Plüderhausen

Nach jahrelanger Diskussion: Fußgängersteg in Plüderhausen wird ab Montag (15.11.) saniert

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Sanierungsbedürftig: Die Brücke über die Rems in Plüderhausen. © Ellwanger

Die Brücke zwischen Mühl- und Remsstraße ist für Fußgänger eine nützliche Verbindung im von der Rems geteilten Plüderhausen. Doch ihr Zustand ist schon seit langem eher bedauernswert: An zahlreichen Stellen ist der Belag aufgebrochen, Wasser in die Substanz des Stegs eingedrungen. Und barrierefrei ist er trotz Rampe auf der Nordseite auch nicht wirklich.

Gemeinderat und Steg: Eine schier endlose Diskussion

Wie es dort weitergeht, das sorgt in der Gemeinde seit vielen Jahren für Diskussionsstoff. Passiert ist in all der Zeit aber nicht sehr viel. Bereits 2015 gab es einen ersten Sanierungsbeschluss. Kurzzeitig wurde dann erwogen, die Brücke im Rahmen der Gartenschau durch eine „Stuttgarter Holzbrücke“ zu ersetzen. Ein Architektur-Professor stellte das Projekt im Gemeinderat vor und schwärmte von den Vorzügen dieses Brückentyps. Doch es stellte sich bald heraus, dass die Kosten dafür bereits in der Planungsphase stark anstiegen und die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde überschreiten würden.

Deshalb wurde diese Idee dann auch wieder verworfen. Die Diskussion ging weiter, im Gremium wurden verschiedene Varianten diskutiert: Minimallösung, grundhafte Sanierung oder Abriss und Neubau?

Sanierung fiel Sparmaßnahmen zum Opfer

2018 fiel schließlich die Entscheidung, die Brücke zu minimalen Kosten wieder zu ertüchtigen – möglichst noch vor Beginn der Gartenschau im Mai 2019. Umgesetzt wurde die Sanierung aber bis dahin nicht. Angesichts der sich verschlechternden Finanzlage in der Gemeinde wurde der Posten für die Sanierung dann im Haushalt 2020 wieder gestrichen. Die SPD-Fraktion hatte sich zwar für eine Sanierung starkgemacht und auch in den damaligen Haushaltsberatungen einen entsprechenden Antrag gestellt – blieb damit aber ohne Erfolg.

Im November 2020 beriet der Technische Ausschuss noch einmal über den Steg – und stimmte der Sanierung schließlich doch zu. Was durchaus im Sinne der Verwaltung war, denn „die Verschlechterung von Bauwerken entwickelt sich exponentiell“, gab Bauamtsleiter Ludwig Kern in der Sitzung zu bedenken. Soll heißen: Je länger diese Maßnahme noch aufgeschoben wird, desto teurer fällt sie am Ende aus.

Bauhof wird sich der Brücke annehmen

Jetzt, ab Montag, 15. November, wird die Brückensanierung endlich auch umgesetzt. Ein entsprechendes Hinweisschild wurde bereits angebracht. Mehrere Wochen wird die Brücke dafür gesperrt sein.

„Der Gemeindebauhof macht das in Eigenleistung“, sagt Kern auf unsere Nachfrage, „es kommt keine andere Firma zum Einsatz.“ Der Technische Ausschuss hatte grünes Licht für notwendige Materialbeschaffungen und Fremdleistungen in Höhe von bis zu 60 000 Euro gegeben. Finanziert werden soll dies über das Sachkonto für die Unterhaltung des Infrastrukturvermögens.

Weil die Kommune das alles in Eigenleistung durchführt, habe es dann aber noch einige Zeit gedauert zwischen der Entscheidung und der jetzt anstehenden Umsetzung. „Der Bauhof war in der Zwischenzeit enorm beschäftigt in anderen Bereichen“, berichtet Bauamtsleiter Kern. Etwa mit den Arbeiten zur Erweiterung des Friedhofs, der Vorbereitung für das Fundament der Feuerwehrgarage, aber auch laufenden Tiefbau- und Grünarbeiten.

Diese Maßnahmen werden jetzt gemacht

Was wird nun konkret ab Montag an dem Fußgängersteg gearbeitet? Als Erstes, so Kern, werden schrittweise die oberflächlichen Teile an dem Bauwerk entfernt, also die Blechabdeckungen sowie die Holzverschalung. Dann widmet sich der Bauhof dem stark beschädigten Belag. „Erst dann wissen wir, wie der Zustand der Brücke wirklich ist“, sagt Kern.

Was genau getan werden muss, wird sich erst noch zeigen

Zwei Szenarien seien möglich: Sollte das Tragwerk noch brauchbar sein, was man im Bauamt hofft, könnten im Anschluss neue Abdichtungen angebracht werden. Dann könnte, je nach Witterung und Lieferzeiten für die Materialien, die Maßnahme noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Sollte es bei der Beschaffung einen Verzug geben, so müsse man das Bauwerk mit Folie provisorisch schützen.

Für den Fall, dass die Holzkonstruktion nicht mehr brauchbar sein sollte, werde sich indes erneut der Technische Ausschuss mit der Brücke befassen müssen.

Die Brücke zwischen Mühl- und Remsstraße ist für Fußgänger eine nützliche Verbindung im von der Rems geteilten Plüderhausen. Doch ihr Zustand ist schon seit langem eher bedauernswert: An zahlreichen Stellen ist der Belag aufgebrochen, Wasser in die Substanz des Stegs eingedrungen. Und barrierefrei ist er trotz Rampe auf der Nordseite auch nicht wirklich.

Gemeinderat und Steg: Eine schier endlose Diskussion

Wie es dort weitergeht, das sorgt in der Gemeinde seit vielen Jahren

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