Plüderhausen

Plüderhäuser Festtage: Die Bilanz

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Friede, Freude, Autoscooter: So sah der Auftakt der Plüderhäuser Festtage am Donnerstag aus. © Online-Praktikant

Plüderhausen. Nach den Festtagen ist vor den Festtagen: Eben erst ist das große Plüderhäuser Volksfest zu Ende gegangen, schon steht heute die erste Sitzung zur Manöverkritik an. Schön war’s wieder, so viel ist klar. Für die Arbeitsgemeinschaft der Plüderhäuser Festtage zieht Hartmut Bay ein gutes Fazit, der Bürgermeister berichtet auch von sehr gutem Besuch, die Polizei ist ebenfalls insgesamt zufrieden.

Durchatmen. Hunderte Helfer waren im Einsatz, geschätzt zwischen 25 000 und 30 000 Besucher kamen. Es gab Partybands und Familientreff, einen Festzug mit rund 1200 Teilnehmern, Feuerwerk und Vergnügungspark, vier Tage, voll mit Erlebnissen. Wie sind die 55. Plüderhäuser Festtage aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft der Plüderhäuser gelaufen? „Gut“, sagt Hartmut Bay, bei der Arbeitsgemeinschaft für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Einer der Höhepunkte war für ihn die Weinprobe im Riesenrad am Donnerstag, dem Tag des Blasmusik-Festivals. Die Weinprobe in luftiger Höhe wurde zum zweiten Mal angeboten. Die erste Fahrt am Donnerstag verlief im Regen. Doch nur aus einer Gondel stiegen die Besucher aus. Alle anderen blieben. „Sie haben die missliche Lage zum Spaß genutzt“, sagt Bay. „Ihr macht einfach immer einmalige Erlebnisse“, habe ein Gast gesagt und sprach davon, er sei „geduscht“ worden bei einer Weinprobe, erzählt Bay vergnügt.

Und sonst? „Die durchwachsene Wetterlage war für uns nicht schlecht“, meint Bay. Wenn es zu heiß ist, seien die Gäste zwar da, würden aber unter der Hitze leiden

Manöverkritik der Gäste wird ernstgenommen

Apropos Gäste: „Unser Publikum ist wirklich klasse“, denn es komme die „breite Bevölkerung“. Was bei Programmauswahl und Festplanung auch so eingeplant ist. Viele der Helfer kommen auch zum Feiern, erzählt Bay. Ein Schausteller habe gelobt: „Bei uns haben die Gäste Lust auf Volksfest.“ Die Besucher nehmen Anteil am Geschehen, loben und kritisieren, aber sehr sachlich, so Bay. Man könnte „BangBags“ mal abends spielen lassen. Die Qualität der Döner war gut, aber sie waren dem einen oder anderen etwas zu klein, nennt Bay Beispiele. Alles wird ernstgenommen und aufgenommen in die Manöverkritik.

„Viera Blech“ am Sonntagabend übrigens waren „musikalisch ein absolutes Highlight“, „ein paar Besucher mehr hätten den Weg ins Festzelt finden können“, meint Bay. Wobei der Sonntagabend ein sehr schwieriger Tag sei, es wurde zudem noch schnell kalt. Am Samstag „war alles ideal“. 7000 bis 8000 Leute kamen, rund eineinhalb Stunden sei beim Service sehr viel losgewesen. Der Montag war auch eher kühl, die Gäste seien „ideal versorgt“ gewesen.

Sicherheit: "Nicht wirklich Bedenken"

Stichwort Sicherheit, sie rückte mehr als sonst in den Fokus nach den Vorfällen in Schorndorf. „Ich hatte im Vorfeld nicht wirklich Bedenken für die Festtage“, sagt Bay. Man wisse natürlich nicht, wer alles komme. Gut für die Festtage ist, dass Festzelt und Gelände übersichtlich sind, es breite Gänge und kurze Wege gebe. Bei Vorfällen an der Bar sei die Security schnell da. Wegen der kurzen Wege könne man Aggressoren sofort aus Festzelt und -gelände draußen haben, sagt Hartmut Bay.

Wie blickt die Gemeinde auf die Festtage? „Aus unserer Sicht sind sie sehr gut gelaufen. Es war wirklich durchgehend gute Stimmung“, sagt Bürgermeister Andreas Schaffer. In Sachen Sicherheit, er gibt es zu, „da waren wir natürlich angespannt“. Was vorgefallen sei, passe aber in den Rahmen der vergangenen Jahre. Auch das DRK hat keine richtig schwierigen oder schlimmen Einsätze gehabt.

Schaffer spricht insgesamt von einem sehr guten Besuch der Festtage, freut sich insbesondere auch über einen „super Sonntag“, über den Festzug, auch „Allgäu Power“ „waren wieder richtig gut“. Fazit: „Ich bin sehr zufrieden.“


Was die Polizei sagt

Wie sind die Festtage aus Sicht der Polizei gelaufen? „Wir sind insgesamt zufrieden“, sagt Holger Bienert, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen. „Sie sind weitestgehend friedlich verlaufen.“ Am bekannten Jugendtreffpunkt am Remsufer habe es keine größeren Probleme gegeben. Fazit: „Bis auf drei Ausnahmen waren es keine Ereignisse, die aus dem Rahmen fallen würden.“ Am Montag ereignete sich ein Handtaschenraub. Dazu kommen die zwei Fälle von Widerstand gegen die Polizei (wie berichtet).

Im vergangenen Jahr wurden bei den Festtagen sechs Straftaten angezeigt. In diesem Jahr wurden bislang 18 Taten registriert, darunter acht Körperverletzungen, eine Sachbeschädigung, drei Diebstähle, von diesen zwei Handydiebstähle, drei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, hier kleinere Verstöße, zwei Fälle von Widerstand gegen die Polizei und eine Beleidigung. Woran liegt die Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr? Im vergangenen Jahr gab es extrem wenig Vorfälle, sagt Holger Bienert. Es könnte auch daran gelegen haben, dass die Polizei in diesem Jahr mehr Präsenz auf dem Festgelände selbst zeigen, direkter ansprechbar sein wollte. Für schnellere und kurze Wege, und dafür, dass Vorfälle direkt mitgeteilt werden konnten. Wenn die Leute eine Nacht darüber geschlafen haben, wollen sie oft keine Anzeige mehr, sagt Bienert.

Die Plüderhäuser Festtage stechen im Vergleich zu anderen Festen nicht heraus. Die 18 Taten verteilen sich auf vier Tage. „Das ist im Rahmen. Wenn über die vier Tage so viele Leute zusammenkommen, bleibt das nicht aus.“ Die Straftaten sind das eine. Zudem kümmerte sich die Polizei um diverse Streitschlichtungen, Platzverweise oder übergab zum Beispiel einen betrunkenen Jugendlichen den Eltern.

Die Polizei war nicht mit mehr Personal als im Vorjahr im Einsatz. „Es hat keine Hinweise auf Gefahren gegeben.“ Sie hatte sich aber entschieden, offener und offensiver präsent zu sein auf dem Festgelände, erklärt Bienert. „Wir denken, dass das gut war.“