Plüderhausen

Mehr Zeit für Pflegebedürftige: Zwei Frauen starten ambulanten Dienst in Plüderhausen

ambulanter Pflegedienst
Wollen Bedürftige solange wie möglich zu Hause unterstützen: Filiz Konrad (rechts) und Brid Pachmann in ihrem Büro. © Alexandra Palmizi

Pflegebedürftige möglichst lange im heimischen Umfeld belassen zu können und ihnen weiterhin ein eigenständiges Leben zu ermöglichen: Das wünschen sich die meisten Angehörigen.

Ambulant und unter eigenen Bedingungen zu arbeiten, das war der Wunsch von Brid Pachmann und Filiz Konrad, die Ende des vergangenen Jahres in Plüderhausen einen neuen Pflegedienst eröffnet haben.

Beide sind examinierte Altenpflegerinnen, haben langjährige berufliche Erfahrungen, zuletzt gemeinsam in derselben Einrichtung gearbeitet – und sich nun den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt.

Beide bringen langjährige Berufserfahrung mit

Brid Pachmann, 39 Jahre alt, ist aus Schwäbisch Gmünd und war zuvor als Stationsleiterin tätig. Sie ist seit annähernd 25 Jahren als examinierte Altenpflegerin tätig. Mit der Selbstständigkeit verbindet sie folgenden Anspruch: „Ich will dem gerecht werden, was die Leute brauchen, und ihnen helfen, wo sie Unterstützung benötigen. Ich möchte für die Leute da sein.“

Das sei zuvor nicht immer so einfach möglich gewesen, berichtet Pflegedienstleiterin Filiz Konrad, die 51 Jahre alt ist, in Plüderhausen wohnt und seit gut 15 Jahren als Altenpflegerin tätig ist, nachdem sie zuvor lange Zeit als Friseurin arbeitete. Über ihren Beruf sagt sie: „Er ist herausfordernd, aber etwas ganz Besonderes. Man muss ihn mit Liebe und gerne machen.“

Sie hat aber nicht nur positive Erfahrungen gesammelt. „Man sieht viel“, sagt sie. Und manches werde sie nun anders machen. Sich etwa mehr Zeit für die einzelnen Klienten nehmen, weniger unter Druck arbeiten. Ihr Ziel sei es, die Bedürftigen „solange, wie es möglich ist, zu Hause zu unterstützen, damit sie in ihren eigenen vier Wänden bleiben können“.

Pflegeberatung, Haushaltshilfe und Angehörigenentlastung

„Respekt und liebevolle Pflege daheim“ lautet darum das Motto des Dienstes, der seinen Sitz in der Schulstraße 18 in Plüderhausen hat und neben den Geschäftsführerinnen noch zwei Mitarbeiterinnen zählt. Bei der Pflege helfen Konrad und Pachmann selbstverständlich mit.

Interessierte erhalten in dem Büro in der Plüderhäuser Ortsmitte eine kostenlose Pflegeberatung (bezahlt wird diese von der Krankenkasse). Wer also in Erfahrung bringen muss, wo und wie man ein Pflegebett oder einen Toilettensitz bekommt, kann sich an die beiden wenden. Hilfestellung leisten sie auch beim Ausfüllen von Anträgen oder bei der Vermittlung des Angebots „Essen auf Rädern“.

Der Pflegedienst bietet darüber hinaus ambulante Behandlungen an wie das Wechseln von Verbänden oder Blutdruck- und Blutzuckerkontrollen. Die Mitarbeiter verabreichen zudem Spritzen, bereiten Medikamente vor und verabreichen sie. Sie unterstützen Bedürftige außerdem beim An- und Ausziehen, bei der Körperpflege oder beim Essen und Trinken.

Auch im Haushalt greifen sie unter die Arme, also beim Waschen, Bügeln, Putzen oder Kochen sowie bei Einkäufen oder anderen Besorgungen. Der hauswirtschaftliche Bereich sei von nicht zu unterschätzender Bedeutung in dem Beruf. „Das ist ein großer Punkt für viele“, berichtet Konrad.

Nicht zuletzt bietet der ambulante Pflegedienst eine Begleitung bei Freizeitaktivitäten oder Arztbesuchen an. Und für die Angehörigen gibt es obendrein noch eine „Verhinderungspflege“, so Pachmann. Dabei handelt es sich um eine Art Urlaubsvertretung für Pflege-Angehörige, die von dem ambulanten Dienst übernommen wird, „damit die Angehörigen auch mal entlastet werden“.

Weshalb die Nachfrage bald zunehmen dürfte

Der neue Dienst in Plüderhausen, er bietet also das klassische Spektrum der ambulanten Pflege, das es etwa auch von größeren Anbietern auf dem Markt gibt. Doch über einen Mangel an Nachfrage könne sie sich bislang nicht beklagen, berichtet Filiz Konrad: „Das Angebot wird gut angenommen“, sagt sie. Im Bereich der ambulanten Pflege gebe es aber ohnehin einen Mangel, der in den kommenden Monaten wahrscheinlich zunehmen werde. Denn ab dem 15. März gilt eine Corona-Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal in Deutschland. Und einige in der Branche, das weiß die 51-Jährige aus Erfahrung, werden sich dann einen neuen Beruf suchen, um diese Pflicht zu umgehen.

Die Arbeit wird ihnen daher auf absehbare Zeit sicherlich nicht ausgehen.

Pflegebedürftige möglichst lange im heimischen Umfeld belassen zu können und ihnen weiterhin ein eigenständiges Leben zu ermöglichen: Das wünschen sich die meisten Angehörigen.

Ambulant und unter eigenen Bedingungen zu arbeiten, das war der Wunsch von Brid Pachmann und Filiz Konrad, die Ende des vergangenen Jahres in Plüderhausen einen neuen Pflegedienst eröffnet haben.

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