Plüderhausen

Leni Grohmann (17) aus Plüderhausen begeistert mit ihrem eigenen Lied

Leni Grohmann
Will neben dem Studium weiter Musik machen: Leni Grohmann aus Plüderhausen. © Gabriel Habermann

Seit zehn Jahren macht Leni Grohmann mittlerweile Musik. Mehrfach nahm die Plüderhäuserin in dieser Zeit am Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Doch in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem Stück, das sie selbst verfasst hat. „So what“ heißt die Eigenkomposition, mit der die 17-Jährige im Frühsommer bei dem Bundeswettbewerb in Oldenburg angetreten ist.

Meine Tics? Euer Problem, wenn ihr nicht damit klarkommt!

„Please respect my personal space“, singt sie darin, sich auf der Gitarre begleitend. Respekt und Privatsphäre fordert die Nachwuchsmusikerin also ein – doch was, wenn die Leute das nicht verstehen, nur weil etwas an ihr anders ist? „And if the people care it’s their own fault.“ Es sind also die anderen, die damit klarkommen müssen, nicht sie. Bemerkenswert sind diese Zeilen vor allem, weil die Abiturientin in dem Song ganz offen über jene Erkrankung des Nervensystems spricht, die vor etwa einem Jahr bei ihr diagnostiziert wurde: das Tourette-Syndrom mit seinen schwer kontrollierbaren Bewegungen und Äußerungen, den sogenannten Tics. „Das war plötzlich da“, sagt Leni Grohmann, „wenn auch nur diskret ausgeprägt.“ Und jetzt sei es eben ein Teil von ihr, was auch immer die anderen denken mögen. Der Song „So what“ – er ist nicht weniger als eine musikalische Selbstermächtigung!

„Das Stück kam sehr gut an bei dem Wettbewerb“, erzählt die 17-Jährige. Neben dem eigenen Stück hat sie dort noch „Qué vendrá“ von Zaz, „You broke me first“ von Tate McRae, „Ex’s and oh’s“ von Elle King sowie „Control“ von Zoe Wees vorgetragen – und am Ende mit 21 von 25 möglichen Punkten einen dritten Preis gewonnen.

Schon in jungen Jahren stand Leni Grohmann auf der Bühne

Nicht zum ersten Mal ist die Plüderhäuserin bei „Jugend musiziert“ angetreten: einmal im Duo, einmal als Trio – und jetzt zum dritten Mal als Solomusikerin. Die Bühne ist ihr also seit vielen Jahren vertraut.

Schon früh fand die eigentlich eher aus einer Sportlerfamilie stammende Plüderhäuserin zur Musik, lernte mit sieben Jahren klassische Gitarre, sang dann im Kinderchor Confetti – und besucht heute parallel die Jugendmusikschule in Lorch (wo sie Gitarre lernt) und jene in Schorndorf (wo sie Gesangsunterricht bekommt).

Die Liedbegleitung an der Gitarre hat sie erst viel später für sich entdeckt und ohne Lehrer einstudiert. „Am Anfang war das gewöhnungsbedürftig“, sagt sie, auch weil sie zwar mühelos Klassiker zupfen konnte, von Akkorden aber zunächst keine Ahnung hatte. Seit etwa vier Jahren macht sie das jetzt aber regelmäßig. Sie begann mit Stücken von Ed Sheeran oder James Arthur („ein ganz toller Sänger“), trat beim Geburtstag ihrer Oma damit auf, vor drei Jahren beim Seniorennachmittag in Plüderhausen, „doch dann kam Corona“.

Als sie dieses Jahr beim Jubiläumskonzert der Jugendmusikschule Schorndorf alleine auf der Bühne stand, bekam sie im Anschluss viele Anfragen. 2022 trat sie unter anderem beim Tag der offenen Tür der Stadtwerke Schorndorf auf, bei einer Hochzeit sowie bei der Einwohnerversammlung von Urbach, wo sie in der Auerbachhalle unter anderem „So what“ sang.

Im sozialen Netzwerk Instagram hat sie den Kanal @lxnx_covers, auf dem sie ihre Musik präsentiert. Die Videos zeigen, weshalb diese junge Frau zuletzt häufiger vor Publikum auftreten durfte. Denn mit ihrer ausdrucksstarken Stimme versteht sie es, problemlos einen Raum zu füllen. Ihre Coverversionen klingen daher nie dünn, sondern ziemlich soulful.

Was die 17-Jährige neben der Musik noch vorhat

Leni Grohmann ist aber mitnichten nur musikalisch begabt. Die bescheidene 17-Jährige hat ihr Abitur im Juli mit der Note 1,1 absolviert. Den Abschluss hatte sie übrigens bereits nach elf Jahren Schule (Lieblingsfach: Mathematik) in der Tasche.

Und die junge Plüderhäuserin weiß auch ziemlich genau, wohin sie jetzt nach dem Gymnasium will. Ab Herbst besucht sie die Duale Hochschule in Stuttgart, wird dort Wirtschaftsinformatik studieren.

Ob sie dann noch so viel Zeit hat zum Musikmachen? „Das wird sich zeigen“, sagt Leni Grohmann. Mit dem Gesangs- und Gitarrenunterricht will sie aber auf jeden Fall weitermachen. Auch auftreten würde sie weiterhin sehr gerne. Und singen wird sie sowieso. Neben dem Unterricht zieht sie sich jeden Tag für ein bis zwei Stunden in ihr Musikzimmer zurück. „Ein sehr zeiteinnehmendes Hobby“ sei das Musizieren, findet die Plüderhäuserin. Eines, das ihr am meisten Spaß mache, wenn sie damit auftreten kann. Der nächste Auftritt in und um Plüderhausen kann daher gerne kommen.

Seit zehn Jahren macht Leni Grohmann mittlerweile Musik. Mehrfach nahm die Plüderhäuserin in dieser Zeit am Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Doch in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem Stück, das sie selbst verfasst hat. „So what“ heißt die Eigenkomposition, mit der die 17-Jährige im Frühsommer bei dem Bundeswettbewerb in Oldenburg angetreten ist.

Meine Tics? Euer Problem, wenn ihr nicht damit klarkommt!

„Please respect my personal space“, singt sie darin, sich auf

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