Plüderhausen

Kitaplatz-Mangel in Plüderhausen: Waldkindergarten bekommt eine dritte Gruppe

neue Waldkitagruppe
Bei Kindern und Eltern ist der Waldkindergarten beliebt. © Benjamin Büttner

Kindergartenplätze sind rar in Plüderhausen, vor allem für Kinder ab drei Jahren. Über eine mittelfristige Lösung (den möglichen Umbau der Schlossgartenschule in ein Kinderhaus) soll noch diese Woche entschieden werden. Doch die Gemeinde muss auch kurzfristig den Bedarf decken.

23 Kinder warten aktuell auf einen Platz. Im anstehenden Kindergartenjahr werden, es, wenn nichts getan wird, knapp 50 Kinder sein. Deshalb soll der Waldkindergarten jetzt eine dritte Gruppe bekommen. So hat es der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats einstimmig beschlossen.

„Wir machen das auch wegen des Drucks, der auf uns lastet bezüglich der Unterbringung von Kindern“, sagte Bürgermeister Andreas Schaffer bei der Sitzung. 20 weitere Plätze sollen oben auf dem Sandbühl entstehen, die zum Kindergartenjahr 2021/22 zumindest einen Teil des Bedarfs decken können. Dazu wird die Gemeinde einen Bauwagen anschaffen. Platz dafür ist auf dem Gelände vorhanden. Unterhalb des Parkplatzes gehört der Gemeinde Land, wie sie erst kürzlich entdeckte.

Der Bauwagen soll nur ein Provisorium sein

„Ich wusste nicht, dass uns dort so viel Gelände gehört“, sagte Schaffer. Offensichtlich sei auch dem Nachbar-Grundstücksbesitzer die Grenze nicht ganz klar gewesen, habe er doch den gemeindeeigenen Grund immer mitgepflegt.

Der Bauwagen, so die klare Ansage des Bürgermeisters, soll aber nur eine Übergangslösung sein. „Wenn wir dann endgültig in einem Kinderhaus sind, kann der Bauwagen nach Walkersbach.“ Auch dort gibt es einen Waldkindergarten. Leider hat die Gemeinde dort schlechte Erfahrungen gemacht mit einem günstig angeschafften Bauwagen (aus Blech und ohne Isolierung, der im Winter nicht richtig warm wird). Den würde man gerne austauschen, wenn denn die Schlossgartenschule zum Kinderhaus werden sollte.

Da der Platz für den neuen Bauwagen etwas abseits der bisherigen Gruppen angesiedelt ist, muss für die dritte Gruppe eine eigene Komposttoilette errichtet werden, außerdem werden Solarzellen für die Stromversorgung sowie ein Pelletofen benötigt. Angeschafft werden soll ein isolierter Holzwagen (Kostenpunkt 75 000 Euro, Lieferzeit: sechs bis sieben Monate), der auch in kalten Wintern Schutz bietet.

Die dritte Gruppe soll zudem so ausgestattet sein, dass der Notgruppenraum in der Schlossgartenschule möglichst nur bei Extremwetter genutzt wird. Denn Platz ist im Schulgebäude eigentlich keiner mehr vorhanden für eine dritte Gruppe. Deshalb soll der Bauwagen an einen Standort kommen, der weit genug entfernt ist von hohen Bäumen. „Der Standort ist sturmsicher, weil er in den Streuobstwiesen ist“, sagte Bürgermeister Schaffer, was Carlo Fritz (FW-FD) kommentierte mit: „Das ist dann aber hardcore“.

Plätze im Waldkindergarten sind begehrt

CDU-Rat Andreas Theinert zeigte sich begeistert von den Plänen für eine dritte Gruppe. „Ich bin ein Fan von dem Waldkindergarten und gar nicht so überzeugt, dass das nur eine Übergangslösung wird.“

Carlo Fritz sagte: „Es freut mich, dass mehr Eltern das Angebot wahrnehmen.“ Die Gefahr, dass die Plätze am Ende nicht belegt werden, besteht nämlich nicht, berichtete Pascal Schill, bei der Verwaltung zuständig für Kindergärten und Schulen. Der Kindergarten sei voll belegt bis zum Sommer. Und für das kommende Jahr hätten bislang acht Eltern ihn für ihre Kinder als Erstwunsch, neun als Zweitwunsch angegeben. Kein Wunder, denn „die machen eine tolle Arbeit da oben“, so Schill.

Gibt es Probleme mit Rasern am Lochtobel?

Thomas Reißig sagte: „Ich finde es gut, dass die Problematik mit den Kindergartenplätzen mit dem Wunsch der Leute aus dem Waldkindergarten zusammenprallt.“

Der SPD-Rat lenkte das Gespräch dann aber auf ein anderes Thema, nämlich, dass auf der Straße am Lochtobel beim Hochzeitsturm Richtung Kindergarten vermehrt Autos regelrecht „hochbrettern“. Die Gemeinde stellt für die Erlaubnis, dort zu fahren, spezielle Genehmigungen aus. „Ich würde darum bitten, dass nur die eine Genehmigung bekommen, die auch dort in der Nähe wohnen.“

Andreas Theinert (CDU) konnte Reißigs Beobachtungen bestätigen. Und auch der Fraktionsvorsitzende Ulrich Scheurer (CDU) wusste Ähnliches zu berichten: „Der Unmut bei den Bürgern ist sehr groß, dass da Leute hochfahren. Da muss man darauf hinweisen.“ Einige Leute seien deswegen „richtig stinkesauer“.

Gemeinde will Kontrollen durchführen

„Das mit dem Verkehrsaufkommen kann ich bestätigen“, sagte Bürgermeister Andreas Schaffer. Allerdings von der anderen Seite, aus Richtung der Kantstraße. Auch der Hochzeitsturm, der sich dort in der Nähe befindet, sei abends gut besucht. Seewart Martin Dannenhauer, der seit vergangenem Jahr das Ordnungsamt unterstützt, schaue dort abends deshalb regelmäßig vorbei. Die Gemeinde habe auch schon über eine Schrankenlösung nachgedacht.

Man könne auf der westlichen Straße zum Sandbühl prüfen, ob Genehmigungen nur den Bürgern aus dem nahen Wohngebiet ausgestellt werden. „Und wir können den Hinweis geben, dass da nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. „Wir werden da mal eine Kontrolle machen“, versprach Schaffer.

Kindergartenplätze sind rar in Plüderhausen, vor allem für Kinder ab drei Jahren. Über eine mittelfristige Lösung (den möglichen Umbau der Schlossgartenschule in ein Kinderhaus) soll noch diese Woche entschieden werden. Doch die Gemeinde muss auch kurzfristig den Bedarf decken.

23 Kinder warten aktuell auf einen Platz. Im anstehenden Kindergartenjahr werden, es, wenn nichts getan wird, knapp 50 Kinder sein. Deshalb soll der Waldkindergarten jetzt eine dritte Gruppe bekommen. So hat es

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