Plüderhausen

Kitaplatz-Mangel dauert an: Wo Plüderhausen neue Einrichtungen schaffen wird

Kindergarten
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Dass Plüderhausen zu wenig Kitaplätze hat, ist ein schon länger bekanntes Problem. Der Umbau der Schlossgartenschule zu einem Kinderhaus, der diesen Herbst beginnen wird, ist ein erster wichtiger Schritt, um diesen strukturellen Mangel zu beheben. Doch weitere müssen folgen.

Einwohner- und Kinderzahl steigen

Denn die Gemeinde hat laut Bürgermeister Benjamin Treiber gerade so viel Einwohner wie nie – und die Zahl wird, wenn weitere geplante Baugebiete (Hohrain-Gländ und das Bischoff-Areal) erschlossen sind, die 10.000 womöglich überschreiten.

In diesem Zuge werden absehbar auch die Kinderzahlen steigen. Bis 2024 rechnet die Gemeinde mit 668 Mädchen und Jungen, das sind fast hundert mehr als noch im Jahr 2016. Auch wenn für dieses Jahr mit einem Rückgang der Geburtenzahlen zu rechnen ist, die sich in den vergangenen Jahren stets bei durchschnittlich etwa 100 eingependelt hatten: Durch Zu- und Wegzüge können sich die Kinderzahlen schnell verändern, das hat sich in Plüderhausen wiederholt gezeigt.

Aktuell fehlen zwei Gruppen, mittelfristig zehn

Fakt ist: Im Kindergartenjahr 2022/23 hätte die Gemeinde zwei Gruppen mehr benötigt, um den Bedarf decken zu können. Und mittelfristig muss die Gemeinde ihre Kapazitäten um rund zehn Gruppen erweitern. Pascal Schill, Amtsleiter Bildung und Betreuung, hat dazu in seiner Kita-Bedarfsplanung verschiedene konkrete Maßnahmen und Ideen vorgestellt.

Woran bereits gearbeitet wird

Der erste Schritt ist der Umbau der Schlossgartenschule. Hier sollen sechs Gruppen entstehen, dafür werden die Krippe Hohberg, die Krippengruppe im Goldacker sowie die Kita Schulstraße aufgelöst. Wenn alles glatt läuft, könnte das Kinderhaus zum Herbst 2024 eröffnen. Es wird dann Platz für bis zu 105 Kinder bieten.

Bereits in der Diskussion ist außerdem ein naturnaher Kindergarten in den Kellerwiesen . Der Gemeinderat hatte im Mai einstimmig seine Zustimmung zur weiteren Planung gegeben. Der Prozess ist also angestoßen, wird aber noch andauern, weil unter anderem artenschutzrechtliche Prüfungen notwendig sind. Hier könnten bis zu 75 zusätzliche Plätze entstehen.

Was noch angedacht ist

Angedacht ist außerdem eine weitere Kita im Westen der Gemeinde, in der bis zu 100 Kinder Platz hätten. Diese könnte dann auch eine Ersatzlösung für die Einrichtung im Drosselweg sein. Dort ist das Gebäude ziemlich in die Jahre gekommen. Ob Sanierung oder Neubau: Darüber muss der Gemeinderat erst noch entscheiden. „In den nächsten drei bis fünf Jahren muss hier eine Lösung gefunden werden“, sagt Schill.

Insgesamt möchte die Verwaltung wegkommen von den Provisorien, die zuletzt entstanden, um den Bedarf kurzfristig decken zu können. Bürgermeister Benjamin Treiber hatte dies wiederholt betont.

Im Kinderhaus Goldacker könnten, wenn die ehemalige Schlossgartenschule eröffnet, die Räumlichkeiten dann für den Ganztagesbetrieb von über Dreijährigen angepasst werden – mit großem Ruhe- und Speiseraum sowie mehr Aufenthaltsqualität. Amtsleiter Schill könnte sich auch vorstellen, dass im Obergeschoss dann eine Tiger-Gruppe eingerichtet wird, in der Tagesmütter und -väter Kinder betreuen.

Noch zwei Jahre wird die Situation angespannt bleiben

„Die nächsten beiden Jahre wird die Situation aber noch angespannt bleiben“, betont Schill. Und „wir werden die ein oder andere Familie nach hinten schieben müssen“. Seit drei Jahren gibt es dafür in der Gemeinde eigens ein Punktesystem, das verschiedene Faktoren wie die berufliche Situation der Eltern, das Alter der Kinder oder familiäre Umstände wie pflegebedürftige Angehörige berücksichtigt. Ab dem dritten Geburtstag besteht unabhängig davon indes ein Rechtsanspruch.

Immerhin: Bei den Mitarbeitern gibt es momentan keinen strukturellen Fachkräftemangel. Was die Gemeinde aber immer benötige, seien gute Springer, die bei kurzfristigen Ausfällen den Betrieb aufrechterhalten können, so Schill.

Dass Plüderhausen zu wenig Kitaplätze hat, ist ein schon länger bekanntes Problem. Der Umbau der Schlossgartenschule zu einem Kinderhaus, der diesen Herbst beginnen wird, ist ein erster wichtiger Schritt, um diesen strukturellen Mangel zu beheben. Doch weitere müssen folgen.

Einwohner- und Kinderzahl steigen

Denn die Gemeinde hat laut Bürgermeister Benjamin Treiber gerade so viel Einwohner wie nie – und die Zahl wird, wenn weitere geplante Baugebiete (Hohrain-Gländ und das

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