Plüderhausen

Schlossgartenschule in Plüderhausen: So wird das denkmalgeschützte Haus umgebaut

Umbau der Schlossgartenschule
Andreas Fichtner führt durch die leere Schlossgartenschule. Die Treppe mit ihrem alten Geländer soll bleiben. © Alexandra Palmizi

Es war eine hitzige, lange Diskussion, aber letztendlich konnte sich der Plüderhäuser Gemeinderat dazu durchringen, eine Entscheidung über die Zukunft der Schlossgartenschule zu treffen. Das Gebäude wird für eine Nutzung als Kinderhaus umgebaut. Das wird nach aktueller Schätzung 4,8 Millionen Euro kosten, die Gemeinde bekommt voraussichtlich 1,2 Millionen Euro Fördermittel. Die Grundschüler, die zuvor darin untergebracht waren, sind unter viel Einsatz der Gemeinde, Eltern und Lehrer bereits ins Hohbergschulzentrum umgezogen. Los geht es mit dem Umbau der alten Schule Mitte November. Wir werfen einen letzten Blick auf das denkmalgeschützte Gebäude in seinem jetzigen Zustand.

Akustik- und Brandschutzdecken

Schon beim Eintreten in die Schule wird klar: Wenn hier einmal 120 Kleinkinder herumrennen, spielen und toben, dann wird es laut, denn das Echo ist enorm. Aus diesem Grund müssen Akustikdecken eingebaut werden, erklärt Andreas Fichtner, der bei der Gemeinde für den Bereich Hochbau zuständig ist. Zudem müssen für 450.000 Euro neue Brandschutzdecken verbaut werden, das erfordern die Vorgaben.

Ein weiteres Problem zeigt sich direkt beim Eingang der Schule. Für die Benutzung des Schülerklos neben dem Eingang müssten die Kindergartenkinder das Gebäude verlassen. „Das mit der Außentoilette geht natürlich gar nicht mehr“, sagt dazu Andreas Fichtner. Neue Sanitärbereiche müssen geschaffen werden, bevor die sechs Kindergartengruppen einziehen.

Heizung schon lange kaputt

Viele der Fenster in der Schule sind defekt, erklärt Andreas Fichtner zudem bei einem Spaziergang durch die leerstehenden Räume. Die Fenster werden deshalb ausgetauscht. Immer wieder fiel im Winter auch die Heizung in der Schule aus. Zuletzt im Gespräch war im Technischen Ausschuss nun eine Lösung entweder mit Pellets oder eine Kombination von Pellet- und Gasheizung, eine konkrete Entscheidung dazu muss der Gemeinderat allerdings noch fällen.

Die Treppe mit ihrem alten Geländer soll erhalten bleiben. Allerdings muss das Gebäude behindertengerecht gemacht werden. Als erste Baumaßnahme wird deshalb ein Aufzug am Gebäude gebaut. Dann folgen Entkernungsarbeiten, später sollen die Heizungs- und Sanitäranlagen installiert werden.

Was wird erhalten?

Eine Herausforderung ist es, im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und Erneuerung zu navigieren. So gibt es zum Beispiel noch Diskussionen über die angemessene Wandfarbe für das Gebäude von 1907. An einer Ecke im Flur zeigt sich: Früher waren die Wände dort nicht hell, sondern dunkel- und hellbraun. Müssen diese Farben nun wieder verwendet werden? Diese Entscheidung steht noch aus.

Über Wandfarben und Geschmack lässt sich streiten, es gibt aber durchaus einige Elemente im Gebäude, die Andreas Fichtner auf jeden Fall erhalten möchte. Darunter ist zum Beispiel der alte Terrazzoboden sowie ein - nicht mehr funktionierendes - Waschbecken, das eher wie ein Brunnen anmutet. Ebenso erhaltenswert findet er die alten Türen. Ein Rätsel geben ihm dafür Löcher in der Wand auf, die es erlauben vom Flur in Klassenzimmer oder von Klassenzimmern in den Flur zu spähen. Er würde das historische Element eigentlich gerne erhalten, konnte bisher aber nicht final herausfinden, wozu es denn überhaupt einmal diente. Seine Vermutung: Möglicherweise hat der Schulrektor die Löcher früher einmal benutzt, um zu sehen, was sich in den Klassenzimmern abspielte.

Wann können Kindergartenkinder in das Gebäude einziehen?

Geplant ist, dass die Bauarbeiten Mitte 2024 fertig werden, so dass im Herbst desselben Jahres der Kindergartenbetrieb starten kann. Der hohe Bedarf in diesem Bereich macht eine zeitnahe Umsetzung notwendig, die Gemeinde bräuchte die Kita-Plätze eigentlich schon jetzt. Ob dieser Zeitrahmen bei der aktuell schwierigen Lage in der Baubranche machbar ist, wird sich zeigen.

„Wir sind maximal bemüht“, sagt Andreas Fichtner zumindest, räumt aber auch ein, dass die Lieferzeiten für bestimmte Produkte sich deutlich verlängert haben. Besonders bei technischen Anlagen verzeichnet er statt wochen- inzwischen teils monatelange Wartezeiten. So oder so: Wo bis vor kurzem noch Schülerinnen und Schüler schreiben, lesen und rechnen lernten, werden mittelfristig kürzere Kinderbeine Einzug halten.

Es war eine hitzige, lange Diskussion, aber letztendlich konnte sich der Plüderhäuser Gemeinderat dazu durchringen, eine Entscheidung über die Zukunft der Schlossgartenschule zu treffen. Das Gebäude wird für eine Nutzung als Kinderhaus umgebaut. Das wird nach aktueller Schätzung 4,8 Millionen Euro kosten, die Gemeinde bekommt voraussichtlich 1,2 Millionen Euro Fördermittel. Die Grundschüler, die zuvor darin untergebracht waren, sind unter viel Einsatz der Gemeinde, Eltern und Lehrer bereits

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