Plüderhausen

Plüderhäuser Schüler und ein Schorndorfer Verein bringen Weihnachtspakete zu armen Kindern in Rumänien

Rumänienhilfe
Rumänische Kinder freuen sich über die Pakete. © Pachner

Für viele Kinder in den rumänischen Gemeinden Rodna-Altrodenau, Beclan und Livezile-Jaad im Kreis Bistritz-Nasaud wird der 20. Dezember noch lange in glücklicher Erinnerung bleiben! An diesem Sonntag übergaben Daniela und Armin Pachner sowie zwei ihrer Mitstreiter dem örtlichen Kinderheim, der Dorfschule und in prekären Verhältnissen lebenden Kindern ihre Weihnachtsgeschenke. Bei dieser vorgezogenen Weihnachtsüberraschung handelte es sich um eine gemeinsame Aktion des Schorndorfer Vereins „Mission Happy Kids e.V.“, der orthodoxen Erzdiözese Bistritz und des rumänischen Vereins „Asociatia Umanitara Polixnova“.

„Mission Happy Kids“ wurde vor anderthalb Jahren von Ehepaar Pachner und fünf Gleichgesinnten gegründet, unter ihnen Jürgen Groitzsch, der Rektor der Hohbergschule Plüderhausen. Daniela Pachner hat selbst rumänische Wurzeln. Von ihr ging die Initiative zur Vereinsgründung aus. Sie wolle etwas von ihrem beruflichen Erfolg an ihre Heimat zurückgeben, dort, wo es nötig sei. Und wer hätte es nötiger als Kinder, die erst am Anfang ihres Lebenswegs stehen, so ihre Begründung.

Ein Kinderheim für Straßenkinder, das ist das große Ziel

Ziel des Vereins sei es, erläutert Groitzsch, in der rumänischen Ortschaft Livezile ein Kinderheim für Straßenkinder zu errichten. Dabei denke man allerdings weiter als an eine Einrichtung, die Straßenkinder aufsammele und sie, wenn sie das Erwachsenenalter erreicht haben, wieder in Elend und Armut entlässt. Ihnen müsse die Möglichkeit eröffnet werden, sich beruflich zu qualifizieren, so dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Da es in Rumänien kein duales System gebe, wie in Deutschland, sehe sich „Mission Happy Kids“ als Schnittstelle, um Kinder und Beruf zusammenzubringen. Er gehe davon aus, dass es möglich sein werde, das Projekt in den nächsten circa fünf Jahren verwirklichen zu können. Die Weihnachtsaktion sei dazu ein erster Schritt, sozusagen ein Türöffner gegenüber den rumänischen Behörden und gesellschaftlichen Institutionen, und auch, um sich vor Ort einen Namen zu machen.

Startschuss war im vergangenen Oktober eine Sammelaktion in der Hohbergschule, die sich in ihrem Schulprofil verpflichtet habe, über den Tellerrand hinaus zu schauen und jedes Jahr etwas Gutes zu tun. Der Erfolg der Sammelaktion, so Groitzsch, sei „überwältigend“ gewesen! Über 200 Weihnachtspakete kamen in der Hohbergschule zusammen, hundert weitere wurden von Freunden und in der Nachbarschaft von Daniela Pachner gesammelt.

Erschreckende Armut mitten in der Europäischen Union

Nachdem auch noch die Stadt Schorndorf eine Bescheinigung über Sinn und Zweck der Reise ausgestellt hatte, ging es am Samstag los in Richtung Südosten, mit zwei mit Kleidung, Spielzeug, Lebensmitteln und Schulwaren voll geladenen Sprintern, einer davon auch noch mit Anhänger. Die Fahrzeuge wurden von zwei Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt, in die Kabinen klemmten sich das Ehepaar Pachner, ein Kollege von Armin Pachner und dessen Sohn. Mitten in der Nacht, kurz vor drei Uhr, kam die Gruppe im siebenbürgischen Nösnerland an. Gemeinsam mit ihr beim Verteilen der Geschenke unterwegs waren die Bürgermeister von Rodna, Valentin Iosif Grapini und Traian Simionca aus Levezile, sowie Pfarrer Dr. Emanuel Vidican, die vorab die Listen mit den Empfängern zusammengestellt hatten.

„Wir können nicht länger gleichgültig sein. Es gibt Tausende Kinder, die uns brauchen, nicht nur materiell. Es gibt Kinder, für die ein gutes Wort und eine Umarmung die Hoffnung auf eine bessere Zukunft darstellen“, so Dr. Emanuel Vidican, der Vertreter der Erzdiözese. Für diese Kinder sei es nicht wichtig, dass sie nicht ausreichend Wärme im Haus haben, oder nur einmal am Tag eine Mahlzeit zu sich nehmen, aber schon, dass am Sonntag jemand ihre Türschwelle überschritt und ihnen einen Hoffnungsschimmer gab. „Ich sah mich oftmals einer erschreckenden Armut gegenüber, wie ich sie in einem Land, das doch Teil unserer Europäischen Union ist, nicht erwartet hätte“, beschrieb Armin Pachner seinen Eindruck von der Reise.

„Was mich dennoch zutiefst beeindruckt hat, sind die Demut, Dankbarkeit und Gastfreundschaft, die die Menschen auszeichnen.“ Die vielen Eindrücke und Erlebnisse seien Ansporn, das Engagement im Verein „Mission Happy Kids“ noch zu verstärken. Man sei allen Unterstützern, Förderern und Mitstreitern dankbar, und selbstverständlich werde es auch im kommenden Jahr eine Aktion geben, versprach er.

Für viele Kinder in den rumänischen Gemeinden Rodna-Altrodenau, Beclan und Livezile-Jaad im Kreis Bistritz-Nasaud wird der 20. Dezember noch lange in glücklicher Erinnerung bleiben! An diesem Sonntag übergaben Daniela und Armin Pachner sowie zwei ihrer Mitstreiter dem örtlichen Kinderheim, der Dorfschule und in prekären Verhältnissen lebenden Kindern ihre Weihnachtsgeschenke. Bei dieser vorgezogenen Weihnachtsüberraschung handelte es sich um eine gemeinsame Aktion des Schorndorfer Vereins

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