Plüderhausen

Marode Heizungen in der Schule: Blockheizkraftwerk gegenüber vom Rathaus geplant

Schlossgartenschule
Kann im Winter nur noch notdürftig beheizt werden: Die Schlossgartenschule. © Benjamin Büttner

Die Schlossgartenschule, das Rathaus oder die Staufenhalle sollen künftig über ein Blockheizkraftwerk versorgt werden. Das hat der Plüderhäuser Gemeinderat kürzlich beschlossen. Auch über den Standort wurde nun eine Entscheidung getroffen: Das Gebäude soll gegenüber dem Rathaus in der Brückenstraße stehen. Doch nicht alle Gemeinderäte sind darüber glücklich.

Die Diskussion über eine Heizzentrale in der Ortsmitte wird im Gremium schon seit gut zwei Jahren geführt. Vorgeschlagen hat die Verwaltung ein solches Nahwärmekonzept, weil die Heizanlagen in einigen der Gemeindegebäude, etwa in der Schlossgartenschule und der Kita im ehemaligen evangelischen Gemeindehaus, salopp gesagt aus dem letzten Loch pfeifen. Ob sie den nächsten Winter noch überstehen und einsatzfähig sind, das ist fraglich.

Ist die Heizzentrale in jedes Gebäude integrierbar?

Acht Standorte, an denen eine solche Heizzentrale möglich wäre, hat Bauamtsleiter Ludwig Kern dem Gemeinderat präsentiert – allesamt im Bereich der Ortsmitte zwischen Marktplatz und der östlichen Schulstraße. Dabei stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sehr eine Heizanlage die künftige Entwicklung der östlichen Schulstraße beeinflusst, die momentan noch völlig offen ist.

Am besten bewertet hat die Verwaltung den Standort an der Brückenstraße, der momentan als Parkplatz genutzt wird. Es wäre der zentralste Platz mit der geringsten Entfernung zu allen zu versorgenden Gebäuden. Und er ließe für die Weiterentwicklung des Areals aus Verwaltungssicht noch alles offen. „Die Heizzentrale wäre in jegliches Gebäude integrierbar“, sagte Kern zu dem geplanten Flachdachbau.

"Wir benötigen kein neues, teures Gebäude", sagt Kelemen

Klaus Harald Kelemen (SPD) hielt nichts von dieser Idee. „Wir benötigen kein neues, teures Gebäude“, meinte er. Zumal die Schlossgartenschule ja in absehbarer Zeit umgebaut wird und die zwei Grundschulklassen ans Schulzentrum umziehen. Außerdem meinte er zu dem Bau: „Das futuristische Gebäude passt nicht in die Umgebung.“ Dem Beschlussvorschlag werde die SPD-Fraktion nicht folgen. „Das ist zum Nachteil der Gemeinde, weil die Sache nicht rund ist“, meinte er.

Bürgermeister Andreas Schaffer entgegnete auf die Kritik an der geplanten Gestaltung: „Aus meiner Sicht ist das eine Bereicherung, weil es ein modernes Gebäude ist, das sehr gut in eine Ortsmitte passt.“

Sinkt der Heizbedarf nach der Sanierung der Schlossgartenschule?

Auch Andreas Theinert (CDU) würde sich das Gebäude eigentlich am liebsten komplett sparen und die einzelnen Heizanlagen in den Gebäuden selbst unterbringen. Weil dazu dann allerdings eine neue Steuerungsanlage notwendig wäre „müssen wir leider Gottes in die Gebäudediskussion einsteigen“. Und hierbei plädierte er für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Standort.

Erich Wägner bekannte für seine GLU-Fraktion, dass man sich sehr schwertue mit dem Standort und der Dimension, weil die Schlossgartenschule kurz vor der Sanierung stehe und der dadurch zu erwartende sinkende Bedarf an Wärme zu berücksichtigen sei. Wenn es keine Alternative gäbe, so wäre das ein „bitterer Apfel“.

