Plüderhausen

Katrin Laschzok aus Plüderhausen stellt Delikates her, das schmeckt und auch gesund ist

Deli Kat
„Man sollte sich auf jede Mahlzeit freuen“, sagt Katrin Laschzok. © Benjamin Büttner

Ein Fruchtaufstrich mit Zwetschgen und Rotwein, provenzalisches Kräutersalz, Lavendelzucker oder Granola (also Knuspermüsli) mit Mandeln und Hafer: In Katrin Laschzoks Vorratsschrank finden sich viele Delikatessen, die sie in ihrer eigenen, kleinen Manufaktur „Deli Kat“ in Plüderhausen herstellt. Das Besondere daran sind nicht nur die kreativen Kombinationen. Die Produkte der Ernährungsberaterin sind auch allesamt frei von Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen.

„Essen muss auch Spaß machen“, findet Katrin Laschzok

Aber Moment mal: Eine Ernährungsberaterin, die Fruchtaufstriche und sogar Zucker verkauft – ist das nicht ein Widerspruch? „Zucker braucht eigentlich kein Mensch“, sagt die 44-Jährige, „denn der ist bereits in der Stärke enthalten.“ Wieso sie dennoch Süßes mit gutem Gewissen vertreibt? „Weil das Essen auch Spaß machen muss. Man sollte sich auf jeden Fall auf jede Mahlzeit freuen.“ Und wenn schon etwas Süßes verzehrt wird, „dann sollte es so natürlich sein wie möglich“.

Deshalb sind in ihrem Lavendelzucker auch getrocknete Lavendelblüten und in ihren Fruchtaufstrichen (die es alle auch mit dem kalorienreduzierten Süßkraut Stevia gibt) reine Früchte enthalten.

Die Diagnose Multiple Sklerose gab den Ausschlag 

Dass die Freude am Essen enorm wichtig ist, weiß Laschzok aus eigener Erfahrung. „Ich habe schon jede Diät durch“, berichtet sie. Denn immer wieder habe sie mit Gewichtsschwankungen zu kämpfen gehabt. Die allermeisten hätten jedoch keinen nachhaltigen Effekt gehabt. Und gefreut habe sie sich dann in den seltensten Fällen auf die Diät-Nahrung.

Dass bei ihr vor zwei Jahren eine Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, gab dann den Ausschlag für ihre professionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung. Denn dieser Entzündungskrankheit kann mit der richtigen Ernährung entgegengewirkt werden. Seitdem verzichtet sie etwa grundsätzlich auf Alkohol und Süßstoffe. Doch die Plüderhäuserin wollte mehr. „Ich wollte das Thema von Grund auf erforschen“, sagt Laschzok. Deshalb begann sie ein Fernstudium der Ernährungsberatung bei der Studiengemeinschaft Darmstadt, das sie in rasenden sieben statt der regulären 15 Monate absolvierte.

Eigentlich arbeitet die Plüderhäuserin im technischen Bereich

Und das neben ihrer eigentlichen Arbeit. Die 44-Jährige kommt nämlich eigentlich aus einem ganz anderen Bereich, ist gelernte technische Zeichnerin, technische Betriebswirtin und als ITlerin bei Festo tätig. Seitdem sie zweifache Mutter ist (ihre Söhne sind vier und sechs Jahre alt), arbeitet sie aber in Teilzeit – und hat sich so ein zweites Standbein erarbeiten können.

Eigentlich hatte Laschzok geplant, mit ihrer Ernährungsberatung vergangenes Jahr so richtig durchzustarten, indem sie öffentliche Vorträge zu Freien Radikalen, Antioxidantien, Cholesterin oder anderen Themen der Ernährung hält. Die Corona-Pandemie machte ihr dann aber einen Strich durch die Rechnung. Daher blieb es zunächst bei der persönlichen Beratung. „Jede Ernährungsberatung ist superindividuell“, sagt Laschzok, die bei ihrer Arbeit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung folgt. Ein gesundes Verhältnis zum Essen sei aber stets die Voraussetzung, weiß sie, die auch Menschen mit Essstörungen berät. „Wenn jemand ganz schlank ist, ist das nicht automatisch gesünder, als wenn jemand etwas auf den Rippen hat“, stellt sie klar.

Auf die Idee, selbst gemachte Delikatessen zu vertreiben, kam Katrin Laschzok dann, weil sie am besten abschalten kann, wenn sie etwas selbst herstellt. Außerdem wollte sie das Thema gesunde Ernährung auch geschmacklich erlebbar machen – und das mit „ehrlichen Produkten“, die nicht mehr versprechen, als sie halten können.

Wo es die Delikatessen zu kaufen gibt

Ihre Freundin Sandra Jensen, die in der Ortsmitte „Das Ambiente“ betreibt, animierte sie schließlich dazu, nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hin zu produzieren, sondern rauszugehen und ihre Produkte aktiv zu bewerben. Und das hatte Erfolg. Ihre Fruchtaufstriche, Granolas und Kräutersalze gibt es neben dem „Ambiente“ auch beim Blumenhaus Hubschneider und Zieglers Hofladen in den Berglen.

Apropos: Was genau ist eigentlich Granola? „Ein Topping“, sagt Laschzok, und zwar fürs Müsli oder auch das Vanilleeis. Die Basis dieser Knuspermischung sind Haferflocken sowie Sonnenblumen- und Mandelkerne, die geröstet werden und dann zum Beispiel mit Ahornsirup verfeinert werden. „Das ist lecker und liefert sehr viele Ballaststoffe“, sagt die 44-Jährige.

Von der Qualität ihrer Produkte konnte sie inzwischen auch Alexander Mangold überzeugen, so dass es „Deli Kat“ jetzt zusätzlich im örtlichen Edeka zu kaufen gibt. Den Kunden scheint es jedenfalls zu schmecken. Die erste Nachbestellung ist bei Katrin Laschzok bereits eingegangen.

Weitere Infos zu „Deli Kat“ und Ernährungsberatung gibt es online unter www.deli-kat.de

Ein Fruchtaufstrich mit Zwetschgen und Rotwein, provenzalisches Kräutersalz, Lavendelzucker oder Granola (also Knuspermüsli) mit Mandeln und Hafer: In Katrin Laschzoks Vorratsschrank finden sich viele Delikatessen, die sie in ihrer eigenen, kleinen Manufaktur „Deli Kat“ in Plüderhausen herstellt. Das Besondere daran sind nicht nur die kreativen Kombinationen. Die Produkte der Ernährungsberaterin sind auch allesamt frei von Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen.

„Essen muss

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