Plüderhausen

Michael Gomolzig aus Plüderhausen hat Geburtstag: Ein streitbarer Geist wird 70

GomolzigCorona
Michael Gomolzig. © Gaby Schneider

Wenn es ein Thema gibt, das Michael Gomolzig ein Leben lang beschäftigt hat, dann ist es die Schule. 27 Jahre leitete er selbst die Grundschule in Geradstetten, fast ein halbes Jahrhundert war er Lehrer – und am Ende verschob er gar dreimal den Eintritt in die Pension. „Ich konnte es nicht lassen“ ,sagt Gomolzig. „Und ohne Corona hätte ich auch noch weitergemacht.“ Im Sommer 2020 verabschiedete er sich dann im Alter von 68 Jahren in den verdienten Ruhestand.

Aufgewachsen in Stuttgart-Heslach

Geboren in Berlin und aufgewachsen in Stuttgart-Heslach, entschied Gomolzig sich 1971 für ein Studium an der Pädagogischen Hochschule in Esslingen. 1974 trat er dann seinen Schuldienst an der Lerchenrainschule in Heslach an, die schon damals ein Ganztagesangebot hatte. „Das war fortschrittlich“, sagt Gomolzig.

Für den Junglehrer, der direkt ein Volldeputat bekam und nebenher das zweite Staatsexamen absolvierte, war dies aber auch „ein Sprung ins kalte Wasser“. 1979 zog er mit seiner Frau nach Plüderhausen und wechselte zwei Jahre später an die Hohbergschule – „das hat mir richtig Spaß gemacht, ich hab es nicht bereut“. 1993 ging er schließlich als Rektor an die Grundschule Geradstetten, die damals auch noch eine Hauptschule war.

Vielfach ehrenamtlich engagiert

Neben seiner Tätigkeit als Schulleiter hatte Gomolzig zahlreiche weitere Ämter inne: So war er Personalrat im Kultusministerium, im Regierungspräsidium sowie im Staatlichen Schulamt. Außerdem war er im Landesschulbeirat tätig. „Das hat mir viele Einblicke verschafft“, berichtet er.

Nicht zuletzt war er im Verband Bildung und Erziehung (VBE), der konservativen Lehrer-Gewerkschaft, aktiv. Seit 1989 und bis heute ist er stellvertretender Landesvorsitzender und darüber hinaus Pressesprecher. In diesem Jahr will er sich erstmals nicht mehr neu aufstellen lassen.

Seit mehr als 20 Jahren im Gemeinderat

Und seit 1998 gehört Gomolzig dem Plüderhäuser Gemeinderat an. Nur als seine Frau schwer krebskrank war, pausierte er für einige Zeit. Im Gremium zählt der CDU-Rat nicht zu den Vielrednern, wird aber immer wieder leidenschaftlich, besonders dann, wenn Entscheidungen zum Thema Schule anstehen. Dabei überrascht der blitzgescheite, doch durchaus streitbare Geist bisweilen mit Aussagen, die man von einem ehemaligen Rektor so nicht unbedingt erwarten würde.

Überraschende Äußerungen 

Als es etwa im Dezember 2020 darum ging, eine 50-Prozent-Stelle für die Sozialarbeit im Grundschulbereich zu schaffen, stimmte Gomolzig mit Blick auf die Finanzlage der Gemeinde dagegen und sagte: „Wir können einfach kein Geld im Rathauskeller kopieren und drucken.“ Und als sich Plüderhausen drei Monate später dem Klimapakt anschloss, lehnte Gomolzig das ebenfalls ab. „So ein Pakt ist nur bla, bla, bla“, meinte er damals. Um den Klimawandel finde „ein ungeheurer Hype“ statt – und wenn man schon CO2 einsparen wolle, dann doch bitte mit Hilfe von Atomkraft.

Auch zur Pandemie-Politik äußerte Gomolzig, der zwar für die CDU im Gemeinderat und seit 2019 im Kreistag sitzt, der Partei aber nie angehörte, sich sehr kritisch. Dem Gemeinderat blieb er monatelang fern, als dort zeitweise eine FFP2-Maskenpflicht galt. Stattdessen schloss er sich Montagsspaziergängen an.

Unlängst wurde Michael Gomolzig, der sich selbst als „stockkonservativ“ bezeichnet, für seine langjährige Gemeinderatstätigkeit geehrt. Bürgermeister Benjamin Treiber rühmte sein „umfangreiches Fachwissen“, seinen Witz und seine Schlagfertigkeit. Diese hat Michael Gomolzig nicht zuletzt auch als Leserbrief-Schreiber in unserer Zeitung immer wieder gezeigt.

An diesem Sonntag, 15. Mai, feiert er mit seinen drei Töchtern und zwei Enkeltöchtern nun seinen 70. Geburtstag.

Wenn es ein Thema gibt, das Michael Gomolzig ein Leben lang beschäftigt hat, dann ist es die Schule. 27 Jahre leitete er selbst die Grundschule in Geradstetten, fast ein halbes Jahrhundert war er Lehrer – und am Ende verschob er gar dreimal den Eintritt in die Pension. „Ich konnte es nicht lassen“ ,sagt Gomolzig. „Und ohne Corona hätte ich auch noch weitergemacht.“ Im Sommer 2020 verabschiedete er sich dann im Alter von 68 Jahren in den verdienten Ruhestand.

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