Leistungsreserven sind nötig

Der Bedarf im Gebäude der Schlossgartenschule werde nach einer Sanierung nicht enorm sinken, entgegnete Bauamtsleiter Ludwig Kern. Der berechnete Bedarf basiere auf den Verbräuchen der vergangenen Jahre. Außerdem benötige man noch Leistungsreserven. Nicht zuletzt sei es der Heizkessel selbst, der Geld koste, „100 Kilowatt Leistung hin oder her macht da keinen großen Unterschied“. Und die genaue Dimension sei erst bei der konkreten Planung absehbar. Dazu sei jedoch zunächst eine Standortentscheidung notwendig.

„Das Gebäude muss gebaut werden“, sagte Claudia Jensen (FW-FD). Je mehr man es in die Mitte hineinbaue, desto mehr störe es, daher plädiere ihre Fraktion für den vorgeschlagenen Standort an der Brückenstraße.

Reiner Schiek sprach sich indes dagegen aus. Denn „das wird bei einer künftigen Planung im Weg stehen. Wir sollten erst prüfen, was wir machen, und dann das Gebäude planen“, meinte der CDU-Rat.

Eine der größten Freiflächen im Ort verschwindet

Dem entgegnete Schaffer: „Wenn Sie das Gebiet überplanen, brauchen Sie bis zum fertigen Entwurf drei Jahre. Irgendwann muss man mal zu einer Entscheidung kommen.“ Auch Markus Proschka (CDU) plädierte dafür, jetzt nicht wieder eine Grundsatzdiskussion zu führen. „Ich bitte darum, dass wir Schritt für Schritt weiterkommen und nicht alles auf fünf Sitzungen ausdehnen.“

Woraufhin Kelemen (SPD) anmerkte: „Demokratie ist nun mal anstrengend“. Und das Projekt, meinte er, gehöre eigentlich als Bürgerprojekt aufgesetzt. Er frage sich, wieso die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) nicht beteiligt wurde. Und sein Fraktionskollege Thomas Reißig sagte: „Wir haben dem Konzept zugestimmt, können dem Standort aber nicht zustimmen. Das ist eine der größten freien Flächen der Gemeinde.“ Das Areal werde durch die Heizzentrale „nicht gering beeinträchtigt“. Ob man nicht zunächst eine technische Planung machen und dann über den Standort entscheiden könne, fragte Reißig.

"Eine Planung ins Grüne hinein, das funktioniert nicht"

Bürgermeister Andreas Schaffer sagte: „Wir müssen jetzt vorwärtskommen und entscheiden.“ Die BEG könne sich dann im nächsten Schritt beteiligen. Auch Andreas Fiechtner vom Bauamt plädierte für eine Entscheidung, betonte aber, dass damit die Dimension noch nicht endgültig festgelegt sei. Es handle sich lediglich um eine Vorplanung. Abhängig von der Größe könne man dann entscheiden, welche Geräte in das Gebäude kommen, dazu sei aber zunächst eine Entscheidung notwendig. „Eine Planung ins Grüne hinein, das funktioniert nicht“, gab er zu bedenken.

Zwölf Gemeinderäte stimmten schließlich für den Standort in der Brückenstraße, sieben dagegen.

Die Schlossgartenschule, das Rathaus oder die Staufenhalle sollen künftig über ein Blockheizkraftwerk versorgt werden. Das hat der Plüderhäuser Gemeinderat kürzlich beschlossen. Auch über den Standort wurde nun eine Entscheidung getroffen: Das Gebäude soll gegenüber dem Rathaus in der Brückenstraße stehen. Doch nicht alle Gemeinderäte sind darüber glücklich.

Die Diskussion über eine Heizzentrale in der Ortsmitte wird im Gremium schon seit gut zwei Jahren geführt. Vorgeschlagen hat die

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