Das haben wir die Bürgermeisterkandidaten gefragt. Von drei Bewerbern haben wir verwendbare Antworten erhalten. Hier kommen sie.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Weiterentwicklung der Festtage?

Andreas Schaffer: Unsere Plüderhäuser Festtage sind eine Marke. Sie gehören zu unserer Gemeinde. Ihren Erfolg seit über 55 Jahren verdanken wir permanenten Weiterentwicklungen: Alle zehn bis 15 Jahre gibt es große Neuerungen (Entenrennen, Blasmusikfestival, Riesenrad-Weinprobe). Hinzu kommen Verbesserungen in Sachen Qualitätsstandard, Programm und Bewirtung. Regelmäßig werden Ideen und Trends diskutiert, auch mit Besuchern anderer Feste in ganz Süddeutschland. Besucherzahlen und Umsatz sind kaum noch steigerungsfähig, was einer quantitativen Entwicklung Grenzen setzt - auch, weil die ehrenamtlichen Ressourcen der festtragenden Vereine ausgereizt sind. Diskutiert werden derzeit Anpassungen im Speiseangebot, eine Barerweiterung mit Öffnung ins Festzelt und eine Revitalisierung des Festzugs.

Die Staufenhalle dient vielen Veranstaltungen, auch von Vereinen. Die Empore ist aber aus Brandschutzgründen nicht nutzbar. Wie kann dieses Problem gelöst werden?

Andreas Schaffer: Die verschärften Brandschutzbestimmungen können wir durch einen zweiten Rettungsweg erfüllen. Die Gemeindeverwaltung hat eine technische Lösung erarbeitet und dem Gemeinderat bei einer Ortsbegehung erläutert: ein Anbau für ein zweites Treppenhaus auf der Südseite der Staufenhalle in angepasstem Baustil - eine Investition von rund 100 000 Euro. So würde zudem ein dringend benötigtes Stuhllager geschaffen werden. Im Haushalt 2018 wurden hierfür noch keine Mittel bereitgestellt, kleinere Brandschutzmaßnahmen wurden zunächst priorisiert (Bildung von Brandabschnitten, Verbesserung an Türen/am zweiten Rettungsweg für den Gymnastikraum). Gesamtaufwand hier: rund 60 000 Euro. In den kommenden Haushaltsplanberatungen wird der zweite Rettungsweg für die Empore erneut Thema sein.


Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Weiterentwicklung der Festtage?

Christian Maier: Einerseits organisiert der Bürgermeister fast 140 Mitarbeiter rund ums Rathaus. Andererseits ist er als Vorsitzender für die organisierenden Vereine auch ein wichtiger Ansprechpartner. Die fast 800 ehrenamtlichen Helfer der festtragenden Vereine sind da eine eindrucksvolle Zahl. Der Bürgermeister muss dafür sorgen, dass die Vereine in respektabler und ausreichender Form, auch aus der Verwaltung heraus, unterstützt werden. Gegenseitiges Vertrauen und Unterstützung sind hier das oberste Gebot, um auch in Zukunft für attraktive und erfolgreiche Festtage zu sorgen. Und so werden wir es mit unseren Ideen und dem Engagement aller Beteiligten stetig weiterentwickeln. Die Festtage sind weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt und für Plüderhausen ein wichtiges Aushängeschild.

Die Staufenhalle dient vielen Veranstaltungen, auch von Vereinen. Die Empore ist aber aus Brandschutzgründen nicht nutzbar. Wie kann dieses Problem gelöst werden?

Christian Maier: Es wird sicher eine angemessene Lösung gefunden werden. Mir sind jedoch die brandschutztechnischen Gründe, die zu dem Verbot geführt haben, aktuell nicht bekannt. Immer ein Gerüst zu stellen ist natürlich die schlechteste und teuerste aller Lösungen. So ist es für mich klar, dass ich als Bürgermeister eine Lösung finden muss, die den Besuchern und der Sicherheit gleichermaßen dient. Dazu gehört für mich aber auch die Frage, ob die mögliche Nutzung der Empore eine teure Feuerschutztreppe rechtfertigt. Am Ende wird für mich entscheidend sein, ob der Nutzen überwiegt und ob es eine architektonisch zufriedenstellende Lösung für den zusätzlich vorgeschriebenen, Rettungsweg gibt. Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt, und bei der Sicherheit mache ich keine Kompromisse.


Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Weiterentwicklung der Festtage?

Friedhild Anni Miller: Da ich bis zu den Plüderhäuser Festtagen die von 19. bis 23. Juli stattfinden werden, nicht nur durch meinen „Wer wird Millionär“-(RTL)Auftritt und Titelblatt „Bild“, sondern auch durch die Premiere des Films „David gegen Goliath“, der am 01.03.18 im Kino der Filmakademie Ludwigsburg uraufgeführt wird, über alle Grenzen hinweg bekannt sein werde, werde ich selbstverständlich als eure neue Bürgermeisterin und Vorsitzende der AG Plüderhäuser Festtage an allen Tagen anwesend sein und dieses Fest mit euch gemeinsam planen und durchführen und auch das Marketing übernehmen, damit Menschen aus ganz Deutschland/Europa beziehungsweise der ganzen Welt nach Plüderhausen pilgern möchten! Zudem werden wir im Herbst eine zweite Auflage dieses phänomenalen Festes ins Leben rufen, zum Wohle aller Vereine und Mitwirkenden, damit Geld in die Vereinskassen kommt und wir damit den Vereinsnachwuchs fordern und fördern können!

Die Staufenhalle dient vielen Veranstaltungen, auch von Vereinen. Die Empore ist aber aus Brandschutzgründen nicht nutzbar. Wie kann dieses Problem gelöst werden?

Friedhild Anni Miller: Wie mir zugetragen wurde, ist diese Empore plötzlich zur Podiumsdiskussion der Schorndorfer Nachrichten gerade doch nutzbar, da extra für die Podiumsdiskussion des Zeitungsverlags von Pagel Gerüstbau aus Plüderhausen eine Treppe gebaut wird/wurde. Somit scheint dieses Problem doch mittlerweile lösbar, und man sollte dies auch den Vereinen mitteilen, dass zukünftig ihre Veranstaltungen weiterhin reibungslos stattfinden können. Auch in Anbetracht dieser Tatsache wird es Zeit, mich als Bürgermeisterin für Plüderhausen zu wählen, damit Transparenz ins Rathaus einkehrt und nicht der (noch) Bürgermeister Schaffer, der gar nicht vorhat, eine volle Amtszeit zu bestreiten, weiterhin hinter verschlossenen Türen über den Kopf der Bürger hinweg entscheidet.