Plüderhausen

Kitaplatz-Mangel in Plüderhausen: Bis zu zwölf weitere Gruppen werden demnächst fehlen

Schlossgartenschule
Dass aus der Schlossgartenschule ein Kinderhaus wird, ist bereits beschlossene Sache. © Benjamin Büttner

Dass sich der tatsächliche Bedarf an Kita-Plätzen schlecht planen lässt, diese Erfahrung hat Pascal Schill schon häufiger gemacht, seit er in Plüderhausen den Fachbereich Kindergärten und Schulen leitet. Zwei Faktoren ließen sich dabei in den vergangenen Jahren besonders schlecht voraussehen: die Anzahl der Geburten, die zwischen 68 und 102 pro Jahr pendelte. Und die Bilanz der Zu- und Wegzüge. Dadurch kamen in der Gemeinde seit 2015 jährlich noch einmal zwischen zehn und 20 Kinder zu den Geburten hinzu, die einen potenziellen Betreuungsbedarf haben.

Verantwortlich für diese Zunahme an Kindern in der Gemeinde seien wohl nicht zuletzt die vielen Baulücken, die innerorts gerade geschlossen werden und junge Familien anziehen, meint Schill.

„Die Situation ist weiter angespannt“, sagt Fachbereichsleiter Schill

Aus diesem Grund wurden zuletzt weitere Kindergartengruppen mit insgesamt 62 Plätzen geschaffen. „Wir sind nicht untätig“, sagt Schill, „aber rein rechnerisch haben wir immer noch nicht genug Plätze. Die Situation ist weiter angespannt.“ Dass zahlreiche Eltern ihre Kinder freiwillig später zum Kindergarten anmelden, komme der Gemeinde zugute. Aber „wir müssen schauen, dass wir da vorwärtskommen und eine Entspannung schaffen.“ Zumal spätestens, wenn das neue Baugebiet Hohrain/Gländ kommt und im Bischoff-Areal in der Birkenallee neue Wohnungen entstehen, der Bedarf absehbar noch einmal steigen wird.

Bei der jüngsten Klausurtagung des Gemeinderats waren Kita-Plätze deshalb ein Schwerpunktthema. Mit dem geplanten Umbau der Schlossgartenschule wird zwar ein neues Kinderhaus entstehen, aber wohl nicht vor 2024. Und jüngst ist im Waldkindergarten zwar eine neue Gruppe geschaffen worden, die demnächst eröffnet und bei der auch noch Plätze frei sind. Aufgrund des speziellen pädagogischen Konzepts kann dieser Kindergarten aber nicht die vorhandenen Lücken abdecken. Auch, weil dort keine Ganztagesbetreuung angeboten wird – und es genau in diesem Bereich an Angeboten mangelt.

Ein Mangel herrscht auch an Plätzen für unter Dreijährige. Diese zählen, aufgrund des vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel des Landes, immer doppelt. Da viele Einrichtungen in Plüderhausen mit altersgemischten Gruppen arbeiten, sei dies eine große Herausforderung. „Wir können, Stand heute, daher keine Zweijährigen mehr aufnehmen“, sagt Schill.

„Elf bis zwölf Gruppen müssen wir mittelfristig schaffen“, sagt Treiber

„Wir müssen da unbedingt rangehen“, sagt auch der neue Bürgermeister Benjamin Treiber. „Für viele Eltern in Plüderhausen ist das eine sehr unbefriedigende Situation.“ Deshalb habe die Verwaltung vor der Klausurtagung auch verschiedene mögliche Standorte für vorzugsweise größere Einrichtungen untersucht und diese dem Gemeinderat präsentiert.

Wo Gemeinderat und Verwaltung sich das konkret vorstellen könnten, sei indes noch nicht spruchreif. Man habe das im Gremium aber „ohne Denkverbote“ diskutiert. „Elf bis zwölf Gruppen müssen wir mittelfristig schaffen“, rechnet Treiber vor, die Schlossgartenschule miteinberechnet.

Dass diese zu einem Kinderhaus umgebaut wird, sei nach der Klausurtagung laut dem Bürgermeister indes unstrittig. Denn „die Schlossgartenschule muss ohnehin saniert werden, wir müssen das Gebäude so oder so erhalten und die Abschreibungen erwirtschaften. Ich sehe bei dem Bedarf daher gar keine andere Möglichkeit.“

Hinzu kommt, dass die finanzschwache Gemeinde zeitgleich vor einer ganzen Reihe weiterer wichtiger Pflichtaufgaben steht, die dringend erledigt werden müssen: Für das marode Bauhofgebäude müsse schnell eine Lösung her, die die Gemeinde teuer zu stehen kommen könnte. Und auch im Tiefbau müsse Plüderhausen jedes Jahr einen Millionenbetrag investieren, um das Leitungsnetz mit seinen vielen Lecks zu erneuern. „Es sind gewaltige Herausforderungen, die vor uns liegen“, fasst Treiber zusammen.

Eines sei dabei klar: Angesichts der Finanzlage der Gemeinde „müssen wir uns ganz stark an dem orientieren, was machbar und möglich ist.“ Dazu könnten auch unpopuläre Standortentscheidungen für Kitas zählen – oder weitere Kürzungen bei Freiwilligkeitsleistungen.

Auf alle Fälle wird der Schwerpunkt bei den Investitionen in Plüderhausen auf absehbare Zeit erst einmal bei den Pflichtaufgaben liegen.

Dass sich der tatsächliche Bedarf an Kita-Plätzen schlecht planen lässt, diese Erfahrung hat Pascal Schill schon häufiger gemacht, seit er in Plüderhausen den Fachbereich Kindergärten und Schulen leitet. Zwei Faktoren ließen sich dabei in den vergangenen Jahren besonders schlecht voraussehen: die Anzahl der Geburten, die zwischen 68 und 102 pro Jahr pendelte. Und die Bilanz der Zu- und Wegzüge. Dadurch kamen in der Gemeinde seit 2015 jährlich noch einmal zwischen zehn und 20 Kinder zu den

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